Kreisverband Frankfurt

Stellungnahme zum Artikel in der Frankfurter Rundschau "Fragen zum Schönhofviertel" (29.09.2020)

05. Oktober 2020 | Kreisverband Frankfurt/Main, Lebensräume, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Suffizienz

Schönhof-Zaun-Poster: Blick auf den östlichen Bereich des Baugeländes mit vielen Bäumen (Foto: wrh)

Der BUND Frankfurt begrüßt, dass der Ortbeirat 2 sich endlich den 700 Bäumen im Schönhofviertel (Bebauungsplan 834) zuwendet, die fast alle gefällt werden sollen. Bereits am 15.01. haben wir, nach der Offenlegung des Bebauungsplans, in unserer Eingabe an das Stadtplanungsamt den Erhalt der Bäume gefordert. Am 31.01. haben wir in einer Pressemeldung darauf aufmerksam gemacht, dass dort ohne ausreichende Begründung 470 von 700 Bäumen gefällt werden sollen, was inzwischen weitgehend erfolgt ist. Dies geschieht, obwohl im Bebauungsplan eine Tabelle aller 700 Bäume gutachterlich dargestellt ist. Darin sind 470 Bäume als erhaltenswert bzw. wertvoll dargestellt. Die Stadt fällt sie trotzdem.

Empörend sind auch die wie in diesem Artikel immer wieder vom Sprecher des Stadtplanungsamtes abgegebenen Kommentare: Es handele sich ja nicht um einen Park, sondern um ein „in die Jahre gekommenes Gewerbegebiet“. Durch die vorgesehene grüne Mitte des Quartiers werde das Areal viel stärker durch Grün geprägt sein.“ Offenbar hat das Amt immer noch nicht wahrgenommen, dass neu gepflanzte Bäume zehn bis 20 Jahre brauchen, bis sie die Öko-Leistung hinsichtlich Artenerhalt und Klimatisierung alter Bäume erreichen. Klimawandel ist aber jetzt.

Weiterhin ist zu lesen, dass die Bäume auch deswegen gefällt werden müssten, weil der Boden kontaminiert sei und eine „mangelnde Tragfähigkeit“ aufweise. Seit Anfang des Jahres wird diese Diskussion in der Öffentlichkeit geführt, diese Aussagen sind jedoch neu. Weiterhin wurde nie behauptet, dass die Bäume einen „Park“ gebildet hätten. Man gewinnt den Eindruck, dass vom Stadtplanungsamt immer wieder Behauptungen vorgeschoben werden, um die Kritik der um den Klimaschutz unserer Stadt besorgten Bürger ruhig zu stellen. Dabei hätte der größte Teil der alten Bäume erhalten werden können, wenn man nur die Baulinien etwas rücksichtsvoller gelegt hätte.

Wir hoffen sehr, dass es nun dem Ortsbeirat 2 gelingt, diese Blockade-Haltung der Stadt zu durchbrechen. Das ist die Stadt der Tatsache schuldig, dass Frankfurt inzwischen heißeste Stadt Deutschlands geworden ist und alles getan werden muss, um das Stadtgrün zu erhalten.

Wolf-Rüdiger Hansen, BUND Kreisverband Frankfurt, Mitglied des Vorstands.

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Mobil 0171 2257 520

 

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