Kreisverband Frankfurt

BUND-Aktion: "Bodenschutz statt Betonschmutz"

11. Dezember 2020 | Kreisverband Frankfurt/Main, Lebensräume, Nachhaltigkeit, Naturschutz, OV-Nord

Bericht zur BUND-Fotoaktion "Bodenschutz statt Betonschmutz"

Flur im Frankfurter Nordwesten bei Nieder-Eschbach: Hier soll ein weiteres Gewerbegebiet entstehen  (BUND/WR Hansen)

Die Bundesregierung will bis 2050 die „Netto-Null-Versiegelung“ erreichen - also die Flächenkreislaufwirtschaft. Das bedeutet, dass Neuversiegelungen nur noch dann vorgenommen werden sollen, wenn in gleichem Maße andere Flächen wieder entsiegelt werden.

Obwohl ursprünglich beabsichtigt war, in diesem Jahr die Neuversiegelung in Deutschland auf 30 Hektar pro Tag zu senken, stehen wir noch bei 56 Hektar. Das 30-Hektar-Ziel wurde auf 2030 verschoben, die Netto-Null-Versiegelung steht in weiter Ferne. 

Im Rahmen der Aktion des BUND Rheinland-Pfalz zum Weltbodentag am 5.12.2020 haben sich hunderte Bürger auf Fluren und Äcker gestellt und das Protestschild „Bodenschutz statt Betonschmutz“ in die Kameras gehalten. Die daraus entstandene eindrucksvolle Fotogalerie ist nun auf diesem Block einsehbar:

www.lumbricus.world 

Die Bürger weisen damit eindringlich daraufhin, dass wir Böden brauchen wie die Luft zum Atmen. Die kaum nachlassende Versiegelung setzt den Böden jedoch drastisch zu und ist eine Bedrohung für unser Leben und das zukünftiger Generationen. Landwirtschaft und Lebensräume für Flora und Fauna sowie Kaltluftentstehungsflächen gehen verloren, die Wasserversickerung wird gestoppt, vermehrte Starkregenfälle führen zu Überschwemmungen und die Grundwasserzuführung wird reduziert. 

Wie wertvoll der Boden ist, vermittelt ein Gedanke an das reichhaltige Leben unter der Erde. In einem Kubikmeter gesunden Oberbodens leben mehr Organismen, als es Menschen auf der Erde gibt. Wenn auf einer intakten Weide zwanzig Rinder grasen, die zehn bis fünfzehn Tonnen wiegen, dann sorgen in und unter der grünen Pflanzendecke gut 250 Tonnen Bodenorganismen dafür, dass Pflanzen, Rinder und Menschen auf der Oberfläche satt werden. (aus Florian Schwinn: Rettet den Boden, Westendverlag 2019.) Wenn Böden versiegelt werden, dann sterben diese Organismen unwiderruflich.

Rüdiger Hansen

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