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Baumpflanzaktion im Sossenheimer Unterfeld
Die Pflege und Erhaltung der Streuobstwiesen als Bestandteil einer alten und traditionellen Kulturlandschaft hat sich auch der BUND Ortsverband Frankfurt-West mit zur Aufgabe gemacht. Auf der eigenen Wiese im Sossenheimer Unterfeld wurden dazu mehrere Apfelbäume (alte Sorten), Zwetschgen- und Mirabellenbäume gepflanzt.
Diese Aktion wurde von der "wunder-Stiftung", die solche Projekte fördert, gesponsort. Ohne solche Förderer wären viele Naturschutzprojekte nicht machbar. Vielen Dank Herr Dr. Wunder.
Die Mitglieder des BUND Ortsverbands Frankfurt-West und einige Freiwillige hatten einen ganzen Vormittag alle Hände voll zu tun. Immerhin waren mehrere große Löcher zu graben, was bei dem harten Boden keine leichte Arbeit war. Aber mit vereinten Kräften war es doch zu schaffen. Ist schon toll, wie auch unsere weiblichen Mitstreiter mit der Schaufel umgehen können.
War das Loch endlich groß genug, kam das Bäumchen hinein und die Erde wurde wieder aufgefüllt und fest getreten. Noch einen Stab zur Stütze für die ersten zwei bis drei Jahre eingeschlagen, damit auch heftige Winde den Neupflanzungen nicht schaden können, ein Schutz gegen die hungrigen Kaninchen um den Stamm und die Hauptarbeit ist getan.
Zuletzt wurde die Baumscheibe mit Rindenmulch bedeckt, damit diese nicht gleich wieder vom Gras überwuchert wird und das junge Bäumchen besser mit Regenwasser versorgt wird. Und dann muss nur noch angegossen werden.
Das Wetter war an diesem Tag ideal, lediglich die Wässerung brachte schon Probleme mit sich. Eigenes Wasser gibt es auf der Streuobstwiese nicht, an den Dottenfeldgraben war wegen der steilen Ufer und der Nässe nicht heranzukommen, das Niddawasser ist zu verschmutzt und auch der Sulzbach enthält als Mischwasser zu viel Keime. Aber nach der baldigen Fertigstellung der Nidda-Flutmulde wird dann auch dieses Problem keines mehr sein.
Also wurde das Wasser von der doch etwas entfernten „Quelle am Schäferberg“, ein ehemaliges Projekt der GrünGürtel GmbH“, mit dem Fahrrad-Anhänger beigekarrt. Ächz, stöhn! Haben Sie schon einmal Wasser in offenen Behältern, denn andere hatten wir nicht dabei, mit dem Fahrrad transportiert? Probieren Sie es lieber nicht - wir können nur davon abraten.
Zuletzt wurden noch zwei Quittenbäume am Sossenheimer Obstpfad gesetzt. Nach dem alle Helfer nun gut geübt waren ging das flott von der Hand. Die Kosten hierfür, vor allem für die schon recht großen Quittenbäumchen - alte Sorten - wurden natürlich von den zuständigen Ämtern der Stadt Frankfurt übernommen. Für das tägliche Angießen hat sich eine nette Grundstücksnachbarin angeboten, was wir natürliche gerne angenommen haben.
Ein anstrengender Tag für den Ortsverband und die Freiwilligen - aber mit den neuen Bäumchen ist unsere Streuobstwiese für die nächsten Jahre wieder gut in Schuss. So kann die BUND-Gruppe für nächstes Jahr wieder bekannt geben: es gibt wieder leckere Obstsäfte und „en gude Schobbe“ aus eigenem Anbau.
Ach so: wenn Sie die Aktivitäten der "wunder-Stiftung" unterstützen wollen können Sie gerne spenden an: wunder-Stiftung, apoBank Frankfurt, Kontonummer 000 8999 899, BLZ 300 606 01 .
Falls Sie ... ja SIE .... Lust haben uns bei unserer Streuobstwiesenpflege zu untersützen und gleichzeitig nette naturinteressierte Menschen kennenlernen möchten, melden Sie sich bei uns. Wir freuen uns auf ihre Email an: gabriele.rauch@t-online.de oder ihren Anruf an: Gabi Rauch, Tel.: 069 / 38996611
Übrigens, nach unseren Treffen alle vier Wochen, wozu wir Sie auch herzlich einladen, gehen wir meistens noch auf einen gemütlichen Schoppen ins Wirtshaus .... :-) und nur keine Hemmungen - kommen Sie einfach mal vorbei.
Richard Schmidt und Hajo Kretz, Ortsverband Frankfurt-West

Der BUND Ortsverband Frankfurt-West auf dem Höchster Weihnachtsmarkt
Dieses Wochenende war es so richtig weihnachtlich auf dem Höchster Schlossplatz. Der große Weihnachtsbaum war toll geschmückt, tausende Lämpchen beleuchtet die 49 Stände, es duftete nach Glühwein, Grillwürsten und Waffeln. Und nach Waffeln duftete es auch an unserem Stand - dem Stand des BUND Ortsverbandes Frankfurt-West. Wie schon seit bestimmt 10 Jahren waren auch wir wieder bei diesem schönen Fest dabei.
Am Samstag begann der Aufbau des Standes im strömenden Regen. Wir fragten uns schon, wie viele Wochen wir Kartoffelsuppe und Waffeln würden essen müssen, denn bei diesem Wetter würde sicher kaum einer über den Weihnachtsmarkt schlendern. Aber gegen 13:00 Uhr kamen schon die ersten Anfragen nach der inzwischen berühmten "Kadoffelsupp" - leider war sie noch nicht heiß genug und die hungrigen Kunden, vor allem Stammgäste der Nachbarstände, mussten auf später vertröstet werden.
Der erste Gast der sich schon bald für unsere Lammwürste interessierte war mehr oder weniger ein Versuchskaninchen - ob die Wurst denn schon heiß genug war? Aber nach dem ersten Bissen kam mit noch vollem Mund die erlösende Antwort: einfach köstlich. Und er war nur einer von vielen die der Meinung waren, so etwas Leckeres gibt es nicht oft und unsere Lammwurst sei schon etwas besonderes.
Nachden der Regen endlich nachgelassen hatte, kamen unsere Standbetreuer langsam in Stress. Selten war die Nachfrage nach unseren angebotenen Leckereien und Basteleien so groß. Die Suppe fand großen Zuspruch, die Würste fanden zeitweise schneller Abnehmer als wir sie erhitzen konnten, das frische Bio-Brot als Beilage für Suppe und Würste kam sehr gut an - naja - das lag möglicherweise auch an der recht scharf geratenen Suppe - das Brot milderte die Schärfe etwas :-) . Ich habe unsere Kartoffelsuppe natürlich auch probiert, sie war schon scharf aber für mich und viele andere "Suppenliebhaber" dadurch besonders köstlich!
Die Waffeleisen waren ebenfalls meist im "Dauereinsatz", denn auch die Vollkornwaffeln waren, wie schon in den letzten Jahren, sehr gefragt. Auch unsere Marmeladen, Gelees, Quittenbrot, Apfelringe und die Adventsgestecke fanden schneller neue "Besitzer" als wir es dachten und die selbst gefertigten Adventsgestecke ware bis auf eines bereits am Samstag um 18:00 Uhr verkauft.
Als dann abends die Kerzen und Lichter angemacht wurden, sah alles so richtig gemütlich aus. Die Sitzplätze in unserem Zelt waren ständig belegt - klar - Suppe im stehen zu essen ist ja auch schwierig.
Am nächsten Tag, dem Sonntag, war das Wetter etwas besser. Es regnete kaum und es ging auch nicht ein so unangenehmer Wind wie am Vortag. Und so liefen "die Geschäfte" auch an diesem Tag ausgesprochen gut. Bereits gegen 17:00 Uhr waren die Waffeln und die "Kadoffelsupp" ausverkauft und um 17:30 Uhr ging die letzte Lammwurst über den Tresen.
Keinesfalls vergessen darf man nach dieser erfolgreichen Aktion die ehrenamtlichen Helfer, die zu dem großen Erfolg des BUND-Standes auf dem Weihnachtsmarkt in der Höchster Altstadt beigetragen haben. Der Ortsverband Frankfurt-West bedankt sich auf diesem Weg bei den vielen Helfern aus den Reihen des BUND. Ein ganz besonderer Dank gilt aber all den netten Helfern die an diesen Tagen erstmalig den BUND tatkräftig unterstützt haben. Wir hoffen Sie/Euch bald wieder zu sehen - z.B. bei einem unserer nächsten Treffen.
Resümee: es war ein sehr erfolgreiches und schönes Adventswochenende für unseren Ortsverband und wir freuen uns schon auf den Weihnachtsmarkt 2010 .
Hajo Kretz, Ortsverband Frankfurt-West

Ouagadougou – oder: mein Leben in einer Rundhütte Teil 3
Es wurde auch Zeit: Die Zelte sind aufgebaut, das Anti-Mückenspray ist griffbereit und die Sonnenlotion glänzt auch bereits auf der Nase, d.h. wir können nun endlich mit dem eigentlichen Auftrag dieser Reise beginnen: botanisieren! Schließlich sind wir ja nicht zum Vergnügen hier!
Von Knickstrauch und Kamelfußbaum – erste Kartierungen
Stellen Sie sich vor, es ist Sonntag und Sie laufen durch den nahe gelegenen Buchenwald. Wie viele Baumarten zählen Sie? Zehn, zwölf, fünfzehn? Na, vielleicht auch noch achtzehn. Ganz schön viele, meinen Sie? So, und jetzt entführe ich Sie mal in die Savanne der Nordsudanzone (wir sind jetzt Luftlinie etwa 800 km nördlich des Äquators): Sie werden aus dem Zählen gar nicht mehr herauskommen! Bereits auf einem Hektar finden sich mehr als 35 verschiedene Gehölzarten, die etwa ein Drittel aller Arten auf dieser Fläche ausmachen. In der Regenzeit werden die holzigen durch zahlreiche, bis zu fünf Meter hoch wachsende krautige Arten sowie Gräser (ca. 40 % bzw. 20 % der Gesamtfläche) begleitet. Insgesamt konnten in Untersuchungen in diesem Gebiet bereits rund 140 Gehölz- und etwa 115 Grasartige sowie über 170 krautige Arten identifiziert werden. Und diese hohe Diversität nimmt in Richtung des Äquators weiter zu. Sie können sich vermutlich vorstellen, wie ich das finde: großartig - und fordernd! Schließlich gilt es, diese Arten auch ansprechen zu können (Achtung, ein Beispiel für Botanikerdeutsch: Das heißt nicht etwa, dass ich mit den Pflanzen rede, nein, ich versuche sie zu bestimmen!)! Zu meiner großen Erleichterung werde ich mich vorläufig erst einmal „nur“ mit den Gehölzen beschäftigen.
Während einige Arten aufgrund ihrer eindeutigen morphologischen Merkmale sehr gut zu identifizieren sind, fällt es bei anderen schwer, einzelne Arten abzugrenzen, so dass sie daher oftmals nur bis zur Gattung unterschieden werden können. Für erstere Gruppe gibt es einige wirklich schöne und einprägsame „Feldnamen“, d.h. unwissenschaftliche Namen, die das Wiedererkennen der Arten auf Vergleichsflächen oder auch später im Herbar aufgrund eindeutiger Merkmalszuschreibungen erleichtern. Kaum verwechselbar sind beispielsweise der Knickstrauch (Detarium microcarpum), dessen leicht gelb gefärbte Zweige in regelmäßigen Abständen von der Hauptwuchsrichtung „abknickend“ weiterwachsen und der Kamelfußbaum (Piliostigma thonningii), dessen Blätter wie Kamelfüße geformt sind. Sehr gute Bestimmungshilfen sind natürlich auch die Früchte der Bäume, die Beschaffenheit der Rinde, die Wuchsform sowie der Boden, auf denen die Arten wachsen.
Der wohl imposanteste Baum der Savanne, da er nicht nur von enormen Wuchs sein kann (bis zu 35 Meter hoch und mit einem Stammumfang von bis zu 7,50 Meter), eine aalglatte, silber-graue Borke hat und Früchte so groß wie Kokosnüsse, sondern auch einen so schönen und unverwechselbaren Namen trägt, ist der Affenbrotbaum (Adansonia digitata) oder auch Baobab. In den Sprachen der zahlreichen lokalen Ethnien der Sudanzone nennt man den oft auch als heilig verehrten Baum u.a. Bokki (Fulfulde), Sonnou (Bariba), Moutormou (Ditammarie), Télougou (Lokpa) und Torgou (Pila Pila). Seine goldgelben Früchte beinhalten ein weißes Puder, mit dem ein leicht säuerliches Getränk angesetzt wird, und erbsengroße schwarze Samen, die abgeschält und gerieben zur Anreicherung von Saucen verwendet werden. Vor allem im südlichen Burkina sehr gern gegessen werden auch die Blätter des Baobab, die nach langem Köcheln eine ziemlich zähflüssige und für europäische Gemüter doch zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftige Sauce zum Maispatt ergeben – das giftgrüne Etwas wird denn bezeichnenderweise auch „sauce gluante de la brousse“ (klebrige Sauce aus dem Busch) genannt.
Aber bevor ich in die kulinarisch-kulturellen Welten Südburkinas abschweife, noch einmal zurück zur botanischen Forschung: Ausgestattet mit Feldnamen, Feldherbar (von jeder Pflanze wird in der Regel ein Belegexemplar genommen) und Bestimmungsliteratur können nun alle Gehölzarten in unserer Fläche bestimmt werden. Die Aufnahme dieses sogenannten Arteninventars wird so oft wiederholt, bis eine statische Auswertung – ganz nach Fragestellung – möglich ist. In unserem Falle, d.h. dem meiner Kollegin Katharina, wurden über 400 solcher „Hektarplots“ aufgenommen und anschließend auf Muster in der Florenzusammensetzung untersucht. Kombiniert mit klimatischen, geomorphologischen und weiteren biologischen Faktoren (z.B. Tierfraß), können hieraus z.B. Merkmalskombinationen von Savannentypen identifiziert oder Unterschiede zwischen Gebieten mit und ohne menschlicher Nutzung herausgearbeitet werden. Es gibt aber natürlich noch mehr zu entdecken in der Savanne, z.B. in Elefantenkacke. Ja, doch, Sie haben schon richtig gelesen: Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, ob z.B. Baobabsamen nach der Passage des Darmes eines großen Säugetiers eventuell besser keimen als vorher, nehmen wir uns auch die Ausscheidungen von Elefanten vor. Die Samen werden gezählt und gesammelt und anschließend mit „ungefressenen“ Baobabsamen in einem Keimungsexperiment verglichen. Das Stöbern in der Elefantenkacke gibt uns zum anderen auch über Verbreitungsmechanismus und –gebiet der untersuchten Samen Aufschluss. Sie sehen: Die Forschung schreckt vor nichts zurück!
„Was wollt ihr? – Mein Abendessen wiegen?“
Und auch davor nicht: Das Abendessen anderer Leute zu vermessen! Zugeben, man ist als Weißnase per se bereits eine Erscheinung und eine willkommene Unterhaltung im Westen Afrikas, bringt man dann aber auch noch Federwaage und Wiegebeutel mit und möchte damit bitte das Abendessen, in diesem Falle die oben bereits erwähnten Blätter des Baobabs, also die Zutat zur „sauce gluante“ vermessen, dann wird man lange Gesprächsstoff sein! Stellen Sie sich doch einmal vor, da tauchte ein Burkinabé bei Ihnen im Vorgarten auf und würde Sie fragen, wie hoch ihr Nudelverbrauch pro Kopf in einer Woche ist? Sie würden sich doch auch ein wenig wundern, oder? Nun, mehr muss ich zu dieser Situation wohl nicht schreiben. Auf jeden Fall aber sollte ich doch noch kurz eine wissenschaftliche Begründung für unser Verhalten liefern: Aufgrund seiner vielfältigen Eigenschaften (neben seinem Beitrag zur Ernährung dient seine Borke u.a. auch der Herstellung von Seilen) steht der Baobab unter einem hohen Nutzungsdruck durch die ansässige Bevölkerung. Wie stark diese Art tatsächlich beansprucht wird und welche Maßnahmen ggf. zu ihrem Erhaltung bereits ergriffen werden oder werden müssen, ist Fragestellung dieser und anderer Methoden, die im Rahmen unserer Forschung in Westafrika angewendet werden. Im nächsten Teil dieser Reihe werde ich Ihnen dann von eben diesen anderen Methoden berichten, die sich unter anderem auch damit beschäftigen, wie viele Radios ein Haushalt besitzt und was man an Stelle der Baobabblätter nutzen würde falls dessen Blätter mal „aus“ sein sollten. Sie fragen sich jetzt, was das noch mit Botanik zu tun hat – und werden sicher genau deshalb auch beim nächsten Mal wieder vorbeilesen, wenn es zum vierten Mal heißt: Ouagadougou – oder: mein Leben in einer Rundhütte!
Ich freue mich auf Sie!
Mit vielen Grüßen aus Westafrika
Katja Heubach, Geschäftstelle Kreisverband Frankfurt

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