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Wiese mähen unter wissenschaftlicher Regie
Am Seckbacher Lohrberg mäht die Naturschutzgruppe Seckbach eine Wiese, deren Entwicklung seit 2002 vom Botaniker Dr. Karl-Peter Buttler untersucht wird.
Auch dieses Jahr wurde die Wiese auf dem städtischen Grundstück unterhalb des historischen Wasserhochbehälters von Ehrenamtlichen unter Berücksichtigung der botanischen Hinweise gemäht. Das kräuterreiche Schnittgut wurde an Seckbacher Pferde verfüttert.
Dr. Buttler konnte 2009 87 Pflanzenarten allein auf dem Wiesenteil feststellen, auf dem durch seinen trockenen Untergrund ein so genannter Halbtrockenrasen als Vegetationstyp entstehen konnte. Zu Beginn der Wiesenmahd im Jahr 2002 waren es lediglich 40 Pflanzenarten. Von Bedeutung ist nicht nur die Artenanzahl, sondern das Vorkommen von typischen Arten der Halbtrockenrasen. Dieser hat sich über die Jahre „gut entwickelt“, so Buttler. Neben der Orchidee „Große Händelwurz“ sind dieses Jahr besonders die Pflanzen „Aufrechter Ziest“ und „Hirsch-Haarstrang“ erwähnenswert. Auf Hinweis des Botanikers wurden die Einzelexemplare beim Mähen extra stehen gelassen, damit sich deren Samen verbreiten können.
Jedes Jahr kommen und gehen einige Arten. Dieses Mal konnte man drei neue Arten der Halbtrockenrasen begrüßen: Dünnblättrige Wicke, Wiesen-Flockenblume und Bastard-Luzerne.
Der Halbtrockenrasen macht jedoch nur einen Teil des Grundstücks aus. Nach Westen geht der trockene Wiesenteil in einen sumpfigen, quelligen Standort über, den man von Weitem an der cremefarbigen Blüte des Mädesüß erkennen konnte.
Der Halbtrockenrasen und die Quelle sind Bestandteil der Führung „Quellen am Lohrberg und Berger Hang“, die am 23. August 2009 um 10 Uhr an der Bushaltestelle Atzelberg-Ost in Seckbach beginnt. Merken Sie sich den Termin vor.
Volker Rothenburger, Naturschutzgruppe Seckbach

Wässriger Ausflug
Nur unter lautem Protest räumen die Entenschar, der Schwan und das Nilganspaar die Kiesbank in der Nidda. Gerade könnten sie zum ersten Mal an diesem Tag die Sonne genießen und jetzt das! Ein gummibestiefelter Trupp stürmt mit Kescher und Einmachglas die Böschung zum Niddaufer hinunter, wild entschlossen, wenigstens eine Ente mit nach Hause zu nehmen. Leider ist das Federvieh von diesem Vorhaben überhaupt nicht begeistert und flüchtet auf die kleine Insel am gegenüber liegenden Ufer.
Kurze Enttäuschung im Jagdtrupp, aber schon ist neue Beute ausgemacht: Im Wasser vor der Brücke tummeln sich Schwärme kleiner Fische. Doch auch die flüchten erfolgreich vor den Jägern, wenn auch deutlich leiser. Und noch schneller!
In der nächsten Stunde lernen die Kinder, dass das Leben im Fluss nicht nur Enten und Fische ausmachen. Unter fachkundiger BUND-Anleitung werden Holz und Steine im Wasser gründlichen untersucht. Vertreter vieler Tierfamilien landen in den Becherlupen und können mit einem einfachen Bestimmungsheft benannt werden. Schnecken und Muscheln, viele wunderschön mit Perlmutt ausgekleidet. Die Nidda als Kinderstube: die Kinder finden verschiedene Larven und sind erstaunt, welch hübsche Insekten sich aus den oft martialisch aussehenden „Babies“ im Wasser entwickeln. Und Egel sind nicht eklig, sondern bringen die Kinder mit ihrer ausgefallenen Fortbewegungsweise zum Lachen. Und dann ist doch noch einer erfolgreich, in seinem Kescher zappeln ein paar Fischlein! Ein Moderlieschen und eine kleine Schmerle werden zur besseren Beobachtung in ein Glas umgesetzt, doch die Betrachter haben Mitleid mit den panisch reagierenden Tieren und schnell werden sie wieder im Fluss freigelassen.
Nach fast zwei Stunden melden sich vollgelaufene Gummistiefel und ein leerer Magen. Nass bis zum Bauch wird alle Beute ins Wasser zurückbefördert und nach dem Umziehen genießen dann alle den mitgebrachten Kuchen.
Heidi Wieduwilt, Ortsverband Frankfurt-Südwest

Ouagadougou – oder: mein Leben in einer Rundhütte - Teil 1
Ouagadougou – was bitte?
Sicher fragen Sie sich gerade, wo wir uns damit inhaltlich und geografisch eigentlich befinden? - Vielleicht erinnern Sie sich ja an das afrikanische Land, auf das unser Finanzminister Peer Steinbrück erst kürzlich verwies, als er nach einem der steuerparadiesischen Schweiz vergleichbaren Land Ausschau hielt: Ja, richtig, da erinnern Sie sich doch: Ouagadougou (sprich: Wagadugu) ist die Hauptstadt von Burkina Faso im Herzen Westafrikas – und gleichzeitig Ausgangspunkt für meine erste ethnobotanische Forschungsreise, die ich im Rahmen meiner Doktorarbeit im Mai diesen Jahres antrat.
So eine Forschungsreise ist natürlich eine höchst spannende Angelegenheit, wie Sie sich sicher denken können – vor allem, wenn sie am Schreibtisch geplant wird! Und, richtig: Es kam wirklich Vieles anders als geplant! Zunächst: Es war noch viel heißer: Mit rund 20 °C Temperaturdifferenz zwischen Frankfurt und Ouagadougou empfing mich das zu erobernde Land mit – im wahrsten Sinne des Wortes – all seiner Wärme. Zwischen Mai und Oktober herrscht in Burkina schwülheiße Regenzeit….
Aber halt, zurück: Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, wovon ich hier eigentlich berichte und was ich in diesem heißen Land eigentlich erforschen will? Ich hatte ganz vergessen, Sie einzuweihen: Im Januar diesen Jahres habe ich mit meiner Doktorarbeit begonnen, die sich mit der ökonomischen Bedeutung von Wildpflanzen(-produkten) für das Haushaltseinkommen der Menschen in der Savanne beschäftigt. Dabei versuche ich mit Hilfe von Befragungen zu ermitteln, welche Gehölzpflanzen für welche Anwendung, wann, wie oft und in welcher Menge genutzt werden.
Und ich sage Ihnen: Das ist gar nicht so einfach! – Oder wissen Sie vielleicht, bei was es sich um „Mougnansampermou“ handelt und wofür man es verwendet? Ganz zu schweigen von dem regen und überaus schwer verständlichen Gemurmel der Heiler, die einen durch den wilden Busch führen…
Und warum das alles? Ziel ist es, den Wert der Biodiversität für die lokale Bevölkerung deutlich zu machen – und was funktioniert da besser, als das Ganze in Zahlen zu fassen und damit aufzuzeigen, welche Kosten entstehen würden, würde die Savanne sämtlich abgeholzt werden?
Sie erinnern sich vielleicht an den im Jahr 2007 erschienen Stern-Report des ICCP – der beruhte auf der gleichen Idee: Welche Kosten entstehen uns, wenn wir nichts gegen den globalen Klimawandel unternehmen? In meiner Studie unternehme ich nun den Versuch, eine ähnliche Berechnung für den Verlust der lokalen Biodiversität der Savanne in einem definierten Projektgebiet vorzunehmen. Ein überaus spannendes Unterfangen….
Jetzt aber erst einmal zurück zur großen Hitze: Burkina Faso ist ein Binnenland, das im Norden von Mali, im Nordosten von Nigeria und im Süd-/Südwesten von Benin, Togo und Ghana begrenzt wird. Im Norden an den trocken-heißen Sahel angrenzend, wird das Klima nach Süden hin deutlich feuchter und die Vegetation dichter und vielgestaltiger. Ouaga, wie es kurz und liebevoll von den Burkinabé, den Einwohnern Burkinas, genannt wird, liegt mitten drin und verwaltet als Hauptstadt runde 12 Millionen Einwohner. Während das Land laut des Human-Development-Index (Berechnung nach dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf) auch unter den ärmsten der Welt rangiert, so ist es doch gleichzeitig auch eines der friedlichsten: Mehr als 63 Ethnien, darunter die Fulbe, die bis heute mit ihren Rinderherden große Strecken ziehen, sowie die prunkvoll gekleideten Tuareg, deren Heimstatt der Sahel ist, leben hier gemeinsam.
An den Schnittstellen ihrer Lebensbereiche haben sich ganz eigene und vielfältige sowie charmante kulturelle Eigenheiten herausgebildet, die vor allem durch Eines bestechen: Freundlichkeit! Mit der Wärme des Landes ergeht gleichzeitig die Wärme der Menschen – und man kommt einfach nicht umhin, zurückzulächeln.
Ach, Sie sehen schon, ich könnte noch ewig weiterschreiben – nur reicht wohl der Platz in diesem Newsletter nicht aus! Deshalb habe ich mir gedacht, ich berichte Ihnen einfach auch in den kommenden Newslettern ein wenig von meiner Arbeit und meinen Eindrücken vor Ort! Seien Sie also herzlich eingeladen, mich weiter bei meinem afrikanischen Abenteuer zu begleiten.
Wenn Sie vorab Fragen haben, freue ich mich auch sehr über Ihre Nachricht (katja.heubach@bund-frankfurt.de oder unter 069 - 57804959).
Katja Heubach, Geschäftstelle Kreisverband Frankfurt

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