Veranstaltungsnachlese, News, Ankündigungen ...

Fledermäuse und Co.: Der BUND auf dem Rotlintstraßenfest 
Dass Fledermäuse über Kopf hängend in Mauerritzen schlafen, das wissen Sie sicher. Wussten Sie aber auch, dass es tatsächlich eine Papageienart gibt, die das auch so richtig gut findet? – Von dieser Eigentümlichkeit rührt denn auch ihr Name: die Fledermauspapageien.
Mit solchen und anderen kuriosen Geschichten und Informationen rund um die Fledermäuse und einem Fledermausschminken für die Jüngsten konnten wir am 5. September zahlreiche Besucher an unseren diesjährigen Stand auf dem Rotlintstraßenfest locken, die sich hochmotiviert an unser zugegebenermaßen etwas kniffliges Quiz heranwagten.
Mit Erfolg: Über zwei Drittel der Ratebegeisterten wussten sieben oder mehr Antworten unserer zehn Fragen! Beim Kinderquiz erreichten sogar gleich mehrere Schlauberger volle Punktzahl! Ein tolles Ergebnis!
Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner – Sie werden in den nächsten Tagen Post von uns erhalten – und ein Dankeschön allen Besuchern für Ihre Teilnahme!
Ein wirklich großes Dankeschön geht an dieser Stelle vor allem an unsere ehrenamtlichen Helfer, ohne deren tatkräftige Unterstützung unser Stand nicht zu solch einem schönen Erlebnis geworden wäre!
Engagiert und hochmotiviert haben sie Kinder geschminkt, Ratende zu Fledermäusen beraten, Flyer verteilt, Kisten geschleppt, Bilder auf- und abgehängt, den Stand geschmückt… - kurz: sich unentbehrlich gemacht!
Vielen herzlichen Dank dafür!
Interessieren Sie sich auch für eine solche ehrenamtliche Tätigkeit? Dann melden Sie sich doch einfach bei uns! Wir freuen uns sehr!
Katja Heubach, Geschäftstelle Kreisverband Frankfurt

Neues von der Streuobstwiese des BUND OV West
In diesem Herbst möchte ich nicht nur von unserem erfolgreichen Sensekurs berichten, sondern von dem Drumherum.
Zum Einen, das Fernsehen war zu Besuch!
Eine Mannschaft des HR3 machte Aufnahmen für die Hessenschau. Vermutlich erfolgt die Ausstrahlung am 4. Oktober.
Natürlich war das auch für mich sehr interessant und ich wollte die Aktion in einem Foto festhalten. Das Foto gelang, aber das Team von HR3 war nicht so begeistert, als bei dem Schwenk in die tolle Natur plötztlich ich im Bild auftauchte. Vor dem "OH NEIN" des Kameramannes drückte ich gerade den Auslöser - siehe Bild. Naja, für ein gutes Bild muss mann sich auch einmal unbeliebt machen :-)
Und dann gibt es noch etwas Neues - Absperrbänder.
Diese konnten kostenlos vom Umweltamt bezogen werden und sollen helfen, die Streuobstwiesen vor unerlaubten "Erntehelfern" zu schützen. Natürlich haben wir diese Bänder gleich gespannt und hoffen nun, daß alle unerwünschten Pflücker dadurch abgehalten werden illegal zu ernten.
Immerhin pflegen wir die Wiese das ganze Jahr über und brauchen die Früchte für unser Angebot an Marmeladen und für den heißen Apfelwein auf dem Höchster Weihnachtsmarkt.
Nun noch ein paar Worte zum Sensen.
Der größte Teil der Wiese wurde von Hand gesenst, das Schnittgut zusammengerecht und am Rande der Wiese aufgesetzt, von wo es dann die nächsten Tage entsorgt wird. Weiterhin wurden die Brombeeren zum Nachbargrundstück von unserem BUND-Mitglied Andreas Müller mit der Motorsense ordentlich zurückgedrängt.
So schön wie in diesem Jahr war unsere Wiese noch nie gesenst worden. Die Kursteilnehmer und Helfer haben sich so richtig ins Zeug gelegt. Ob hier das Beisein des Fernsehens zusätzlich motivierte?
An dieser Stelle nochmals vielen Dank allen, die tüchtig mitgeholfen haben.
Hajo Kretz, Ortsverband Frankfurt-West

Interessanter Gast im Insektenhotel des BUND OV Frankfurt-West
Sehr überrascht waren wir, als wir in unserem neuen Insektenhotel den Besuch von Hornissen entdeckten. Sie hatten sich einen Einschlupf durch das Altholz ins Innere gesucht.
Hornissen stehen unter Artenschutz. Sie sind die größten in Mitteleuropa lebenden sozialen Faltenwespen ... ja, Hornissen gehören zu den Wespen. Allerdings werden sie schon etwas größer. Die Körpergröße der Königin beträgt bis zu 35 Millimeter, die anderen Mitglieder des Staates werden zwischen 18 und 28 Millimeter groß. Sie bilden einjährige Staaten mit bis zu 700 Tieren.
Hornissen ernähren ihre Brut von fast allen überwindbaren Insekten (z. B. Fliegen, Wespen, Bienen, Heuschrecken, Käfern, Raupen, Libellen, etc.) sowie Spinnen. Dabei kann ein gut entwickeltes Hornissenvolk pro Tag bis zu einem halben Kilogramm Insekten erbeuten. Nun ja, da haben sich diese "Räuber" in unserem Insektenhotel ja direkt in einem Schlaraffenland einquartiert. Aber so ist eben die Natur.
Wenn es darum geht, ihr Nest zu verteidigen, ist die Hornisse sehr wehrhaft. Der Verteidigungsradius schwankt je nach Volk in der Regel zwischen zwei und sechs Metern. Innerhalb dieses Bereiches sollte man hektische Bewegungen unbedingt vermeiden.
Bitte beachten Sie bei Ihrem nächsten Besuch unseres Insektenhotels unbedingt diese Grenzen!
Allerdings ist das Gift vergleichbar mit dem von Bienen und anderer Wespen - also lange nicht so gefährlich wie allgemein angenommen. Entgegen allen überlieferten Vorurteilen ist die Hornisse also kein gefährliches Insekt. Sie ist in der Regel sehr friedfertig und nicht giftiger als andere Wespen oder auch die Honigbienen.
Für uns ist der Hornissenbesuch ein "freudiges Ereignis". Immerhin besteht für unser Insektenhotel nun ein natürlicher Schutz vor Vandalismus :-) und wir sehen, dass der Standort unseres Insektenhotels anscheinend so attraktiv ist, dass sich dort auch diese geschützten Tiere wohl fühlen.
Hajo Kretz, Ortsverband Frankfurt-West

Ouagadougou – oder: mein Leben in einer Rundhütte - Teil 2
Quagadou….ah, genau! - Ich wusste doch, Sie würden sich erinnern! (Ein kleiner Tipp: Hinweise finden Sie in unserem August-Newsletter…). Nach einer kurzen Einführung in die heiße, abenteuerliche Welt im Herzen Westafrikas möchte ich Ihnen nun ein wenig detaillierter über meine Erlebnisse vor Ort berichten.
Ankunft und Ankommen.
Der Frankfurter Flughafen ist zugegebenermaßen ziemlich groß – auch für Globetrotter. Verglichen mit dem Flughafen in Ouaga ist unserer jedoch wahrlich groß, ein Monstrum an Dynamik, eine kleine Stadt! Der Flughafen in Ouaga ist dagegen eher, na sagen wir mal: überschaubar. Nach Verlassen des Rollfeldes, das Sie zu Fuß überqueren dürfen, werden Sie in einer an das Fundbüro des Frankfurter Hauptbahnhofs erinnernden Schalterhalle von Uniformierten empfangen, deren Mienen keine Widerrede erlauben.
Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie Ihre Papiere und den Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung zum Vorzeigen an den beiden Schalterhäuschen bereithalten. Während Sie im Fluss der Masse die fünf Meter in Richtung Ausgang geschoben werden, pressen sich Ihnen die Noch-Visumbedürftigen von links entgegen, wild Reisepässe und Geldscheine schwenkend. Spätestens jetzt trifft Sie die Hitze wie süße Rache und Sie sehnen sich zutiefst in die klimatisierte Ruhe des Flugzeugs zurück. Aber es gibt kein Zurück mehr – Sie sind jetzt mittendrin in der afrikanischen Realität aus freundlichem Gedrängel und fordernder Ungeduld begleitet vom Sound aus stetem Handyklingeln und sich überschlagenden Stimmen. Der Herzschlag Afrikas hat Sie erreicht! Nach dem gefälligen Nicken des Schalterbeamten und dem Stempel zur Bezeugung Ihrer Einreise kann Ihre eigentliche Reise beginnen: Willkommen in Afrika!
Zurück zu meiner Reise: Am Ausgang des Flughafens nahm mich eine Doktorandin des biologischen Lehrstuhls der Universität Ouaga in Empfang, die mir in schnellem Französisch mit starken afrikanischen Akzent den Plan für die kommenden Stunden vorlegte. Elice bemerkte relativ schnell, dass mein freundliches Nicken eher mit völligem Unverständnis gleichzusetzen war. Doch, doch, ich hatte mein Schulfranzösisch in den letzten Monaten in der Volkshochschule zu verbessern versucht, aber es schien doch eher für solch simple Kommunikationsformen wie Brieffreundschaften geeignet… Elice antwortete mir mit einem herzlichen Lachen und benutzte fortan Hände und Füße, um mir den Weg zu zeigen.
Erst einmal wollten wir Geld wechseln, ein wenig Proviant einkaufen, kurz in die Uni fahren und dann zum Hotel. Gut. Wir nahmen uns ein Taxi. Das stotterte beim Anlassen ein wenig, aber setzte sich dann doch recht leichtfüßig in Bewegung. Auch zur Wechselstube brachte es uns noch unbedenklich. Danach allerdings mussten wir es jedoch regelmäßig anschieben, um zur nächsten Station zu gelangen. Ganz zu schweigen von dem Schock, den ich erhielt, als unser Fahrer verschwunden schien – aber er war dann doch nur schnell Benzin besorgen gegangen, klärte mich Elice auf.
Da begriff ich etwas, was mich den Rest meines Aufenthaltes von solchen Schocks und dem wilden Fluchen auf die scheinbare Unorganisiertheit der afrikanischen Welt abhalten sollte: Es geht hier eben alles etwas langsamer (Mensch wie Maschine), aber: es funktioniert! (Nicht, dass ich nicht doch das eine oder andere Mal entgegen dieser Erkenntnis gehandelt hätte.)
Ich sollte an diesem Tag gleich noch eine zweite prägende Erfahrung machen: Weise ist der, der vor dem Kauf der Ware dessen Haltbarkeitsdatum prüft! Wie ich das erkannte? Ich kaufte Käse in einem Supermarkt. Der sah wirklich gut aus. Und ich freute mich bereits wie ein Honigkuchenpferd ob meiner Errungenschaft - hatte ich doch angenommen, ich müsste gleich an meinem ersten Abend in der afrikanischen Fremde mit Hirsebrei und extrem scharfen Gewürzen Vorlieb nehmen. Den gutaussehenden Camembert auspackend, zeichnete sich allerdings bereits durch das Packpapier das Ausmaß des Schreckens ab: Eine zähe schwarze Pilzkultur bevölkerte munter den gesamten Käselaib und sendete einen süßlich-sauren Geruch aus, der in einem Bruchteil einer Sekunde jeden Winkel meines kleinen Hotelzimmers erreicht hatte. In solchen Fällen steht man fast zwangsläufig vor dem Dilemma, entweder die Türen und Fenster zu öffnen und dem Geruch die Flucht zu ermöglichen, dabei aber gleichzeitig der Hitze den Eintritt zu gewähren, die man doch gerade erst erfolgreich durch die Klimaanlage weggezaubert hatte, oder: das Störende zu ignorieren. Ich entschied mich für die Hitze. Und prüfte fortan den unscheinbaren Aufdruck auf Warenverpackungen. Käse kaufte ich trotzdem erst wieder zurück in Deutschland.
„Ähh…gibt es hier keinen Fahrplan?“ – oder: Der Bus fährt ab, wenn er voll ist.
Elice wollte mich am nächsten Tag gegen halb Sieben vom Hotel abholen, um mich zum Bus zu bringen, mit dem ich zu meiner ersten Forschungsaktivität in den Süden Burkina Fasos, nach Diapaga, aufbrechen sollte. Die Busabfahrt war auf sieben Uhr geplant. Es waren auch bereits zahlreiche Anwärter auf einen der begehrten Plätze im Reisebus versammelt. Es kam auch ein Bus.
Frohgemutet und mit einem Ticket ausgestattet, warf ich mir meinen Rucksack auf den Rücken und suchte einen netten Sitzplatz. Klar, ich dachte schon, dass sich die Abfahrt verzögern würde. Deshalb war ich auch noch nicht besorgt, als halb Acht verstrich und wir den Ausgang des Busbahnhofes noch nicht passiert hatten. Weiter stiegen Leute zu, umfangreiches Gepäck musste verstaut werden, Abschiedstränen getrocknet. Spätestens als das Motorrad im Bauch des Busses verschwunden war und einige der Sitzplätze bereits doppelt belegt waren, dachte ich: Nun geht es aber los! Und freute mich einmal mehr. Leider war auch dieses Mal die Freude unbegründet. Es ging nicht los. Es stiegen immer noch Leute zu. Auf dem Dach des Gefährts wurden weiter Seile vertäut.
Ich glaube es war ungefähr 9:34 Uhr als der Fahrer den Motor startete. Und ich bereits fast vor Hitze gestorben. Jetzt beim Fahren erwiesen sich die defekten Türen und Fenster als wunderbar logische Maßnahme zur Anpassung an die klimatischen Verhältnisses des Landes – in einem Cabrio zu sitzen, kann kaum schöner sein. Einziger Unterschied: Mein afrikanisches Cabrio war nicht ganz so schnittig und gab einige bedrohliche Geräusche altersschwacher und von der Hitze ausgemergelter Maschinenteile von sich.
Wir ließen die weitläufigen Siedlungen Ouagas hinter uns, sammelten dabei immer noch Fahrgäste ein, und fuhren etwa zehn Stunden später in eine Ortschaft ein, die so abgelegen war, dass mein Begriff von Abgeschiedenheit um einige Dimensionen erweitert wurde. Menschen verließen den Bus, Gepäck wurde entschnürt, Wiedersehenstränen getrocknet. Ich blieb sitzen und wartete auf die Weiterfahrt nach Diapaga – denn das hier konnte es wirklich nicht sein. Und meine Kollegin Katharina, die mich empfangen sollte, war auch nirgends zu sehen. Also blieb ich sitzen.
Es wurde still um mich und von außen schauten mich neugierig Kinder und ein wenig verwundert ehemalige Mitreisende an. Weißnasen (wie die Afrikaner in diesem Teil Afrika uns liebevoll getauft haben) sieht man hier wohl selten, dachte ich. Tatsächlich hatte ich beobachtet, dass neben uns ein kleinerer Bus beladen wurde und das Motorrad aus unserem Bus in den Bauch des anderen Fahrzeugs wechselte. Stutzig wurde ich erst, als ich meinen Rucksack die gleiche Strecke wandern sah. Zwischen Verwunderung und Panik des Verlustes meines Gepäcks kämpfte sich dann das logische Denken zurück in mein Großhirn und warf folgende Frage auf: Katja, vielleicht musst du hier umsteigen?
Bingo! Musste ich. Da zwischen meiner Ankunft und dieser Erkenntnis nunmehr doch einige Minuten vergangen waren, waren die Sitzplätze in meinem neuen Reisefahrzeug nun auch bereits alle besetzt. Etwas missmutig und müde auf meinem ausklappbaren Behelfssitz Platz nehmend, las ich dann etwas über dem fensterscheibenlosen Fenster meines Nachbarn zur Rechten: „Nothammer – Mißbrauch strafbar“. Ich musste lachen. Den Hammer fand ich auch nirgends.
Diapaga erkannte ich dann nicht nur aufgrund seiner Größe – da stand tatsächlich eine Weißnase grinsend an der Einfahrt des Busbahnhäuschens und winkte mir fröhlich zu. Katharina! Ich war wirklich erleichtert, ein paar Worte Deutsch zu hören und mich mit all der Müdigkeit in den Knochen in ein Restaurant auf einen Riz sauce (Reis mit Tomatensauce) einladen zu lassen. Nach kurzem Aufenthalt in Diapaga und einer weiteren Stunde im Auto erreichten wir dann unseren Bestimmungsort. Unser Lager war ein Gebäude der hiesigen Post, in dem wir unsere Moskitodoms aufstellten.
Und über meine erste botanischen Erfahrungen am südlichen Ende Burkina Fasos, über Kamelfußbaum und Knickstrauch und meine spannende Entdeckungen im Elefantenkot berichte ich Ihnen dann beim nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Ouagadougou – oder: mein Leben in einer Rundhütte. Denn schließlich müssen wir ja noch in dieser Rundhütte ankommen.
Bis zum nächsten Mal, herzlichst
Katja Heubach, Geschäftstelle Kreisverband Frankfurt

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