Ökologischer Landbau
Der ökologische Landbau hat sich aus unterschiedlichen Weltanschauungen und agrarpolitischen Motivationen entwickelt. Gemeinsames Anliegen aller Akteure ist es, gesunde Lebensmittel zu erzeugen und dabei die natürlichen Ökosysteme zu schonen.
Der Bio-Landbau trägt aktiv dazu bei, Ökosysteme und die Artenvielfalt zu erhalten, den Boden zu schützen, das Wasser rein zu halten und die Klimabelastung durch die Landwirtschaft zu senken.
Der biologische Landbau ist in der EG-Öko-Verordnung (pdf 295 KB) seit Anfang der 1990er Jahre gesetzlich geregelt. Jeder Bio-Betrieb wird von einer unabhängigen und staatlich zugelassenen Kontrollstelle auf die Einhaltung der Verordnung überprüft.
Aktuelles
Der deutsche Bio-Markt legte 2006 mit einem Umsatzplus von 16 Prozent nochmals kräftig zu und ist inzwischen mit einem Anteil von 27 Prozent der größte Bio-Markt innerhalb der EU. Die Umstellung auf ökologischen Landbau bietet innovationsfreudigen Landwirten gute Perspektiven, denn das Marktpotenzial ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft und das Angebot an deutscher Bio-Rohware ist knapp.
[BÖLW Ökodaten 2007, pdf 700 KB]
Die Prinzipien:
Geschlossener Betriebskreislauf Leitbild im Bio-Landbau ist ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf. Das heißt: Ackerbau und Viehhaltung sind aneinander gekoppelt. Auf der Ackerfläche werden neben Verkaufsfrüchten auch Futterpflanzen für die Tierhaltung erzeugt. Die pflanzlichen Abfälle und der tierische Dung werden entweder frisch oder kompostiert auf die Ackerflächen zurückgeführt. Im viehlosen Betrieb muss die fehlende Tierhaltung durch eine Fruchtfolge mit einem entsprechend hohen Anteil an Leguminosen ausgeglichen werden. Eine flächenlose Tierhaltung ist nicht erlaubt.
Artgerechte Tierhaltung Artgerechte Tierhaltung - die Antwort des ökologischen Landbaus auf die Massentierhaltung - bedeutet, dass die Tiere ihren natürlichen Bedürfnissen wie Futteraufnahme, Körperpflege, Sozialkontakten, Fortbewegung und Ruhe nachgehen können. Außerdem dürfen die Haltungssysteme keine anatomischen, physiologischen oder psychischen Schäden bei den Tieren verursachen.
Mehr Informationen bei Beratung artgerechte Tierhaltung e.V.
Pflanzenschutz Auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel wird im Bio-Landbau zugunsten des vorbeugenden Pflanzenschutzes verzichtet: Pflanzeneigene Abwehrkräfte werden gestärkt und natürliche Regulationsmechanismen unterstützt - etwa durch Förderung von Nützlingen, standortangepasste Arten- und Sortenwahl, zeitgerechte Bodenbearbeitung und ausgewogene Düngung.
Dem Auftreten von Unkräutern beugt der Bio-Landwirt durch eine ausgewogene Fruchtfolge und sorgfältige Bodenbearbeitung vor. Darüber hinaus werden Striegel, Hacke und Bürsten zur direkten mechanischen Beikrautregulierung eingesetzt.
Bodenfruchtbarkeit Die Bodenfruchtbarkeit erhalten und steigern ist eine der wichtigsten Aufgaben des Bio-Landwirtes. Der Boden dient der Pflanze nicht nur als Standort, sondern nimmt auch die zentrale Stellung für ihre Ernährung und Gesundheit ein. Zudem ist ein fruchtbarer Boden die Basis der Wirkungskette "gesunder Boden - gesunde Pflanzen - gesunde Tiere - gesunde Menschen". Auch soll der Boden nachfolgenden Generationen als Produktionsgrundlage erhalten bleiben.
Mehr Informationen bei FiBL, dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau
Düngung Im biologischen Landbau dürfen keine Pflanzenschutzmittel und mineralischen Stickstoffdünger eingesetzt werden. Zur Düngung werden betriebseigene pflanzliche und tierische Abfallstoffe verwertet, Stickstoff sammelnde Leguminosen angebaut und organische oder in natürlicher Form vorliegende mineralische Dünger eingesetzt.
Verbot der Gentechnik Der Einsatz von Gentechnik ist im biologischen Landbau verboten. Die Gentechnik fußt auf einer reduktionistischen Betrachtungsweise: Lebewesen werden nicht als lebendige Teile eines Systems behandelt, sondern als Einheiten, die in beliebige Bausteine zerlegbar sind. Die Auswirkungen auf Zusammenhänge und Wirkungsgefüge der Ökosysteme und damit auch den Menschen werden dabei kaum berücksichtigt. Dies widerspricht der ganzheitlichen Denkweise im ökologischen Landbau.
Hier finden Sie mehr Informationen zum Gentechnik-Verzicht
Hochwertige Lebensmittel Ziel ökologischer Landbewirtschaftung ist es, hochwertige Lebensmittel zu erzeugen. Viele wissenschaftliche Untersuchungen haben belegt, dass ökologisch erzeugte Lebensmittel erhöhte Gehalte an wertgebenden und niedrigere Gehalte an wertmindernden Inhaltsstoffen aufweisen und außerdem besser schmecken und länger haltbar sind. Sogar bei Fütterungsversuchen bevorzugen die Tiere regelmäßig Futtermittel aus ökologischem Anbau.
Quelle: www.oekolandbau.de
Hier gehts zu den verschiedenen Anbietern im Rhein-Main-Gebiet

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