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Ostern im April 2025

Liebe BUND-Freundinnen und -Freunde, liebe Mitglieder,

der Frühling ist da und mit ihm Blüten, Knospen, Sonnentage, Vogelgesang und natürlich der Osterhase, der Legende nach der Bote der Germanischen Frühlingsgöttin Ostara. Menschen fahren wieder (noch) mehr Fahrrad oder gehen achtsam wandern und spazieren "an der frischen Luft". Gleich zwei tolle Natur-Wanderungen können wir in den nächsten Wochen anbieten: die alljährliche Botanische Wanderung – mit dem Blick fürs Detail – durch den Frankfurter Oberwald mit unserem Vorstand und Experten Dr. John Dippell, als auch eine Klimawanderung mit Skyline-Blick Anfang Mai mit Rüdiger Hansen und viel Wissen zu Frankfurter Natur, Klima und Wasserschutz. Außerdem geht es um unsere Biodiversitäts-Botschafterin, die Biene, und Tipps für schöne Ferientage. Wir wünschen fröhliche Ostern und viel Spaß "da draußen"!

Mit herzlichen Naturschutzgrüßen
Ihr Team vom BUND Kreisverband Frankfurt



Foto: © pixabay

 
Aktuelles
Editorial: Lebewesen im Dialog

Wenn wir gerade jetzt aufmerksam um uns schauen, entdecken wir Arten des Lebendigseins mit denen wir in einem fragilen Gleichgewicht koexistieren. Honigbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Käfer "machen also durch Bestäubung das, was wir Frühling nennen, als wäre es ein Geschenk des Universums", wie Philosoph Baptiste Morizot feststellt, wenn er Bestäubenden in unserem sozialen und Öko-System eine Form von politischem Handeln zuspricht. 80 % aller Pflanzenarten in Europa sind sogar auf Bestäubung angewiesen. Unsere Mitbewohnenden auf der Erde machen also einen guten Job.
Das Überleben von Bienen oder Hummeln in einer Umgebung von Urbanisierung, Flächenversiegelungen, Pestiziden, Monokulturen und Klimawandel zu ermöglichen, ist eine Frage des Verständnisses von geteiltem Lebensraum, das sich längst nicht nur auf Menschen und ihre Haus- und Nutztiere erstrecken darf. Wenn wir Bestäuberinsekten unterstützen, retten wir nicht nur Spezies, sondern vielschichtige Beziehungen von denen wir nur ein Teil sind. Morizot fordert uns auf, neue Wege des Zusammenlebens zu erkunden, dazu gehören zum Beispiel das Abschalten von Gartenbeleuchtung, Blumen für Wildbienen zu pflanzen, auf chemische Spritzmittel zu verzichten oder einfach mal Platz zu machen, damit Leben leben kann, ohne dass wir es auf Schritt und Tritt einschränken. Als die Hummel gerade in mein Fotomotiv geflogen ist, hat sie Raum beansprucht. Ich habe ihn ihr gegeben.

Text und Foto: © Simone Kiefer 
Arten des Lebendigseins,
Baptiste Morizot, Verlag Matthes & Seitz Berlin

Ausstellung in Wiesbaden: Honiggelb – Die Biene in der Kunst

Das Museum Wiesbaden zeigt vom 7. März bis 22. Juni 2025 die Ausstellung "Honiggelb – Die Biene in der Kunst". Damit gibt das Museum dem Inbegriff für Biodiversität eine Bühne und verankert ein Lebewesen der Natur fest in der Kulturlandschaft des Menschen. Von der Renaissance bis in die Gegenwart wird in acht Kapiteln erzählt, wie sich die Biene als Symbol, Sinnbild oder verbindendes Element in Mythen und Kunst in unsere gemeinsame Weltgeschichte eingeschrieben hat, die nicht mehr getrennt wird in Kultur und Natur.

Honiggelb Ausstellung

Museum Wiesbaden
Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur
Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
Besuch planen

Text: Simone Kiefer

Klimawanderung zwischen Taunusrücken und Skyline-Blick im Frankfurter Nordwesten

Vom Wasserwerk Praunheim 2 über die Taunushänge nach Niederursel.

Über Streuobstwiesen, alte Lehmgrube, Steinbachaue, Wasserschutzgebiet, Kaltluftent­stehungsgebiete und die Urselbach-Aue nach Niederursel (ca. 6 km)

Termin: Samstag 10. Mai 2025 - 14:00 bis ca. 17:00 Uhr
Durchführung in Kooperation mit Brücke 71 e.V. Nordweststadt.

Diese Wanderung führt über Naturflächen und Felder am Nordwestrand der Metropole ­– am Fuß des Taunushangs. Sie vermittelt einen gefühlvollen Einblick in Natur, Klima, Wasserschutz, Kaltluftentstehung und Hitzeresilienz sowie Stadt- und Verkehrsplanung. Während des Aufenthaltes in der Natur werden solche Informationen viel leichter aufgenommen als durch Saalvorträge oder Textlektüre. Selbst Menschen, die in angrenzenden Stadtteilen wohnen, äußerten immer wieder erstaunt, sie hätten die Natur an ihrem Stadtrand so noch nicht wahrgenommen. In den letzten beiden Jahren haben sich über 150 Menschen dieser Tour angeschlossen. Eine schöne Bestätigung für dieses Konzept.

Weitere Infos und Treffpunkt hier zum Download.

Foto: Blick vom urwüchsigen Lerchenfeld über den Grünzug am Taunushang auf die Skyline.
© WR Hansen

Moos anstatt vermooster Rasen?!

Der Rasen ist immer noch ein Klassiker in deutschen Gärten. Jetzt beginnt wieder die Zeit der arbeitsreichen Rasenpflege im Garten: das Moos entfernen, den Rasen vertikutieren, Rasen neu einsähen, anschließend gut wässern, einige Zeit nicht betreten und diesen Vorgang mehrfach wiederholen. Zudem muss regelmäßig gemäht und gewässert werden.

Wenn Sie einen immer wieder vermoosten Rasen haben, liegt der Rasen vermutlich im (Halb)Schatten. Und der wird besonders gern von Moosen bewachsen. Warum also nicht lieber den Rasen entfernen und das Moos wachsen lassen?!

Denn Moose sind robust, bilden einen dichten Teppich ohne Löcher und sind – vorausgesetzt sie trocknen nicht aus ­– in allen Jahreszeiten schön grün. Trocknet Moos aber komplett aus, wird es im Gegensatz zum Rasen wie durch ein Wunder durch Regen wiedererweckt.

 

Ein schöner Nebeneffekt der Moose ist, dass sie wie natürliche Klimaanlagen wirken und damit das Klima im Garten verbessern. Moos ist winterhart, aber wie bei anderen Bodendeckern auch sollten die Pflanzen in Herbst und Winter nicht unter einer Laubdecke verschwinden. Hier muss vorsichtig Laub entfernt werden, denn die Feuchtigkeit unter den Blättern würde die Pflanzen zum Faulen bringen.

Welche Moosarten für den Garten geeignet sind und wie man kreative Moosgärten gestalten kann, wird in dem Buch "Der Moosgarten" ausführlich erklärt. Dabei greift der Autor Michael Altmoos die japanische Tradition auf, Moos als Bodendecker zu verwenden.

Text: Carolin Greven 
Bild links: © freepik, Bild rechts: © Pala Verlag

 

07.04. Jahresmitgliederversammlung des BUND Kreisverbands Frankfurt 19:00 Uhr

08.04. (Online-)Vortrag: Keine Angst vor Wespen und Hornissen! - Arten, Schutz, Vorbeugung 18:30 Uhr

18.04. Botanische Wanderung (ca.10 km) durch den Frankfurter Oberwald 10:00 Uhr

22.04. (Online-)Vortrag: Tropische Vielfalt: Was geht uns der Regenwald an? 19:00 Uhr

29.04. (Online-)Vortrag: Wie helfen wir dem Igel? - Lebensweise, Gefahren, Tipps
19:00 Uhr

10.05. Klimawanderung im Frankfurter Nordwesten 14:00 Uhr

Mehr Termine

Wiederkehrende Termine

► Die Sitzungen des OV SÜDWEST finden jeden 2. Donnerstag im Monat um 18 Uhr statt. Die nächste Sitzung ist am 10.04.25 in Schwanheim im Katholischen Pfarrheim St. Mauritius, Mauritiusstr. 14.

► Die Sitzungen der Ortsgruppe NORD finden unregelmäßig statt und werden auf unserer Terminseite bekanntgegeben. 

► Die Treffen der BUNDjugend Frankfurt finden jeden 1. und 3. Dienstag des Monats um 17:30 Uhr statt. Das nächste Mal trifft sich die BUNDjugend am 15.04.25 im Repair Café, Altes Schützenhüttengäßchen 4, 60599 Frankfurt-Sachsenhausen. Du bist herzlich eingeladen!

► Die Sitzungen des OV Ost finden jeden 3. Montag im Monat statt. Die nächste Sitzung ist ausnahmsweise am Dienstag nach Ostern, 22.04.2025 um 19:30 Uhr, Ort wird auf der Terminseite bekannt gegeben. 

► Die Sitzungen des OV West finden jeden 3. Donnerstag im Monat um 19:30 Uhr (außer Schulferien) statt. Das nächste Treffen ist am 17.04.2025 im Katholischen Gemeindezentrum in der Schleifergasse 2-4, Frankfurt-Höchst.

 

Rückblick
Neuer Stadtteil der Quartiere: Die Grüngürtel-Planer hätten das so nicht gewollt

Bericht über den Informationsabend zum Neuen Stadtteil an der A5 am 28. März 2025 veranstaltet vom BUND Frankfurt zusammen mit Brücke 71 e.V.

Über 160 Bürgerinnen und Bürger sowie eine Reihe von Lokalpolitikern fanden sich zu diesem Info-Abend im Tassilo-Sittmann-Haus in der Nordweststadt ein, dem Sitz des Quartiersmanagements, benannt nach dem Architekten der „Gartenstadt“ Nordweststadt. Katja Klenner, Ortsvorsteherin, und Jan Goßmann, Vorsitzender von Brücke 71 e.V., sprachen Grußworte.

Die „Vision offener Grünräume“ der Grüngürtel-Planungsgruppe von 1990/91 war der Ausgangspunkt des Hauptvortrags von Wolf-Rüdiger Hansen vom BUND Frankfurt. Die Abbildung zeigt die zartgrün colorierten Flächen des Grüngürtels und die sich zur Region hin anschließenden hellbraunen „Grünzüge“. Dies ist eine besondere Karte, weil sie sich über die Stadtgrenzen hinaus bis ins Umland erstreckt, ohne dass die Umland-Kommunen befürchten mussten, Frankfurt wolle ihre Gemarkungen beplanen. Natur kennt keine politischen Grenzen. Die offenen Grünzüge dienen der Klimatisierung der Stadt und dem freien Übergang von Tieren und Menschen zwischen Stadt, Grüngürtel und umgebendem Grünland. Die Grüngürtelplaner wollten die Grünzüge auch in die Grüngürtelverfassung aufnehmen lassen, was ihnen leider nicht gelungen ist.

Die Grünzüge finden sich auch im aktuellen „Arten- und Biotopschutzkonzept (ABSK)“ sowie im „Klimaplanatlas“ der Stadt Frankfurt wieder. Die „Klimakarten“ sind besonders für den nordwestlichen Rand der Stadt Frankfurt bedeutsam, denn sie zeigen die hellblau markierten Kaltluftentstehungsflächen auf den zur Nidda abfallenden Grünzügen. Die hier in tropischen Nächten entstehende Kaltluft ist ein wichtiges Phänomen für die sommerliche Kühlung der nordwestlichen Vororte, so für die Nordweststadt, Heddernheim und Praunheim. Schon die Umweltdezernentin Rosemarie Heilig wies darauf hin, dass die Zahl tropischer Nächte getrieben durch die Klimaerwärmung stetig zunimmt. Die Grünzüge sind weiterhin im Regionalen Flächennutzungsplan enthalten, dem Basisdokument der regionalen Bauleitplanung, für die die Regionalversammlung – nicht Frankfurt (!) - verantwortlich ist. Die Markierung der Grünzüge dient hier dem Schutz vor Bebauung.

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Vortrag als PDF zum Download​​​​​​​

Abbildung: Ausschnitt aus der Karte „Grüngürtel Frankfurt: Vision offener Grünräume“ im Ergebnisbericht Grüngürtel Planung 1991 (Seite 6), herausgegeben vom damaligen Umweltdezernenten Tom Koenigs, Stadt Frankfurt am Main (280 Seiten). Darin auch das Kapitel 5.1: Entwurf der Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung mit der Grüngürtel-Verfassung.

Text: WR Hansen

Kindergruppe Nord: Amphibien Treffen

Am 8. März haben wir das Thema Amphibien gewidmet. Leider sind viele Amphibienarten in Deutschland bedroht, und ihr Lebensraum schwindet. Umso wichtiger ist es, sie zu schützen. Viele der Kinder konnten bei dem Quiz die Namen der Arten zu den Fotos schon richtig zuordnen. So haben Kröten meist sichelförmige Pupillen, Frösche runde und manche Unken, wie die Gelbbauchunke, sogar herzchenförmige. Schon faszinierend, dass aus einer Kaulquappe mit Kiemen ein Landlebewesen mit vier Beinen wird. Die erwachsenen Tiere – außer dem Seefrosch und den Molchen – verbringen die meiste Zeit an Land. Im Frühling kehren sie aus dem Wald zu ihren Laichgewässern zurück, um sich zu paaren und die Eier abzulegen. Doch auf dem Weg sind sie auf unsere Hilfe angewiesen, um trotz Straßen, Wege und Schienen sicher anzukommen. Bei den Erdkröten krallt sich das Männchen direkt ein passendes Weibchen und wird von diesem dann auf dem Rücken zum Wasser getragen. Auf dem Weg zum Schollenfeld am alten Flugplatz haben wir dann ein Erdkröten-Wettrennen veranstaltet – teils Huckepack oder mit Händen auf den Schultern der Partner.

Kescher und Lupen durften natürlich auch nicht fehlen. Leider hängt der Zeitpunkt der Amphibienwanderung stark von der Witterung ab, und wir konnten noch keine Frösche und Kröten entdecken. Das gemeinsame Suchen hat trotzdem Spaß gemacht, und wir haben andere Wasserorganismen wie den Wasserskorpion, die Wasserassel und verschiedene Schneckenarten (Posthornschnecke, Spitzschlammschnecke etc.) gefunden.

Wenn es noch ein bisschen wärmer wird, möchten die Kinder auf jeden Fall noch einmal auf Froschsuche gehen!

Text: Mara Kroos  Fotos: © Kerstin Hedrich

Service
Vegan Restaurant 269 in Frankfurt

Restaurant-Tipp: Lecker vegan essen im 269

Am Wochenende waren wir spontan im Restaurant 269 – Two Six Nine im Frankfurter Westend. Untertitel: "food made with love". Und genau so war es dann auch: eine sehr freundliche Mitarbeiterin brachte uns die Karten an einen gemütlichen Tisch. Wir hatten uns zwei vegane Schnitzel mit Kartoffelpüree und Salat, den Superfood-Salat und gebackenen Blumenkohl zusammen geteilt. Es war einfach nur köstlich. Frisch und saftig, gut gewürzt und sehr gut abgestimmt, optisch wie geschmacklich. Die Auswahl der Gerichte inspiriert sich an internationaler Küche und den Anspruch des Restaurants zitieren wir einfach: Nicht nur köstliche Geschmackserlebnisse, sondern gleichzeitig ein Genuss, der nicht auf Kosten der Tiere, Menschen und Umwelt beruht, ist garantiert.

Öffnungszeiten: täglich 12:00 – 23:00 
Mendelssohnstrasse 44, 60325 Frankfurt a.M.
https://269frankfurt.de

Text und Foto: © Simone Kiefer  

Kunst und Natur in der Küche

Kreativküche – Ostereier färben und bemalen

Ostereier kann man ganz prima mit natürlichen Farben kolorieren: man stellt einen Sud her aus jeweils Rote Beete für Rot, Kurkuma für Gelb, Spinat und Brennesseln für Grün oder Heidelbeeren und Rotkohlblätter für Blau. Nach 15 Minuten nehmt ihr die Pflanzen und Früchte heraus und legt die Eier hinein. Wenn die Eier gerade hartgekocht wurden und noch warm sind, nehmen sie die Farben meist am besten an. Schöne Motive lassen sich zudem mit dem Pinsel aufmalen. Dazu könnt ihr euch eine Aquarellpalette basteln und Lebensmittelfarben kaufen (im Set zum Beispiel 8 Farben à 28 g), ein Eierkarton dient als Stativ. Die Blumen, Tiere oder andere Dekorationen könnt ihr in Schichten auftragen: zuerst die flächigen Farben etwas verdünnt in der Konzentration aufmalen und nach dem ersten Trocknen die Konturen oder Details mit weniger verdünnter Farbe zeichnen. Viel Spaß und guten Appetit!

Text: Simone Kiefer  Foto: © cottonbro studio, pexels

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