Demeter
Demeter steht für Produkte der Biologisch-Dynamischen Landwirtschaft im Landbau, der Viehzucht, der Saatgutproduktion und der Landschaftspflege nach anthroposophischen Grundsätzen. Die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise ist die nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung und sorgt dafür, dass die Humusschicht kontinuierlich wächst.
In Deutschland wirtschaften rund 1400 Landwirte mit über 50 000 Hektar Fläche biologisch-dynamisch. Zum Marktforum, dem runden Tisch der Demeter-Bewegung mit allen Wertschöpfungs-Ebenen, gehören zudem die Vertreter von etwa 330 Demeter-Herstellern und -Verarbeitern sowie Vertragspartner aus dem Naturkost- und Reformwaren-Großhandel.
Als internationale Bio-Marke ist Demeter auf allen Kontinenten vertreten. Von Argentinien bis Ungarn wird in 38 Ländern auf über 3500 Betrieben mit rund 100 000 Hektar Fläche nach den konsequenten Demeter-Richtlinien anerkannt biologisch-dynamisch gewirtschaftet. Der weltweite Umsatz mit Demeter-Produkten wird auf rund 220 Millionen Euro geschätzt.
Demeter gliedert sich in den Bundesverband mit Sitz in Darmstadt und elf Landesverbände, welche die Mitglieder in der jeweiligen Region betreuen.
Richtlinien
Grundlage des biologisch-dynamischer Landbaus ist die Anthroposophie. Aus dem "Kreislaufgedanken" heraus ist das Ziel, den landwirtschaftlichen Betrieb als Organismus zu sehen. Von außen sollen möglichst wenig Betriebsmittel auf den Betrieb gelangen bzw. die, die nötig sind, sollen so weit eingearbeitet werden, dass sie betriebsspezifisch werden. Der Betrieb wird als Individualität angesehen, die ihre eigene Charakteristika hat.
Tierhaltung Organisch ist die Forderung zu verstehen, möglichst viele Tier- und Pflanzenarten auf dem Hof zu haben. Die Haltung von Wiederkäuern, in der Regel Rindern, ist verpflichtend. Der Mist der Tiere wird als Dünger verwendet. hr Futter wird selbst erzeugt oder von anderen Demeter-Betrieben dazugekauft. Tiermehle, Zusatzstoffe und vorbeugende Medikamente wie Antibiotika oder Hormone sind tabu. Die Demeter-Tierhaltungs-Richtlinien garantieren nicht nur für eine artgerechte Tierhaltung, sondern auch dafür, dass beim letzten Gang des Tieres Angst, Stress, Durst und Schmerzen vermieden werden.
Naturschutz Je vielfältiger und abwechslungsreicher ein Betrieb produziert, umso stabiler soll die Umwelt sein. Der Naturschutz (Artenvielfalt, Biotope) findet dabei "nebenbei" Geltung, indem z.B. Hecken gepflanzt, Ackerrandstreifen angelegt und auf den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel verzichtet wird.
Düngung Der Einsatz der biologisch-dynamischen Präparate ist der herausragendste Unterschied zum Ökologischen Landbau. Typisch für den biologisch- dynamischen Landbau und deshalb in den Demeter-Richtlinien entsprechend verankert, ist der Einsatz spezieller Präparate aus Heilkräutern, Mineralien und Kuhdung. Sie werden auf den Höfen meist selber hergestellt und fein dosiert eingesetzt. Sie wirken nicht durch die Menge, sondern durch die feinstoffliche Information - vergleichbar mit den Prinzipien der Klassischen Homöopathie. Dadurch kann die Fruchtbarkeit des Bodens erheblich gesteigert werden, was sich durch höhere Aktivität der Bodenlebewesen, den höchsten Gehalt an Biomasse und an der ausgeprägten Verwurzelung der Pflanzen darstellen lässt.
"Kosmische Rhythmen" Weiterhin zu beachten ist, dass die "kosmischen Rhythmen" vom Mond und den Planeten berücksichtigt werden. Im Pflanzenbau findet das seinen Niederschlag, dass Pflegemaßnahmen (Unkrautkontrolle) sowie Aussaat/Pflanzung und Ernte auf die Rhythmen abgestimmt werden (sofern der Bodenzustand das zulässt).
Züchtung Im Bereich der Züchtung von Pflanzen verfolgen die Züchter das Ziel, die Pflanze "wesengemäß" zu züchten. Das heißt dass z.B. eine Weizenpflanze besonders weizentypisch sein soll und nicht Einschläge von Dinkel aufweisen soll.
Verarbeitung Auch die verarbeiteten Demeter-Produkte müssen natürlich den Anspruch erfüllen, die hohe Qualität der Rohware in der Verarbeitung zu erhalten. Die strengen Verarbeitungs-Richtlinien erlauben selbst natürliche Zusatzstoffe nur dann, wenn sie unabdingbar nötig sind. Das krebserregende Nitritpökelsalz ist für Demeter-Fleisch und Wurstwaren ausgeschlossen, auch wenn die Dachorganisation der ökologischen Anbauverbände, die AGÖL, den Einsatz inzwischen zulässt. Gentechnisch veränderte Stoffe sind natürlich absolut verboten.
Die Richtlinien können im Internet unter www.demeter.de/demeter/dem_richtlinien.pdf abgerufen werden.
Demeter-Bund e. V. Brandschneise 1 64295 Darmstadt
Tel: 06155 - 84 69-0 Fax: 06155 - 84 69-11 info(at)demeter.de www.demeter.de

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