Natur- und Artenschutz

Luftbild vom Europaviertel im August 2004, Foto: aurelis Real Estate GmbH & Ko. KG
Luftbild vom Europaviertel im September 2012, Foto: aurelis Real Estate GmbH & Ko. KG

Steigende Bevölkerungszahlen in Städten führen zu Veränderungen von innerstädtischen Infra- und Grünraumstrukturen

Mittlerweile leben rund 80 Prozent der deutschen Bevölkerung in Städten – mit steigender Tendenz. Und auch Frankfurt wächst beständig. Die derzeit größten Bau- und Stadtentwicklungsprojekte sind das Europaviertel auf dem ehemaligen Hauptgüterbahnhof und des angrenzenden Rangierfeldes der Deutschen Bahn und das Planungsgebiet Riedberg im Nordwesten der Stadt. Diese neu entwickelte Siedlung und Standort der naturwissenschaftlichen Institute der Goethe-Universität, wurde vollständig auf fruchtbaren Ackerflächen und Streuobstwiesen errichtet, von denen nahezu nichts mehr vorhanden ist. Mit diesen beiden Großprojekten sind zwei völlig neue Stadtviertel entstanden, inklusive eigener Infrastruktur mit Gewerbe- und Verkehrsflächen. Was haben diese städtebaulichen Entwicklungen mit Stadtnatur zu tun? Eine ganze Menge: Nicht nur wird im Zuge dieser Projekte Landschaft neu gestaltet und infrastrukturell stark verändert, wodurch wertvolle Biotope und gewachsene Kulturlandschaften verschwinden. Der Schwund dieser Flächen, die eine wichtige CO2-Senke sind und zur Filterung von Luftschadstoffen beitragen, wirkt sich direkt auf das städtische Mikroklima aus, das in Frankfurt insbesondere in den heißen Sommermonaten spürbar wird.

Eine lebendige und vielfältige Stadtnatur: Garant für ein gesundes Mikroklima und eine hohe biologische Vielfalt

Für die Stadt typisch sind vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die sich entsprechend der unterschiedlichen klein- und großräumigen Strukturen städtischer Bereiche herausgebildet haben. Große, vollversiegelte Flächen mit einer starken Sonneneinstrahlung, die nur von einzelnen, alten Stadtbäumen gesäumt sind, wechseln sich mit artenreichen Hecken- und Vorgartenflächen sowie Park- und Grünflächen in unterschiedlichen Pflegezuständen ab. Dazwischen reihen sich zahlreiche Schrebergartenanlagen ein, deren Sammelsurium von einheimischen und gebietsfremden Arten üppige Nahrungsquellen für unsere heimischen Vögel-, Insekten- und Säugetierarten sind. In ihrer Vielfalt, Schönheit und ökologischen Bedeutung stehen diese städtischen Biotope denen der ländlichen Lebensräume in nichts nach. Kleinlebensräume im innerstädtischen Gefüge erfüllen zwei wichtige, unmittelbare Funktionen:

  • Naturhaushaltfunktion: Bäume, Sträucher und andere Pflanzen verbessern das Stadtklima, dämpfen Lärm, filtern Schadstoffe aus der Luft und bremsen den Wind.
  • Biotopfunktion: Bäume, Sträucher und andere Pflanzen sind für viele Tiere Zufluchtsort, Nahrungsquelle und Kinderstube.

In ihrer weiteren, ganz wesentlichen Funktion erlauben Biotope in der Stadt das Erleben von „Natur“ im unmittelbaren Wohnumfeld und sind so in Bezug auf die Umweltbildung eine wichtige Ergänzung zu der Erfahrung der großen naturnahen Lebensräume außerhalb der Städte. Für viele, insbesondere Kinder und Jugendliche, ist die Stadtnatur der erste und oftmals einzige Zugang zu Natur(erleben). Natur- und Artenschutz in der Stadt bedeutet für uns als BUND daher nicht allein die Sicherung von Lebensräumen und den Erhalt des Naturhaushalts. Er dient auch der Bewahrung des unmittelbaren Naturerfahrungsraumes für alle Stadtbewohner.

In unseren Projekten betreiben wir praktischen Natur- und Artenschutz zu Wasser (Amphibienschutz, Gewässerschutz), zu Lande (Blumenwiesenprojekt, Schwanheimer Dünen, Seckbacher Ried, Streuobstwiesen) und in der Luft (Abenteuer Faltertage, Mauersegler-Initiative).

Ansprechpartner: Geschäftsstelle des BUND Frankfurt
Kontakt: geschaeftsstelle(at)bund-frankfurt.de

 

 



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