Kreisverband Frankfurt

IM BAUGEBIET „SÜDLICH RÖDELHEIMER LANDSTRAßE“, AUCH SCHÖNHOF-QUARTIER GENANNT, WERDEN 470 VORHANDENE UND „ERHALTENSWERTE“ BÄUME VORAUSSICHTLICH VOLLSTÄNDIG GEFÄLLT

08. April 2020 | Suffizienz, Naturschutz, Energiewende, Kreisverband Frankfurt/Main, Nachhaltigkeit

Angesichts dessen, dass Frankfurt heißeste Stadt Deutschland geworden ist, ist das nicht akzeptabel. Der Bebauungsplan Nr. 834 nebst Gutachten war vom 4.12.2019 bis 17.1.2020 im Stadtplanungsamt offengelegt. Der BUND Frankfurt hat dazu fristgerecht am 15.1.2020 eine Stellungnahme eingereicht. Danach wurden bereits 85 Bäume gefällt. Dies geschah aufgrund einer Fällgenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde, die, wie uns mitgeteilt wurde, unabhängig vom Bebauungsplan im Zusammenhang mit dem Abriss eines Gebäudes erteilt wurde.

Schönhof-Zaun-Poster: Blick auf den östlichen Bereich des Baugeländes mit vielen Bäumen (Foto: wrh)

Mit dem Bauprojekt „Südlich Rödelheimer Landstraße" - auf dem ehemaligen Siemens-Gelände - sollen auf 28,5 Hektar 2.500 Wohnungen entstehen. Vorhandene Gewerbebetriebe sollen erhalten bleiben. Auf der Internetseite des Stadtplanungsamtes wird mitgeteilt: „Nassauische Heimstätte und Instone Real Estate benennen ihren Teil des Plangebiets „Schönhofviertel". 30 % der Wohnfläche sollen für den geförderten Wohnungsbau vorgesehen werden. Im zentralen Teil des Plangebiets soll ein Bürgerpark zur „vielfältigen Erholungs- und Freizeitnutzung" auf etwa 2,1 Hektar angelegt werden.

Der BUND Frankfurt unterstützt das Vorhaben der Stadt, dieses innerstädtische Gelände endlich für den Bau dringend benötigter Wohnungen zu nutzen. Wir sind aber nicht damit einverstanden, dass dafür der gesamte Bestand an laut ausgelegtem Gutachten 470 als  „wertvoll" oder „erhaltenswert" klassifizierten Bäumen gefällt werden soll. Dies wird von der Stadt mit dem lapidaren Satz begründet: Andernfalls könne das Planungskonzept nicht durchgeführt werden. Das basiert auf einer fantasielosen Blockrandbebauung (siehe Abbildung unten). Die Alleebäume an der Rödelheimer Landstraße sind in der Zahl 470 nicht enthalten und sollen bewahrt werden.

„BAUEN MUSS VOM GRÜN HER GEDACHT WERDEN.“

Wenn die Verantwortlichen der Stadt es mit ihrem häufig zitierten Spruch „Bauen muss vom Grün her gedacht werden" ernst meinen, dann muss sich das in den Planungen niederschlagen. Südlich der Rödelheimer Landstraße müssten die Planer unseres Erachtens das Baumkataster und die Gebäudeplanung einfach mal übereinander legen. Dann könnten sie die Bebauungsränder so verschieben, dass wenigstens ein großer Teil der Bäume stehen bleiben können.

Da hilft es nicht, wenn darauf hingewiesen wird, dass ein Park mit vielen neu zu pflanzenden Bäumen angelegt wird. Bis solche Bäume die hohe Qualität „alter" Bäume hinsichtlich Klima-Wirkung, CO2-Verzehr und Fauna-Lebensraum erreichen, vergehen 10 bis 20 Jahre. Klimawandel ist aber heute.

Siehe auch Pressemeldung vom 31.01.2020.

In unserer Stellungnahme haben wir neben der Sicherung des Baumbestandes weitere Forderungen vorgetragen wie:

  • Erhalt des Gebäuderiegels Rödelheimer Landstr. 11, Umwidmung z. B. in ein Kulturzentrum.
  • Anbringung von Nistkästen für Mauersegler an den Fassaden.
  • Unterstützung nachhaltiger Mobilitätsformen und Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs sowie der Tiefgaragen.
  • Umsetzung der von der Stadt am 22.11.2019 beschlossenen Klimaallianz unter Aspekten wie Primärenergieverbrach, CO2-Bilanz, Nutzung von Abwärme und Regenwasser usw.

WIR WERDEN DAS PROJEKT WEITERHIN KRITISCH BEGLEITEN.

Kontakt: Wolf-Rüdiger Hansen - ruediger.hansen(at)bund-frankfurt.de


Schönhof-Bebauungsplan mit Blockrandbebauung (Quelle: Stadt Ffm)

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