Kreuzfahrt nach Kostheim



Eine Schiffahrt auf dem Main war ja auch mal eine neue Tagungsart für 20 Teilnehmer von Behörden, Vereinen und Umweltverbänden. Das Bereisungsschiff „Spessart“ gehört dem WSA Aschaffenburg; die Veranstaltungsleitung lag bei der GFG Mainz durch Dr. Thomas Paulus. Zentrales Thema war die geplante bzw schon durchgeführte Umsetzung der WRRL für den 42 Kilometer langen Abschnitt des Mains in Hessen. Das größte Problem dabei ist, dass Behörden und Umweltverbände bei der Gestaltung der Flusslandschaft nur wenig eigenen Handlungsspielraum haben. Der Main ist Großschiffahrtsstraße und Teil des Rhein-Main-Donaukanals, wodurch alle Maße im Bezug auf Breite und Tiefe international vorgegeben sind. Wichtigster Aspekt war, dass durch die künstliche Wasserstraße sich die Fischfauna allmählich verändert. So wandern jetzt Kessler- und Schwarzmundgrundeln hier ein. Laichplätze für einheimische Arten gibt es meist nur in wenigen Nebengewässern.

Alte, wenn auch nicht gerade erfolgreiche Fischaufstiegstreppen werden neu diskutiert und u.a. als Umleitungsgerinne an den Schleusen vorbei konstruiert. Rainer Zimmermann berichtete von einem ebensolchen Projekt der Stadt Frankfurt.

Auch das große Projekt der Wiederbewässerung des alten Flößerhafens zwischen Main und Rhein wird derzeit wieder diskutiert. Die bei der GFG übliche Nachmittagsexkursion ging zum neuen Wasserkraftwerk an der Schleuse Mainz-Kostheim. Mit der tollen Bewirtung während des ganzen Tages war es ein ausgewogenes Programm, und da nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden konnten, soll diese Aktion auch mal wiederholt werden.

Richard Schmidt

 



Hochwasserrückhaltebecken für den Main



Zumindestens teil- oder zeitweise hat der untere Lachegraben in Griesheim wieder Wasser. Grund ist ein vom Stadtentwässerungsamt angelegtes Hochwasser-Auffangbecken im etwas verborgenen Dreieck zwischen der Mainzer Landstraße, der B 40 a und der S-Bahnstrecke Nied – Griesheim.

Diese Ausgleichsmaßnahme ist gesetzlich vorgeschrieben, da durch die jahrelange Sanierung der Stroofstraße in die Ablaufzone für das Main-Hochwasser eingegriffen wurde. Technisch funktioniert das so, dass bei steigendem Mainwasser dieses in ein Rohr von zwei Metern Durchmesser gedrückt wird und dann in das Rückhaltebecken läuft. Das fasst – so Bauleiter Heiko Kramer – knapp 3000 Kubikmeter Wasser, das nach dem Abschwellen des Hochwassers kontinuierlich und vor allem langsam wieder in den Main zurückfließen kann. Zu den Altlasten im angrenzenden Industriegelände bestand glücklicherweise keine Verbindung.

Das Hochwasserbecken ist als solches eigentlich nicht zu erkennen, denn es sieht mit seinem üppigen Pflanzenwuchs rundum eher wie ein mittelgroßes Feuchtbiotop aus. Auch etliche Tierarten haben sich hier schon wieder angesiedelt. Ein schönes Beispiel, wie technischer Wasserbau und Naturschutz sich perfekt ergänzen.

Richard Schmidt

 



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