Projekt 6: Öffentlichkeitsarbeit

Vom 18. März bis 20. März 2016 fand im Palmengarten Frankfurt die Verkaufsausstellung "Grüne Börse" mit Pflanzenraritäten aus aller Welt statt. Der BUND Kreisverband Frankfurt beteiligte sich auch in diesem Jahr an der vom Netzwerk BioFrankfurt getragenen Sonderveranstaltung, die die Ausstellung begleitet. Der Themenschwerpunkt des Jahres 2016 lautete: "[g]artenvielfalt bewegt".

„Eigene Wege zum Wildbienenschutz“ war das Motto des BUND, der durch seine Ausstellung Begeisterung für die Welt der Wildbienen wecken und zeigen wollte, wie jeder Einzelne durch bienenfreundliche Wildpflanzen und geeignete Nisthilfen einen kleinen, sehr persönlichen Beitrag zum Naturschutz leisten kann.

Wildbienen möchten sich vermehren und sich und ihre Nachkommen ernähren. Etwa 47 % der pollensammelnden Bienenarten sind auf bestimmte Pflanzengattungen bzw. -familien spezialisiert. Kommen diese Pflanzen im engeren Umkreis der Nistplätze nicht mehr vor, kann sich die Biene nicht vermehren und verschwindet.

Und nicht nur Bienen haben sich auf Pflanzen spezialisiert, sondern auch Pflanzen auf Bienen. Die Blüte mancher Pflanzen ist so konstruiert, dass nur bestimmte Bienenarten an Nektar und Pollen gelangen. Wenn die Biene verschwunden ist, kann sich auch die Pflanze nicht vermehren.

Die besondere Beziehung zwischen Bienen und Blüten wurde durch das Bienenrätsel verdeutlicht. Hier sollten die Schildchen mit Namen der Platterbsen-Mörtelbiene, der Glockenblumen-Scherenbiene, der Efeu-Seidenbiene und sechs weiteren Bienenarten dem jeweiligen Bild zugeordnet werden. Das Rätsel stellte nicht geringe Anforderungen an die Standbesucher. Belohnung für die richtige Zuordnung war ein Samentütchen für einen Schmetterlings- und Wildbienensaum.

Das Banner im Hintergrund des BUND-Standes zeigte eine Gartenhummel (Bombus hortorum), die wegen ihres langes Rüssels in der Lage ist, an den Nektar ganz bestimmter Pflanzenarten zu gelangen und diese zu bestäuben. Der Bestand der acht in Deutschland vorkommenden langrüsseligen Hummelarten ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen.

Die Vielfalt der Wildbienenarten wurde durch ein Poster illustriert. Viele Menschen assoziieren mit „Biene“ die Honigbiene und sind sich der Bedeutung von Wildbienen nicht bewusst. Neuere Untersuchungen zeigen, dass Wildbienen effizientere Bestäuber als Honigbienen sind, z. T. auch wegen ihrer Spezialisierung. Auf dem Poster war auch die Lösung zur Verlosungsfrage des Veranstalters zu finden.

Für Bienen wertvolle einheimische Wildpflanzen komplettierten das Bild. Wegen der kühlen Witterung war es fraglich, ob die Pflanzen rechtzeitig blühen würden, aber das Glück war uns hold: Pünktlich zum Veranstaltungstermin blühten Scharbockskraut, Schlüsselblumen, Blausternchen, Traubenhyazinthe, Veilchen und Lungenkraut.

Attraktion und Anziehungspunkt des Standes waren die Nisthilfen. Gezeigt wurden geeignete Nisthilfen für unterschiedliche Nistorte. So müssen die markhaltigen Stängel aufrecht stehen, damit die dort nistenden Bienen sie annehmen. Auch für bodennistende Bienen war etwas dabei, denn hier nistet die Mehrzahl der Bienenarten. Highlight waren die kreativ gestalteten Nisthilfen für in vorhandenen Hohlräumen nistende Bienen. Außerdem wurde demonstriert, wie ein ungeeigneter Lochziegel bienengerecht „gepimpt“ werden kann.

Viele Standbesucher wollten auch gerne privat selbst zur Tat schreiten und waren an einer auf ihre (Garten-) Verhältnisse zugeschnittenen Beratung interessiert. Hier konnten die engagierten Standbetreuer des BUND mit praxisnahen Tipps zu Nisthilfen und Pflanzenauswahl oftmals weiter helfen.

Wer sich darüber hinaus über Wildbienen und Wildbienenschutz informieren wollte, wurde unter den Broschüren und Büchern fündig. In dem Heft „Nisthilfen für Wildbienen und Wespen“ waren konkrete Tipps zu finden, weswegen sich das Heft zum Verkaufsrenner entwickelte. Wer das Heft jetzt noch kaufen möchte: Der Link zur Bezugsquelle ist oben rechts zu finden.

Ein Teil der ausgestellten Nisthilfen