Das BUND Frankfurt Blumenwiesenprojekt

Wildblumen sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil unserer heimischen Flora, sondern auch die Lebensgrundlage vieler Wildtiere. Jedes Ökosystem funktioniert jedoch nur solange, wie alle wichtigen Tier- und Pflanzenarten erhalten bleiben. Verschwindet eine Art, so hat dies Folgen für mehrere oder auch viele andere Arten.

Es reicht für den Artenreichtum unserer heimische Fauna und Flora nicht aus, wie bisher nur schützenswerte Gebiete zu erhalten, beispielsweise über Naturschutzgebiete. Um die genetische Vielfalt zu erhalten und um seltene Pflanzen und Tiere vor dem Aussterben zu retten, müssen diese Gebiete miteinander "vernetzt" werden, indem man "ökologische Trittsteine" in privaten Gärten und im öffentlichen Grün schafft. Je isolierter heimische Ökosysteme sind, und je kleiner ihre jeweilige Größe, umso mehr Arten sind dazu verurteilt zu verschwinden.

Schon jede Wildblume, die auf einem Balkon, einer Terrasse, in einer Rabatte oder in einer Blumenwiese wächst, ist dabei wichtiger Bestandteil. So können Wildblumen in Ihrem Garten bedeutende „ökologische Trittsteine“ werden, die dafür sorgen, dass sowohl die Artenvielfalt als auch die genetische Vielfalt innerhalb einer Art gesichert, bzw. verbessert wird.

Mit dem Blumenwiesenprojekt möchte der BUND Frankfurt einen Beitrag zur Verbesserung der Stadtnatur für den Menschen und alle anderen Lebewesen leisten. Konkrete Ziele sind dabei:

  • Lebensraum für Flora und Fauna zu schaffen und diese zu vernetzen,
  • das Kleinklima zu verbessern,
  • den Pflegeaufwand zu reduzieren,
  • den Kostenaufwand damit um bis zu 25 % zu vermindern,
  • und nicht zuletzt interessante und ästhetisch hochwertige Flächen vor Ihrer Haustür entstehen zu lassen.

Der BUND Frankfurt identifiziert geeignete Flächen, die extensiviert werden oder auf welchen Blumenwiesen neu angelegt werden. Dabei können die Flächen sowohl von Ehrenamtlichen als auch von Anwohnern betreut werden. Verwendet wird ausschließlich Saatgut gebietsheimischer Wildblumen und Wildgräser aus gesicherten Herkünften.

 
Fotos: Eine Fläche in der Stresemannallee 2007 und 2010 nach der Umwandlung in eine naturnahe Blumenwiese (John Dippell).

Das Projekt wurde im Jahr 2000 im Rahmen der Stadtteilinitiative Lokale Agenda 21 Sachsenhausen ins Leben gerufen und erhielt im Jahr 2006 den Frankfurter Umweltpreis der Carl & Irene Scherrer-Stiftung. Bis heute sind bereits ca. 10 Flächen in Frankfurt zu verzeichnen, die erfolgreich in naturnahe Wiesen umgewandelt werden konnten und viele weitere stehen in Planung. Einen Überblick können Sie sich hier verschaffen.

Was können Sie persönlich dafür tun, dass weitere Blumenwiesen-Flächen entstehen? Regen Sie in ihrem zuständigen Ortsbeirat die Schaffung von Blumenwiesen an. In der Regel sind die Stadteilpolitiker zu überzeugen, wenn man auf positive Beispiele in anderen Ortsbezirken verweisen kann.

Bei Fragen, Anregungen und Vorschlägen für geeignete Flächen melden Sie sich gerne bei uns!

Diese Infos als Flyer zum Download finden Sie hier.



Film des Naturgarten e.V. zum Thema "Naturnahes öffentliches Grün" 13:14 Min

Impressionen 2016: Mörfelder Landstraße

Suche