Aggressiver Umgang mit der Natur


Zu den aktuell durchgeführten Maßnahmen in den städtischen Grünanlagen meldet ein Umweltschützer Bedenken an. Mit welcher Legitimation gehen in Frankfurt die Stadtentwässerung und das Grünflächenamt derartig aggressiv mit der Natur um?

Da werden gleich kubikmeterweise Bäume und Büsche in riesigen Containern weggeschafft. Betroffen sind unter anderem der einst so schöne Stadtpark in Höchst, die Kleinanlage in der Gerlachstraße, der Park in der Euckenstraße, ein größerer Bereich an der Schwanheimer Brücke, die Grünanlage am Liederbach, das gesamte Niddaufer und der Hausener Auwald.

Jetzt sollen auch noch im Museumspark jede Menge alter Bäume gefällt werden. Wo sollen im Frühjahr dann eigentlich noch Vögel brüten? "Frankfurt geht grün", wird seit Monaten den Bürgern suggeriert. Ist das dann der Beitrag der Stadt dazu?

Richard Schmidt




Sulzbach


Nidda

ELBE LEBE



Die erste große Aktion im Jahr 2011 fand – mit der Buchstabenspielerei ELBE LEBE – ebendort statt. In allen größeren Städten entlang der Elbe und der Saale von Dresden bis Hamburg fanden Fackelumzüge statt.

Der AK-Wasser Frankfurt nahm an der Demonstration auf der Strominsel in Magdeburg teil; aufgerufen und durchgeführt hatten das der BUND-BV, die Landesverbände, die Initiative "Pro Elbe", die GRÜNEN der Anrainer-Bundesländer und die Kirchen. Über 7000 Teilnehmer erinnerten damit die Politiker an ihre Zusage, die Elbe und Teile der Saale nicht auszubauen und die Flüsse "nicht zu verzwecken" (U-Verbände) und damit "die Schöpfung zu bewahren" (Kirchen).

 



AK-Wasser Jahresbericht für 2010


Mit Beginn des Jahres 2011 rückt die (vorläufige) Umsetzung  der EU-WRRL für Land und Kommune wieder ein ganzes Stück näher.

Für die Stadt Frankfurt ist nach der Anschließung des  Bonameser Altarmes an die Nidda nun auch die Flutmulde als Hochwasserschutz im Sossenheimer Unterfeld fertig gestellt worden. Damit ist auch gleichzeitig der Mündungsbereich des Dottenfeldgrabens renaturiert und somit kein Hindernis für die aufsteigende Wasserfauna mehr.

Auch der Mühlgraben um das Rödelheimer Wehr wurde im Profil verändert, so dass er wesentlich mehr Wasser aufnehmen kann.

Nur die Renaturierung des Westerbachs wurde nach einer vollmundigen Presseankündigung von der SEF dementiert, diese Arbeiten stehen vorerst nicht auf dem Programm.

Was sich aber mühselig voranquält ist die geplante Fließverbindung vom Enkheimer- über das Seckbacher Ried bis hin zum Ostparkweiher. Diesen Sommer ist gerade mal der Ausfluss aus dem Seckbacher Ried realisiert worden. Für das ganze geplante Vorhaben ist allerdings die VGF in der Pflicht, denn dieses Projekt gilt als Ausgleich für den "Betriebshof am Sausee", der mittlerweile schon viele Jahre in Betrieb ist. Volker Rothenburger vom KV Frankfurt hat die Gesellschaft bereits aufgefordert, dass sie ihren Verpflichtungen nachzukommen haben.

Schwierigkeiten  gibt es zur Zeit an der Nidda. Da hat die SEF die Ufer von Höchst an flussaufwärts radikal entbaumt und entbuscht – wo sollen im Frühjahr noch Vögel brüten, wenn kein Bewuchs mehr da ist? Viele Beschwerden dazu gingen bei mir oder in der Redaktion ein. Auch im Hausener Auwald gibt es Probleme, denn hier soll genauso rigoros verfahren werden – die SEF begründet das mit Pilz- und Mistelbefall, sowie Sicherheitsaspekten. Auch zwei engagierte Naturschützer vor Ort sorgen sich um dieses Waldstück. Ist das nun der Beitrag zum derzeit aktuellen Thema "Frankfurt geht grün"?

Auch am Welschgraben in Zeilsheim wurde im Frühjahr locker zugeschlagen, aber nach Rücksprache mit dem Grünflächenamt wurde eine Nachpflanzung für das kommende Frühjahr zugesagt. Drei kleinere Flächen in Höchst wurden "sicherheitsbedingt" im Umfeld einer Kindertagesstätte gerodet, bleiben aber wenigstens als Versickerungsfläche für Regenwasser erhalten.

Die Aktion "Big Jump", bei der EU-Politiker an ihre Versprechen erinnert wurden, bis 2015 alle Flüsse biologisch wieder in Ordnung zu bringen, wurde auch in Höchst mitgemacht. Sabine Schroll und Jens Wyrwar organisierten das im Sommer; von der Hafenrampe sprangen ganz viele Höchster aus Vereinen und Verbänden.

Der AK-Wasser beteiligte sich in Frankfurt am "Wasserforum 2010", bei dem es um die Umsetzung des Maßnahmenprogramms zur WRRL in verschiedenen Teilen Hessens an Hand von vorgestellten Praxisbeispielen ging. Ebenso an einem Seminar zur Unterhaltung von Fließgewässern und Gräben der Naturschutzakademie Hessen und an einer Fortbildungsveranstaltung der GFG Mainz zur Renaturierung der Nidda bei Gronau – einem Projekt von einer Dimension, von der die SEF nur träumen kann.

Ein zentraler Schwerpunkt des Arbeitskreises ist die Bachpatenschaft am Sulzbach mit besonders im Sommer viel Aufwand und einigen Führungen zum Thema Wasser und Naturschutz.

Auch der Ortsbeirat 6 wird vom AK besetzt und letztlich gibt es ja jede Menge Öffentlichkeitsarbeit.

Am 29. Januar findet an der Elbe ein Fackellauf gegen den Ausbau des Flusses statt. Es gibt verschiedene Städte mit dieser Veranstaltung, zu der auch der BUND ausdrücklich aufruft: Hamburg, Magdeburg, Dessau und Dresden. Auskunft bei Iris Brunar, Telefon 0340/8507978 oder 0178/1630204. Wir werden da sein.

Richard Schmidt 



Beispiele aus den Aktivitäten des AK



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