Ergebnisbericht Krötenwanderung der Erdkröte (Bufo bufo) in der Oeserstraße in Frankfurt am Main (Niedwald) 2008
Entwicklung der Krötenpopulation Seit 1997 betreut der BUND-Ortsverband Frankfurt-West die Krötenwanderung in der Oeserstraße im Niedwald mit zahlreichen freiwilligen Helfern. Seit 1998 wird ein Krötenschutzzaun, finanziert aus den Mitteln der Unteren Naturschutzbehörde, aufgestellt. In diesem Jahr wurde die Krötenschutzaktion an den folgenden Terminen durchgeführt: Aufstellen des Zauns: 23.02.2008 In diesem Jahr begann die Krötenwanderung Ende Februar und zog sich über einen Zeitraum von ca. 3,5 Wochen. Die Hauptwanderung war Ende Februar bis Anfang März. Danach waren nur noch vereinzelt Kröten festzustellen. Im Gegensatz zum letzen Jahr wanderten die Kröten in einem sehr kurzen Zeitraum. Die Krötenpopulation hat sich von 204 auf 378 lebenden Tieren fast verdoppelt. Dies stellt eine Verbesserung zur Situation des Jahres 2006 und 2007 dar. Das Diagram zeigt die Entwicklung der Population seit 1997 (einfach anklicken und sie sehen es in groß). Führungen mit Kindergärten und Schulen konnten aufgrund des kurzen Wanderungszeitraums in 2008 leider nicht durchgeführt werden. Auf Grund des positiven Trends 2008 werden wir die Rettung der Erdkröte im Niedwald auch 2009 fortsetzten. Der abschließende Bericht von Senckenberg zur Entwicklung der Krötenpopulation im Niedwald wird im Jahr 2009 erwartet. Weitere Maßnahmen werden ggf. danach in Angriff genommen. Jutta Erich, Ortsverband Frankfurt-West Bald ist es ja wieder soweit, dass "Bufo bufo" unsere Hilfe braucht. Falls auch Sie sich einmal an einer Krötenschutzaktion beteiligen möchten, melden Sie sich. Nicht nur in Nied werden fleißige Helfer für die Zeit der Krötenwanderung gebraucht.
Die Not der Kröten
Amphibien haben's schwer im Ballungsraum. Zu der drohenden Vernichtung ihres Lebensraumes kommen immer mehr Straßen, die die Wanderwege zu den Laichgewässern kreuzen und einen massenhaften Tod unter Autoreifen verursachen. Also ziehen in jedem Frühjahr viele BUND-Helfer Fangzäune an den Todesstrecken und dann frühmorgens und nachts mit Taschenlampen an denselben entlang um Molche, Frösche und Erdkröten einzusammeln und über die Straße zu bringen. Wenn die Zahl der Tiere - wie in Niederrad - mehrere Tausend erreicht, ist diese Aktion nur mit Eimern und Sammeln nicht mehr zu bewerkstelligen. Mit Hilfe der Stadt Frankfurt werden dann Ersatzlaichgewässer angelegt. Zur Zeit wird in Zusammenarbeit mit der "Aktion Klimaoase" der Deutschen Post ein Laichbiotop für die Schwanheimer Amphibien geplant. Die Krötenbaustelle bei Schwanheim:
Die "Krötenbaustelle" bei SchwanheimFrüher gab es die Kreuzkröte in vielen Stadtteilen Frankfurts. Im Laufe des letzten Jahrhunderts ging die Anzahl der Tiere aber fast überall dramatisch zurück und heute fällt sie auf der "Roten Liste Hessen" unter den Status "vom Aussterben bedroht". Kleinere Bestände gab es noch im Naturschutzgebiet "Berger Hang" und "Enkheimer Ried", sowie 2003 einen Einzelfund an der Enkheimer Leuchte. Auch der ehemals stabile Bestand im Naturschutzgebiet "Schwanheimer Düne" und dem angrenzenden Unterfeld ist im vergangenen Jahrzehnt stark geschrumpft.
Die relativ spät im Jahr laichende Kreuzkröte sucht sich als Laichbiotop flache und vegetationsarme Gewässer, die deshalb schon gut durch die Sonne erwärmt werden. Daher eignen sich dazu Kiesgruben, Steinbrüche und Ruderalflächen, aber auch Baustellen mit nur temporären Gewässern, wie z.B. vollgelaufenen Fahrspuren. Da gibt es jedenfalls unter Wasser keine tierische Gefährdung für den Laich oder die Kaulquappen. Die grünliche Kreuzkröte mit dem gelben Streifen auf dem Rücken ist deutlich kleiner als die häufigere Erdkröte, dafür wesentlich lauter. Bis über einen Kilometer weit kann man im Frühjahr die rufenden Männchen Hören - Rufe, die sie mit einer riesigen Schallblase unterhalb der Kehle erzeugen. Auch bei der Fortbewegung unterscheidet sich Bufo calamita von den anderen Kröten und Fröschen, denn sie hüpft nicht, sondern läuft in kleinen Etappen ganz schnell am Boden entlang, weswegen sie besonders in der Dämmerung dann oft mit einer Maus verwechselt wird.
Nun hat der Biologe Andreas Malten vom Institut Senckenberg an einer Baustelle an der Bundesstraße 40a bei Schwanheim ein größeres Vorkommen der kleinen Kröten entdeckt - in einer mit Grundwasser vollgelaufenen Unterführung. Damit die Bauarbeiten weiter gehen konnten, sammelten die Mitglieder des BUND-Ortsverbandes Frankfurt-Südwest in einer nächtelangen Aktion über 600 nur rosinengroße Jungtiere auf und brachten sie an eine andere, vorläufig sichere Stelle. Jetzt muss allerdings nach den FFH-Statuten erst einmal der Bestand erfasst und ein neuer Biotop gefunden werden, um die Tiere dann endgültig umzusiedeln. Der Biologe Rudolf Twelbeck sucht nun eifrig nach einem Standort für eine neue "Krötenbaustelle", und dann haben die Umwelt-Aktivisten des Frankfurter BUND schon ihre nächste Aufgabe.
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