Kreisverband Frankfurt

Pressemeldung: U4-Lückenschluss in Frankfurt - Sind € 78 Millionen Mehrkosten für den Gleisumweg über den Uni-Campus Westend zu rechtfertigen? Wir meinen: Nein.

02. März 2021 | Mobilität, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Lebensräume

U4-Lückenschluss zwischen Ffm-Bornheim und Ginnheim: U4-Tunnel-Varianten und die vom BUND vorgeschlagenen Straßenbahn über den Reuterweg – Kartengrundlage: geoinfo.frankfurt.de / Ergänzungen vom BUND  (WRH)

Mit dem Bau der kürzeren Gleisvariante könnte das eingesparte Budget in die Wiederbelebung der Straßenbahn vom Campus über den Reuterweg zum Hauptbahnhof umgelenkt werden.

Für die Wirtschaftlichkeitsanalyse muss jeder Indikator betrachtet werden: „Nutzen-Kosten-Indikator“, „generierte ÖPNV-Fahrten/Tag“ und „Veränderungen der Personenfahrten“.

Die Pressemeldung1 und den ausführlich begründeten Forderungskatalog2 des BUND Frankfurt finden sie unten als PDF zum Download. 

Der BUND Kreisverband Frankfurt befürwortet die vom Magistrat der Stadt Frankfurt vorangetriebene Umsetzung des U-Bahn-Lückenschlusses der D-Strecke zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim. Für den Norden der Stadt, den Uni-Campus Riedberg, die Bundesbank und den Uni-Campus Westend stellte diese neue Verbindung zum Hauptbahnhof eine signifikante Verbesserung des ÖPNV-Angebotes dar. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling präsentierte in der Pressekonferenz am 09.02.2021 die Ergebnisse der Untersuchung der Gleisvarianten unter verkehrlichen und wirtschaftlichen Aspekten. Alle Varianten weisen demzufolge einen Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) zwischen 1,5 und 3,2 auf und sind damit förderungswürdig.

Wir halten es jedoch für voreilig, dass sich Oesterling sofort mit großem Nachdruck für die Variante 3 – Kosten: € 240 Millionen - mit dem 2,5 Kilometer langen kurvigen Tunnel zum Campus Westend und der Station Adorno-Platz ausspricht. Die ziemlich geradlinige und um 1,5 Kilometer kürzere Tunnelvariante 1a kostete nämlich nur € 162 Millionen – einschließlich einer Station am Botanischen Garten, die ca. 500 Meter fußläufig vom Campus entfernt läge. Diese Variante würde € 78 Millionen weniger kosten - ein beachtliches Argument, selbst wenn man davon ausgeht, dass Bund und Land 90 % der Kosten finanzieren würden. Weiterhin würde der kürzere Tunnel einen entsprechend geringeren Betoneinsatz erfordern, was der Klimabilanz der Stadt zugutekäme.

Die detaillierten Wirtschaftlichkeitsindikatoren sprechen in Summe für die kurze Tunnelvariante.

1: Pressemeldung zum U4-Lückenschluss: PDF
2: Forderungskatalog zum U4-Lückenschluss Version 2.1. vom 01.02.2021 (10 Seiten).
Jetzt mit einer Tabelle der Wirtschaftlichkeitsindikatoren auf Seite 10: PDF

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