Der Sulzbach, Mittel- und Unterlauf


Südlich der Sulzbacher Straße kommt dann „der Verrohrte“ endlich wieder ans Tageslicht, wenn auch eingezwängt in ein enges Profil aus Wasserrohrbausteinen. Ab der Limesspange windet er sich zwischen Garten- und Parkanlagen dann in ländlichere Gefilde, so entlang des Sulzbacher Country- & Westernclubs und einigen Kuhweiden. Unterhalb der Christiansmühle vereinigt er sich mit dem Schwalbach, der durch die Kronberger Kläranlage rund ums Jahr Wasser einbringt, d.h. ab hier kann der Sulzbach nicht (wie früher) mehr trockenfallen. Hier geht es dann in die Gemarkung „Seewiesen“, das war seinerzeit ein Fischzuchtgewässer, das der Ritter Hartmut von Kronberg 1522 anlegen ließ. 1955 wurde es dann trockengelegt,  heute sind es Viehweiden.

In dem geschichtsträchtigem Gebiet liegt gleich hinter einer wunderschönen solitären Schwarzpappel (Naturdenkmal) der „Galgenberg“, der früher einmal ein aktiver Gerichtsplatz war. Bis zur Autobahn A 66 säumen mehrere Streuobstwiesen den hier recht naturgemäßen Bachlauf. Im „Sulzbachpark“ beginnt die fast durchgehend renaturierte Strecke bis zur Mündung in die Nidda, die das Stadtentwässerungsamt im Laufe der letzten Jahre hergerichtet hatte. Unter einem riesigen Speierling wurden schon viele Feste und Info-Treffs des GrünGürtel-Projekts durchgeführt. Hinter der gemauerten Bogenbrücke über die Straße „Alt Sossenheim“  befindet sich der Faulbrunnen, dessen Wasser genauso schmeckt. Zum Ausgleich  liegt nur ein paar Meter weiter die traditionsreiche Apfelweinkneipe „Zum Riwweler“ – guter Apfelwein und eine ausgezeichnete Küche laden an warmen Tagen im alten Garten schon zu längerem Verweilen ein.

Ab hier beginnt aber auch für die Bachpaten oder die SEF der problematischste Streckenabschnitt des Baches. Trotz ordentlicher Renaturierung landen im Bereich des Sossenheimer Kerbeplatzes immer wieder Autobatterien, Einkaufswagen oder (meist geklaute) Fahrräder im Wasser. Auch der gesetzte Zaun nutzt da wenig. Entlang der Kleingärten beginnt nun der letzte noch nicht renaturierte Abschnitt des Baches. Etwa 700 Meter verlaufen in einem kerzengeraden Betonprofil, das sich aber allmählich aufzulösen beginnt. Einige Grundstückseigentümer am Ufer verhindern die notwendige Renaturierung bisher erfolgreich. Richtig urig wird es dann im umzäunten Mündungsbereich des Sulzbachs in die Nidda. Zwei Wasserläufe mit ganz unterschiedlichen Charakteren fließen durch ein stark verbuschtes Arreal, in dem längst Stichlinge und sogar Forellen wieder ihren Lebensraum gefunden haben. Den Zusammenfluß diese beiden nutzt schon seit Jahren ein Graureiher, den jeder Jogger, Radfahrer oder Spaziergänger längst kennt, und man grüßt sich.

Auch der Eisvogel, sowie eingeschleppte Bisamratten und Nutrias sind hier des Öfteren zu sehen. Auf der Nidda tummeln sich dann neben Allerweltsvogelarten auch Haubentaucher, Zwergtaucher, die wunderschöne kleine Krickente und die fleischfressende Reiherente. Nur der Kormoran ist hier von einigen Leuten nicht so gern gesehen und stand sogar schon kurze Zeit auf der Abschussliste. Aber der fischt ja eher an den Nidda-Altarmen.
Fazit: hier ist die Natur wieder halbwegs in Ordnung.

Richard Schmidt

 



Wasserschau am Liederbach


Frankfurter Westen 2009 – Das Frühjahr ist die Zeit, in der die Bäche noch vor der Vegetationsphase von den Kommunen kontrolliert werden. So will es das Gesetz. Auch in Frankfurt nehmen Vertreter der Wasser- und Umweltbehörden, des Gesundheitsamtes, der Umweltverbände und des Ortsbeirates die Wasserläufe unter die Lupe.

Diesmal war es der Liederbach, der im Bereich der Infraserv in den Main mündet. Also wurde da gleich am Anfang doppelt kontrolliert. Insgesamt war wenig zu beanstanden, so Thomas Andres von der Unteren Wasserbehörde. Der jahrelange negative Knackpunkt war immer das Aussiedlerheim an der Gebeschußstraße, bei dem fast täglich jede Menge Müll und Möbel im Bach entsorgt wurden. In dem Gebäude agiert nun das Rote Kreuz, und damit ist das leidige Problem nun keines mehr. Gelegentliche Grünabfälle der Hobbygärtner, denen natürlich meistens nichts nachzuweisen ist, ärgern die Ämter, und ein Uferabbruch muß wieder hergestellt werden.

Was allerdings nicht nur den Anwohnern ziemlich sauer aufgestoßen ist, das war der absolut radikale Rückschnitt der Büsche und Bäume entlang des Ufers, der der Vogelbrut für dieses Frühjahr weitgehend die Nistmöglichkeiten entzieht. Aber da hat das Stadtentwässerungsamt schon heftig Besserung versprochen.

Richard Schmidt 



Der Sulzbach, Oberlauf




Das "Sulzbächlein" vor dem "Hundertwasserhaus" im Bad Sodener Quellenpark

Vom Anfang sieht man wenig. Ein paar Meter nördlich der B 8 bei Königstein-Johanniswald entspringt der Sulzbach. Zwischen Wald, hohen Brennesseln und Erlengestrüpp plätschert er dann westlich des Judenkopfes vollkommen unberührt vor sich hin. Mönchsgrasmücke und Zaunkönig sagen sich "Guten Tag" und einige wenige Fadenmolche dümpeln im Flachwasser vor sich hin.

Hinter einer Schule erreicht der Bach dann den Ortsrand von Altenhain, wobei man einen wunderschönen Ausblick von den paar Häusern des Neuenhainer Mauerkopfes über die Bachwiesen hat. "Aus den Bergen" erreicht das Gewässer nun flachere Gefilde: das Landschafts- und Naturschutzgebiet "Altenhainer Tal".

Am Waldrand gegenüber dem Läuseberg nimmt er die Wässer des kleinen Kahlbaches auf. Etwas gestärkt geht es dann durch das lauschige Tal, wo man in der Dämmerung äsende Rehe, jagende Schleiereulen und mehrere Fledermausarten beobachten kann. Auch ein (wohl irgendwo entlaufener) Goldfasan wurde hier schon gesichtet und auch fotografiert.

Am Dachberg hinter dem Bad Sodener Schwimmbad geht der Bach zum ersten Mal in die Verrohrung, um in der Au am "Ökologischen Lehrgarten Rohrwiese" wieder das Tageslicht zu erblicken. Im Mittelpunkt dieses vom NABU und der Stadt angelegten Parks befindet sich ein kleiner Teich, der von einer sogenannten Schichtquelle gespeist wird. Molche und Frösche leben in dem kleinen Gewässer, das trotz der Quellspeisung in heißen Sommern auch schon mal austrocknen kann (Info: Friedrich Schulz, NABU Bad Soden).

Unser Sulzbach fließt dann zum Wilhelmspark, und dann immer weiter eingezwängt um das „Hundertwasserhaus” zum Quellenpark. Ab hier entschwindet der nun "Verrohrte" für die nächste Zeit im Bad Sodener Untergrund.

 



Insel im Urselbach




Insel im Urselbach

Hier geht es noch nicht um Ernest Hemingways berühmtes autobiografisches Buch „Inseln im Strom“, sondern nur um ein Inselchen, und die ist im Urselbach, am nördlichen Ortsrand von Niederursel. Da hat nach Beschädigungen am Bachbett das Stadtentwässerungsamt gleich ganze Arbeit geleistet und das Profil mitsamt der Insel neu modelliert. Damit wurde dem Gewässer sehr viel mehr Raum zur Ausbreitung gegeben – eine Aktion des vorbeugenden Hochwasserschutzes. Der momentan noch geplättete Uferrand wird in ein paar Wochen zugewachsen und dann als solcher nicht mehr erkennbar sein. Auch ein kräftiger Gehölzrückschnitt der Bachbegleitvegetation ging mit den Arbeiten daher. Weiter so! ..

Richard Schmidt, AK-Wasser

 


 


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