Die Nidda

Südlich von Bad Vilbel fließt die Nidda ausschließlich durch das Stadtgebiet von Frankfurt. Hier sind es dann besonders die Altarme, die die Rudimente einer einstmals intakten Auenlandschaft trotzdem noch wertvoll machen.

Gleich bei Harheim gibt es eine Riedfläche, die die Stadt noch als Naturschutzgebiet ausweisen wird, da sie weniger als fünf Hektar groß ist. Über fünf Hektar würde das Genehmigungsverfahren über das Regierungspräsidium Darmstadt gehen, und entsprechend länger dauern. Dennoch gibt es im Harheimer Ried Probleme  mit Sickerwasser aus den direkt angrenzenden Bad Vilbeler Gemüsefeldern.

Eine der größten Renaturierungsmaßnahmen war die im Berkersheimer Bogen. Hier hat das Stadtentwässerungsamt das Flußbett abgeflacht und erweitert. Es entstand ein wichtiger Retentionsraum für abflußstarke Phasen. Es wurde ein Auenwald angepflanzt, aber darüber hinaus wurden hier nur wenige Pflanzen eingesetzt, denn man wollte die natürliche Sukzession beobachten.

Drei Kilometer flussabwärts sollen die Altarme bei Bonames wieder an den Fluß angebunden werden. Hier mündet auch der Kalbach in einen Altarm und westlich davon liegt der ehemalige US-Hubschrauberlandeplatz. Diese Beton-Landebahn wurde in den letzten Jahren aufgebrochen und es hat sich hier innerhalb des Frankfurter GrünGürtels eine sehr eigene Landschaft gebildet. Dies ist z.B. für den Steinschmätzer ideal, und der Naturschützer und Einzelkämpfer Ingolf Grabow hat da maßgebend dazu beigetragen. Durch die teilweise Vernässung des Areals ist hier ein zusätzlicher Lebensraum für Amphibien entstanden.

Flußabwärts liegt das Naturschutzgebiet "Riedwiese", in dem die seltene Beutelmeise seit einigen Jahren wieder brütet. Auch hier sollen die folgenden Altarme wieder an das Flussbett angeschlossen und die Mündung des Urselbaches naturnah zurückgebaut werden.

Hinter der Autobahn 66 kommt der erste Teil der Wehrstudie, die die WRRL der EU vorschreibt, zum Tragen. Denn die drei untersten Wehre von Rödelheim, Sossenheim und Höchst werden in den nächsten Jahren abgebaut und jeweils durch eine "Rauhe Rampe" und ein Umleitungsgerinne ersetzt. Dazu gehörige Flutmulden dienen dann überwiegend der Hochwasser-Rückhaltung und als Biotop für Teile der Gewässer-Fauna. Mit diesen Maßnahmen können dann Fische wieder durchgehend bis zum Quellbereich gelangen. Wir hoffen, daß diese Maßnahmen in etwa zehn Jahren greifen.

Während der Westerbach bei Frankfurt-Rödelheim in seinem steilen Beton-Profil noch in einem katastrophalen Zustand ist, ist der Sulzbach schon weitgehend renaturiert, und sogar Bachforellen haben darin längst wieder ihren angestammten Lebensraum gefunden.

Dazwischen liegt das letzte Auwald-Relikt von Frankfurt: der Niedwald. Eine kleine künstliche Insel an der Alten Brücke in Nied strukturiert das kanal-ähnliche Aussehen des Flusses wenigstens ein bischen. Die südwestlich angrenzende "Wörthspitze" mit ihren großen Wiesen ist bereits Überschwemmungsgebiet von Main und Nidda. An den drei festliegenden Schiffen, den "Klongs von Höchst" mündet die Nidda in den Main. Viele seltene Vogelarten, wie den Hauben- und den Zwergtaucher oder die Reiherente kann man hier leicht beobachten. Auch die eingewanderte Nilgans ist hier sehr häufig zu sehen.

Das Buch "Die Nidda" mit vielen Informationen, Geschichten und Anekdoten hat der Journalist und Schriftsteller Frank Gotta im Frankfurter Societäts-Verlag veröffentlicht. Eine empfehlenswerte Lektüre.

Biber im Unterlauf der Nidda

Seit mehr als zehn Jahren sind wieder Biber in Hessen heimisch, aber nur im Wilden Osten, an der Grenze zum Freistaat Bayern. Auf der Suche nach neuen Revieren breiteten sich die Jungtiere aber bereits bis zur Fulda, zur Kinzig und zur Nidder (südliche Wetterau) aus. Auch bei Florstadt wurde ein Exemplar in der Nidda gesichtet.

Aber spätestens bei Stadtteilen mit hoch verdichteter Bebauung wie Rödelheim oder Eschersheim ist da Ende der Fahnenstange. Und doch soll sich ein Objekt unseres größten Nagers in den Altarmen im Niedwald herumtreiben. Gerhard Koltonowski hat ihn auch noch fotografiert. Aber auf dem Bild handelte es sich um das stattliche Exemplar einer Bisamratte, ein im letzten Jahrhundert eingebürgertes Pelztier aus Amerika. Doch eine gewisse Verwechslungsgefahr ist schon gegeben, da auch die Bisamratte, die trotz ihres Namens zu den Wühlmäusen zählt, über einen halben Meter lang werden kann. Auch ihre Lebensweise ähnelt der des Bibers, und in der amerikanischen Indianer-Mythologie ist der Bisam ja auch "der kleine Bruder des Bibers".

Aber manchmal machen die Tiere durch ihre fleißige Grabtätigkeit ziemliche Schäden an den Niddadeichen, und dann bekommen sie vom  Stadtentwässerungsamt immer wieder mal ganz gehörig den Marsch geblasen. Und dann hat noch vor vielen Jahren der FNP-Fotograf Rudi Goebel nach mehreren Meldungen von Spaziergängern und Anglern stundenlang mit der Kamera auf nächtlicher Lauer gelegen. Ergebnis: nur eine "normale" Wasserratte zwischen den Hausbooten an der Niddamündung.

Richard Schmidt



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