Projekt 4: Das Wildbienenprojekt an der ERS II

An der Ernst-Reuter-Schule II gibt es einen Wahlpflichtkurs Naturschutz, dessen Arbeit wir vorstellen möchten. Da die Akteure minderjährig sind, können wir aus Datenschutzgründen nur Bilder von „kopflosen“ Kurs-Mitgliedern zeigen. Christine Pfeffer betreut das Projekt; ihre Projektbeschreibung wird im Folgenden zitiert.

Zur Vorgeschichte: Im Jahr 2010 haben behinderte und nicht behinderte Schüler der Klasse 9 im Rahmen der Projektprüfung zur Erlangung des Hauptschulabschlusses zusammen ein Insektenhotel geplant und gebaut.

„Dieses wurde mehr oder weniger - eher weniger - gut von den Insekten angenommen. Daraufhin kam im Wahlpflichtkurs „Spurensucher“ mit Themenschwerpunkt Naturschutz 2014 die Frage auf, weswegen denn so wenige Insekten das Haus besiedeln. Dies wiederum führte nach intensiven Recherchen dazu, dass die Schüler im Kurs feststellten, dass das Insektenhotel leider falsch geplant und gebaut worden war:

In den viel zu großen Löchern der Ziegel und Kalksandsteine können gar keine Bienen nisten, das Holz war falsch gebohrt und andere Bauelemente sorgten eher für die Feinde der Bienen, als für die Bienen selbst.

Daher planten die Schüler nun nach weiterer Recherche den Umbau des Insektenhauses und die Neuanlage von weiteren Strukturen für Insekten, die andere Lebensräume besiedeln, wie z.B. eine Lehmsteilwand, ein Sandbeet und Nistmöglichkeiten für Besiedler von Totholz.

Beim Umbau des Insektenhauses wurden die zu großen Löcher mit verschiedenen Bambus- und Schilfhalmen (die an einem Ende geschlossen sein müssen) gefüllt. Es wurden Tonziegel von den Schülern gestaltet, in deren Löchern verschiedene Bienenarten nisten können und Hölzer mit richtigen Bohrungen (nicht im Stirnholz) wurden eingesetzt. Außerdem wurde eine Schutztür gegen Vögel angebracht.

 

Großes Interesse bestand auch bei den Schülern, mal einen Einblick in das Nest der Bienen zu bekommen. Daher installierten wir am Insektenhaus einen Beobachtungskasten. In diesen zogen auch gleich nach dem Anbringen die ersten Bewohner ein und die Schüler konnten sowohl den Polleneintrag der Gehörnten Mauerbiene, als auch den Eintrag von Raupen durch Mauerlehmwespen beobachten und dokumentieren.

Für die nächsten Jahre sind geplant:

•    Weitere verschiedene Nistmöglichkeiten
•    Trockenmauer
•    Strukturiertes Gelände mit verschiedenen Blütenpflanzen
•    Großflächige Einzäunung gegen Kaninchen
•    Infotafeln über Vorkommen, Nahrung und Lebensweise der Bienen
•    Barfußpfad als Naturerlebnis“


Das Projekt ist nach unserer Ansicht in mehrerlei Hinsicht vorbildlich:

1.    Es wird aktiver Naturschutz vor Ort betrieben.

2.    Die durchgeführten Aktionen werden einer kritischen Revision unterzogen. Wenn der gewünschte Erfolg nicht eintritt, wird nach Fehlerursachen geforscht. Verbesserungsmöglichkeiten werden gesucht und umgesetzt.

3.    Das Projekt ist auf Langfristigkeit angelegt, kontinuierliche Erweiterungen sind geplant.

Gerne berichten wir an dieser Stelle über weitere Aktivitäten des Wahlpflichtkurses und freuen uns jetzt schon auf den fertigen Wildbienen-Lehrpfad!



Tonziegel formen und fertig
Beobachtungskasten
Abstechen der Steilwand und Vorbereiten des Sandbeets
Fertiges Sandbeet und eine Schülerzeichnung
Von Schülern gestaltete Hinweisschilder
Blumenwiese in spe mit Kaninchenschutz
Suche