Veranstaltungsnachlese, News, Ankündigungen ...

Spaziergang: Der Sossenheimer Obstpfad
Am 7. September fand der vom Umweltamt organisierte Spaziergang "Der Sossenheimer Obstpfad" im Sossenheimer Unterfeld statt. Etwa 50 Interessierte beteiligten sich an dem 3-stündigen Rundgang durch die Streuobstwiesen.
Nachdem Herr Kiessling durch seinen spontanen Urlaub kurzfristig ausgefallen war, leiteten Jutta Erich vom BUND Ortsverband Frankfurt West und Rainer Zimmermann vom Umweltamt souverän und kompetent diesen Rundgang und erzählten den Teilnehmern viel Interessantes zu diesem neu eröffneten Pfad im Sossenheimer Unterfeld. Themen waren natürlich vor allem der Obstanbau und die typische Flora und Fauna der Landschaft.
Highlight der Veranstaltung war sicher auch der Stand des BUND Ortsverband Frankfurt West, der an der Chlodwig-Poth-Anlage über seine Aktivitäten informierte und an die Teilnehmer kostenlos Apfelsaft von den dortigen Streuobstwiesen, soviel jeder konnte und wollte, ausschenkte. Auch konnte sich dort jeder gerne einen oder mehrere Äpfel von den Streuobstwiesen schmecken lassen, die frisch gepflückt bereit lagen. Vielfälltiges Informationsmaterial und interessante Gespräche, die wie immer fruchtbar für die Teilnehmer des Spaziergangs und oft auch für die Aktiven des BUND waren, ergänzten das Angebot des Ortsverbandes.
Auch die folgende Station, das Insektenhotel, ebenfalls von Ortsverband Frankfurt West aufgestellt und betreut, interessierte die Teilnehmer sehr. Andreas Müller referierte über den Aufbau des "Hotels", den Nutzen und die hoffentlich nicht zu grossen "Pflegemassnahmen" für den Ortsverband. Die Bedenken bestehen sicher zu recht, denn das bisherige Insektenhotel des Ortsverbandes wurde leider schon mehrfach Opfer von Vandalismus.
Gelernt haben sicher alle Teilnehmer etwas, denn jeder hat die Möglichkeit, etwas für unsere freiwilligen Bestäuber, insbesondere für die Wildbienen, zu tun. Tipps und Anregungen wie so etwas getan werden kann gab es massenhaft.
Resümee der Veranstaltung: Es macht viel Arbeit für einen kleinen Ortsverband, sich aktiv an so einer Veranstaltung zu beteiligen. Sicher ist jedoch, dass es allen ehrenamtlichen Helfern wieder viel Spass gemacht hat, einen erneuten winzigen Schritt für unsere Umwelt getan zu haben und wir werden sicherlich auch bei weiteren Veranstaltungen dieser Art gerne dabei sein und unseren Beitrag für den Erhalt unserer Umwelt leisten.
Wenn auch Sie Lust daran haben, uns bei unserer Arbeit zu unterstützen, entweder durch eine Spende für z.B. die Pflege und den Erhalt des neuen Insektenhotels oder noch besser durch eine aktive Teilnahme bei unseren Aktionen, melden Sie sich einfach bei uns. Wir würden uns riesig freuen, Sie einmal persönlich begrüßen zu können - oder ihnen unsere Kontonummer mitteilen zu dürfen :-)
Wir treffen uns immer am 2-ten Donnerstag im Monat, 20:00 Uhr, im katholischen Gemeindezentrum in der Schleifergasse 2-4 in Frankfurt-Höchst. Telefonischer Kontakt: Gabriele Rauch (1. Vorsitzende), 069 / 38 99 66 11
Hajo Kretz, Ortsverband Frankfurt West

Fahrradtour zum Naturschutzgebiet „Mainzer Sand“
Abfahrt 9.30 vom Höchster Bahnhof.
Gemütlich radelt eine kleine Gruppe des BUND Ortsverbandes Frankfurt-West den Main entlang in Richtung Mainz. Bei schönem Spätsommerwetter passiert man die Städtchen Hattersheim, Flörsheim und Hochheim und ist nach knapp zwei Stunden auf der Maaraue, einer flachen Insel im Mündungsdelta des Mains. Nach der Überquerung des Rheins fahren wir entlang des Zollhafens und der Ingelheimer Aue, auf der der Bau eines riesigen Kohlekraftwerkes geplant ist, in die City von Mainz-Mombach.
In der italienischen Trattoria „Da Francesco“ werden wir schon erwartet und nach einem guten Essen (und Trinken) geht es bergauf zum 94 Hektar großen Naturschutzgebiet „Mainzer Sand“.
Zwischendrin gibt nur ein fast 100 Jahre alter Wasserbehälter am Straßenrand das Rätsel auf, weswegen er als „Schützenswerter Landschaftsbestandteil“ innerorts an einer stark befahrenen Hauptstraße ausgewiesen wurde.
Der Mainzer Sand ist mit seinen kalkhaltigen Flugsanden ein wichtiges Schutzgebiet, dessen bis zu 10 Meter hohen Flugsanddünen während der letzten Eiszeit aus dem Bereich des Oberrheingrabens entstanden sind – wie der Geologe und ansonsten flotte Vorreiter Andreas Müller erklärt. Flora und Fauna unterscheiden sich nicht wesentlich von der vor unserer Haustür liegenden Naturschutzgebiet „Schwanheimer Düne“. Hauhechel, Silbergras, Feldmannstreu und Sandgrasnelke wachsen hier und stellenweise auch das seltene Adonisröschen. Auch hier in Mainz gibt es zur Landschaftserhaltung ein Beweidungskonzept mit Schafen. Leider ist das Naturschutzgebiet durch die Autobahn ziemlich verlärmt, wodurch einige Vogelarten hier auch schon nicht mehr brüten.
Die Rückfahrt geht dann entlang dieser Autobahn über den Rhein nach Wiesbaden und von da mit der S-Bahn nach Höchst – insgesamt 52 Kilometer. Für alle Teilnehmer war es ein interessanter und gelungener Ausflug.
Richard Schmidt, Ortsverband Frankfurt West

„Ohne Moos nix los“
Veranstaltung zur Bezahlung im Ehrenamt in Frankfurt
Am 2. September 2008 nahm Volker Rothenburger für den BUND an der Veranstaltung „Ohne Moos nix los“ teil, die vom Ehrenamtsreferat der Stadt Frankfurt organisiert wurde. Mit Referaten und Diskussionsgruppen sollte diskutiert werden, ob und wie Geld und Ehrenamt vereinbar sind.
Vor allem in großen Organisationen, wie Caritas, Diakonisches Werk oder in der Politik, ist die Grenze zwischen „echtem“, also unbezahlten Ehrenamt, und Minijobs fließend. Hinter dem Begriff „Aufwandspauschale“ können sich auch mehrere hundert Euro im Monat und vertragliche Vereinbarungen verbergen.
Die klassischen Vereine, wie Freiwillige Feuerwehren oder auch der BUND Frankfurt, lehnen diese Aufweichung des Ehrenamt-Begriffs ab. Ehrenamt muss freiwillig und unentgeltlich bleiben. Als Beispiel kritisierte Volker Rothenburger im Plenum die Frankfurter Ortsbeiräte, die ihre Arbeit als ehrenamtlich bezeichnen, aber jedes einfache Mitglied 225,- € „Aufwandspauschale“ im Monat erhält. Wer sich zum Beispiel 20 Jahre statt im BUND in einem Ortsbeirat engagiert, ist um mehrere zehntausend Euro reicher! Geld ist das falsche Mittel für Anerkennung, so die weitgehende Meinung.
Ehrenamtliche sollen allerdings auch kein Geld mitbringen müssen. Daher muss die Bezahlung von nachgewiesenen Unkosten selbstverständlich sein.
Deutlich wurde in der Veranstaltung, dass auch veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen das Ehrenamt beeinflussen. Während früher der klassische Vereinsfunktionär beruflich abgesichert war, gibt es immer mehr Personen mit Zeitverträgen oder unterbezahlten Jobs. Langfristiges Engagement ist unter diesen Rahmenbedingungen schwierig.
Außerdem fehlt eine Anerkennungskultur in der Gesellschaft – ehrenamtliche Arbeit wird noch immer gering geschätzt. Hiergegen können auch die Vereine selbst – allen voran der BUND – mehr tun. Neben den in vielen Vereinen obligatorischen Ehrungen (nicht im BUND), wurden beispielsweise Einladungen zu Fortbildungen, gemeinsame Exkursionen oder auch die einfache gegenseitige Belobigung genannt.
Ein abschließendes Fazit lässt sich aus der Veranstaltung nicht ziehen, allerdings wurde deutlich, dass die echten (unbezahlten) Ehrenamtlichen aufpassen müssen, dass der Ehrenamtsbegriff nicht verwässert wird oder sie sogar als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. Die meisten waren sich aber einig: die Arbeit von Ehrenamtlichen ist „unbezahlbar“.
Volker Rothenburger, Kreisverband Frankfurt

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