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Wohngebiet im Gallus

07. Mai 2011, Frankfurt: Die BUND Hochschulgruppe und der BUND Ortsverband Süd legen gemeinsam mit dem Verein Kinder im Zentrum –Gallus (Kiz) e.V. eine Wildblumenwiese an der Schneidhainer Straße im Gallus an.

Ihrer Liebe zu ihrem Wohngebiet im Gallus haben die MitarbeiterInnen des Kiz e.V. in den letzten Jahren bereits häufig Ausdruck verliehen.:

Um die Grünflächen an der Straße für die Kinder, Anwohner und Besucher attraktiver zu machen erhielt der Spielplatz ein ganz neues Gesicht und regelmäßige gemeinsame Feste auf dem Grünstreifen zwischen den Häuserblöcken fördern seither das MiteinanderAllerdings fehlte doch noch eines:

Der triste Grünstreifen bedurfte unbedingt einer Verschönerung - nicht nur für die Menschen, sondern vor allem auch für Insekten und kleine Tiere. Am Ende der Überlegungen stand fest: Eine artenreichen Wildblumenwiese muss her! Gemeinsam mit den Experten vom BUND. Schließlich beweist das Blütenmeer der Blumenwiesen, die der BUND Ortsverband Süd in Frankfurt-Sachsenhausen angelegt hat, dass ein artenarmer Vielschnittrasen nicht zum Stadtbild gehören muss – und auch den Pflegeaufwand für die Fläche verringern kann.

Bevor wir allerdings mit den schönen Einsaat- und Pflanzarbeiten beginnen konnten, hieß es zunächst einmal:

Ran an den Spaten! Allerdings war das leichter gesagt als getan, besteht doch städtischer Boden meist nicht aus weicher, leicht zu bearbeitender Gartenerde sondern vor allem aus Bauschutt und anderen Materialien mit nur geringem Anteil Muttererde. Entsprechend schwierig war es, den Boden vorzubereiten. Nach einigen Stunden mit etwa 15 eifrigen, Spaten schwingenden Freiwilligen hatten wir jedoch eine für eine Einsaat ausreichend große Fläche umgegraben und konnten nun mit der Aussaat beginnen.

 Die Saatgutmischung mit dem schönen Namen „Wiesentraum“, hergestellt in der Region Darmstadt, enthält ausschließlich Saatgut von wildwachsenden Pflanzen aus der Region, das nicht züchterisch behandelt wurde. Die ungeheure Vielfalt von Wildpflanzen bildet einen wesentlichen Teil der Biodiversität und des ökologischen Gleichgewichts um uns herum. Schmetterlinge, Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und viele andere Insektenarten und Tiere sind nicht nur auf die Erhaltung, sondern auch auf die Schaffung von Flächen mit artenreichen Wildpflanzenbeständen angewiesen.  

Aktuelle Entwicklung

Die Umwandlung eines artenarmen Vielschnittrasens in eine arten- und strukturreiche Wildblumenwiese braucht Zeit und erfordert Geduld. Unser neu angelegtes Wiesenstück entwickelte sich nicht so recht. Die benachbarten Robinien reagierten auf die Beschädigung ihrer Wurzeln bei unseren Arbeiten mit einer großen Schar von Nachkommen.

So prägten junge Robinienschösslinge, Ampfer und Einjährige unsere zukünftige Wiese. Ein neuer Arbeitseinsatz im Herbst 2011 war nötig, bei welchem wir die Robinien und überzählige Einjährige entfernten.

Doch konnte dies auch nur eine kurzfristige Lösung bedeuten und es wurde beschlossen, das Grünflächenamt zu bitten, die restliche Rasen-Fläche maschinell für eine Neueinsaat vorzubereiten.

Dies geschah und im Frühsommer 2012 säten wir abermals ein. Wir warten gespannt, welche Pflanzen mit dem Frühling heranwachsen und wie sich unsere Wiese im Jahresgang 2013 entwickeln wird.

Folglich war die Erwartung im Frühsommer 2013 hoch, doch der erste Besuch der Wiese hinterließ ein Gefühl der Resignation. Leider wurde die Wiese viel zu früh gemäht, so dass viele Wiesenarten noch gar nicht aufwachsen, geschweige denn zur Blüte gelangen konnten. So konnte man auf den ersten Blick fast keine Unterschiede zwischen unserer zu entwickelnden Blumenwiese und den angrenzenden Standardrasenflächen wahrnehmen.

Beim genaueren Hinsehen erkannte man kleine Blättchen von Wiesen-Knautie oder Wiesen-Margerite, doch war zu befürchten, dass auch diese infolge der üblichen Rasenpflege nicht zu ihrer vollen Größe heranwachsen würden. Nun, im Juli 2013, wartete die Fläche mit einer kleinen Überraschung auf uns: im dicken Filz zwischen Ampfer, Acker-Kratzdistel und vielen Gräsern reckten sich Wiesen-Storchschnabel, Färberkamille und Wiesen-Flockenblume empor. Nur der hintere Teil der Wiese entlang der Hecke wurde erneut gemäht.

Dieser Bereich wird stark vom Schattenwurf der Sträucher und der umgebenden Robinien beeinflusst, was wiederum Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Arten in der Wiese hat. Hier fühlen sich Ampfer, Acker-Kratzdistel und die Robinienschösslinge wohl, während die übrigen Arten in diesem Bereich wenig konkurrenzkräftig sind.

Eine getrennte Pflege beider Bereich erscheint daher sinnvoll, vor allem auch, um langfristig den Ampfer zu reduzieren. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ist das Ziel „Blumenwiese“ wieder ein bisschen näher gerückt. 

Kontakt

Dr. Katrin Jurisch


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Zum Download

Flyer Blumenwiese im Gallus