Veranstaltungsnachlese, News, Ankündigungen ...

Andrang und frohes Fest in der Rotlintstraße
Am Samstag, den 16. August 2008, wurde lange vor der offiziellen Festeröffnung geschleppt, improvisiert und aufgebaut. Nach langen Planungen und Absprachen war es soweit: es ging endlich los.
Die Kinder präsentierten auf Decken ihre ausrangierten und abgeliebten Spielsachen und Bücher.
Kulinarische Köstlichkeiten aus Feinschmecker-Ländern wurden vorbereitet und verbreiteten ihre Düfte, gemeinnützige Vereine und Interessengruppen versuchten dem ernsthaften Anliegen einen attraktiven Mantel umzuhängen und die Aufmerksamkeit der Festbesucher auf sich zu lenken.
So auch der Frankfurter Kreisverband des BUND, vertreten durch Heidi Wieduwilt, John Dippell, Wolfgang Hofstetter, Richard Schmidt und Carl Scherrer.
Die BUNDjugend hatte ein tolles Partyzelt geliehen, Tische und Stühle standen bereit, an zwei Postertafeln konnte das Thema „Schutz der Wildkatze“ gezeigt und statistisch dargestellt werden. Ein Fragespiel mit zehn schönen Bildern, mit Fragebogen und Teilnahmedokument lockte Groß und Klein an, sich den Fragen zur Wildkatze zu stellen. Der Schutz des kleinen „Tigers“ ist auch in Hessen eine Aufgabe, die noch breite Unterstützung braucht. Schriften zum Wildkatzenschutz wurden angeboten, der Wildkatzen-Wegeplan erläutert.
Und weil das Thema die Wildkatze war, hatte Heidi Wieduwilt aus vielen hübschen Kindergesichtern kleine Löwen, Tiger und Wildkatzen gemacht – am Fließband, mit Wartezeiten für die sonst so ungeduldigen Eltern und Sprösslinge. Dies war der unangefochtene Renner am BUND-Zelt, Masken schminken und dabei noch etwas von Wildkatzen erzählen.
Das BüroAktiv, Vermittlungsstelle für das Ehrenamt, hatte unsere Suche nach Helfern bekannt gemacht: zwölf Damen und Herren hatten Hilfe angeboten zur Unterstützung der BUND-Aktiven. Mehr als sechs waren aber leider zu viele. Die dann letztendlich zur Hilfe kamen, waren alle super und bereicherten den Stand des BUND. Dafür Dank an dieser Stelle den Helfern des BüroAktiv!
Es ist wohl keine Frage, dass der BUND sich auch 2009 wieder auf dem Rotlintstraßenfest zeigen sollte.
Carl Scherrer, BUND Kreisverband Frankfurt

Wilde Katzen im Frankfurter Zoo
150 Jahre Frankfurter Zoo und viele Tausend kamen zum Feiern. Auch der BUND Hessen war mit seinem „ Rettungsnetz für die Wildkatze“ dabei. Das Info-Gelände des BUND lag passend gegenüber der Löwenanlage, und der asiatische Herr der Anlage bekundete morgens lautstark seine Begeisterung über uns einheimischen Nachbarn.
Nur wenige Menschen wissen, dass auch in Deutschland und sogar in Hessen Wildkatzen beheimatet sind, nämlich die Europäische Wildkatze (Felis sylvestris). Das Zoo-Jubiläum nahmen wir vom BUND, unterstützt von vielen weiteren Ehrenamtlichen, zum Anlass, auf die Situation der Wildkatzen aufmerksam zu machen. Anhand dreier Tipis, überzogen mit vielen Informationen zur Wildkatze in Hessen, Thüringen und Bayern, wurden Katzenfans informiert, dass durch Verlust und Zerschneidung der Lebensräume, Ausräumung der Landschaft, Jagd und Verkehrsopfer, die Zahl der in Deutschland lebenden Wildkatzen von vielen Zehntausend auf 3.000 – 5.000 Tiere zurückgegangen ist.
Viele Kinder nutzten inzwischen die Gelegenheit, sich durch Masken oder Schminke in wilde Katzen zu verwandeln. Auch ausgefallene Wildkatzen wie der Irbis (Schneeleopard) oder der Pink Panther standen auf der Wunschliste und wurden natürlich prompt verwirklicht. Absoluter Renner war aber natürlich die in Deutschland heimische Wildkatze.
Die Wartezeiten am Schminkzelt aufgrund des großen Andrangs überbrückten viele mit einer Teilnahme am "Kinder-Wildkatzen-Quiz". Anhand von 10 Stationen entpuppten sich ganze Familien als Wildkatzenexperten. Die Sportlichen übten sich im Wildkatzen-Weitsprung. Das Ganze aus dem Stand, und da war dann das Erstaunen doch groß, dass auch der langbeinigste Pappi weit hinter der 3-Metermarke einer erwachsenen Wildkatze landete, allenfalls so weit wie ein Heuhüpfer sprang. Dafür freute sich manches Kindergartenkind über seinen lockeren Sprung hinter die 50-cm–Marke des Flohs!
Um die Wildkatze in ihrem ursprünglichen Gesamtareal wieder heimisch zu machen und einen Biotopverbund (Wildkatzenwegeplan) großer, zusammenhängender und naturnaher Wälder zu schaffen, hat der BUND die Kampagne „Ein Rettungsnetz für die Wildkatze“ ins Leben gerufen.
Weitere Informationen und Möglichkeiten, „unseren“ wilden Katzen zu helfen unter www.bund-hessen.de/wildkatze.html
Heidi Wieduwilt, Ortsverband Frankfurt Süd-West

"Insektenhotel" im Sossenheimer Unterfeld
Im Sommer 2008 wurde vom BUND Ortsverband Fankfurt im Sossenheimer Unterfeld ein "Insektenhotel" aufgestellt. Dieses Insektenhotel gehört zum Sossenheimer Obstpfad, der sich seit Frühjahr 2008 in neuer Erscheinung präsentiert. Das "Insektenhotel" befindet sich an der Station 15 (Hautflügler).
Übrigens findet am 7. September ein geführter Spaziergang im Obstpfad statt - siehe unter Termine.
Wozu brauchen Insekten ein Hotel?
Es gibt Nutzinsekten, aber auch Insekten die den Pflanzen Schaden zufügen. Solche Insekten sind oft in der Überzahl. Aber man sollte sie nicht mit chemischen Mitteln bekämpfen , sondern die Bekämpfung den Nutzinsekten überlassen, die z.B. Blattläuse fressen, Drahtwürmer oder Kartoffelkäfer vertilgen. Die Insektenklasse der Hauptflügler - hierzu gehören z.B. Wildbienen- und Wespenarten - sind also nicht nur für die Bestäubung notwendig, sie dienen als natürliche Feinde auch zur Regulierung von Schädlingen.
Wir wollen mit unserem Insektenhotel Nutzinsekten anlocken, die sich unter günstigen Bedingungen in ihren „Zimmern“ vermehren können.
Auch Sie können helfen Wildbienen zu schützen indem Sie naturgemäß Gärtnern, übertriebene Pflegemaßnahmen vermeiden und auf den Einsatz von Pestiziden verzichten.
Was sollte man beim Bau eines Insektenhotels beachten?
Die Form und die Maße eines Insektenhotels sind völlig egal. Die meisten Hauptflügler benötigen zum Nisten Bohrgänge in abgestorbenen Hölzern. Wichtig sind also Ritzen und Löcher, die man den Insekten bieten muss. Gut geeignet sind hierfür ausgehöhlte Schilfhalme, Lochziegel, Altholz, Stroh, Holzwolle in Blumentöpfen, Bohrungen in Baumscheiben, Lehmziegel usw. Die Bohrungen sollten ca. 5 bis 10 cm tief und 2 bis 10 mm stark sein, um verschiedene Insektenarten zu fördern.
Die Nisthilfen sollten möglichst an einem ruhigen, trockenen und geschützten Ort angelegt werden. Ein sonniger bis halbschattiger Platz ist gut geeignet.
Welche Insekten könnten denn einziehen?
Sollten die Insekten das Hotel annehmen, kann man damit rechnen, dass Florfliegen, Marienkäfer, Schwebefliegen, Mauerbienen, Ohrwürmer, Schlupfwespen, Laufkäfer und viele weitere Arten dort einziehen.
Wildbienen (z.B. Mauerbienen und Hummeln) helfen vor allem bei Obstgehölzen für eine bessere Befruchtung. Das ist besonders wichtig, wenn durch Frosteinwirkung ein Teil der Blüten erfroren ist. Die Gruppe der Wildbienen umfasst etwa 52 Arten. Zwei davon, die Rote und die Gehörnte Mauerbiene besiedeln die Nisthilfen besonders gerne. Beide verschließen ihre Nester mit Lehm und bevorzugen Nisthilfen mit einem Durchmesser von 6-8 mm. Die Wildbienen bestäuben und befruchten zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen. Die meisten unserer Wildbienenarten leben als Einsiedlerbienen“ (Solitärbienen), die, im Gegensatz zu unseren Hausbienen, niemals Völker gründen. Das Weibchen legt Eier in einer artspezifischen Höhle ab, stattet diese dann mit Nahrung aus, die die ausgeschlüpften Larven versorgt und verschließt anschließend die Höhle (siehe Bild).
Wildbienen sind gefährdet.
1980 wurden in der BRD alle Wildbienen unter gesetzlichen Schutz gestellt. Durch eingreifende Veränderungen der Landschaften in den letzten Jahrzehnten sind ihre natürlichen Lebensräume wie Hecken und Gebüsche, Magerwiesen, Streuobstwiesen, Totholz, Trockenhänge u.v.a.m. bedroht.
Die Bestäubungsleistungen der Wildbienen sind bemerkenswert. Zum einen fliegen sie schon bei sehr viel geringeren Temperaturen als unsere Honigbiene, zum anderen sind sie dort wo Imker fehlen die einzigen die Pflanzen bestäuben. Auch deshalb ist ihr Schutz von großer Wichtigkeit!
Hajo Kretz, Ortsverband Frankfurt West.

Hochwasserrückhaltebecken für den Main
Zumindestens teil- oder zeitweise hat der untere Lachegraben in Griesheim wieder Wasser. Grund ist ein vom Stadtentwässerungsamt angelegtes Hochwasser-Auffangbecken im etwas verborgenen Dreieck zwischen der Mainzer Landstraße, der B 40 a und der S-Bahnstrecke Nied – Griesheim. Diese Ausgleichsmaßnahme ist gesetzlich vorgeschrieben, da durch die jahrelange Sanierung der Stroofstraße in die Ablaufzone für das Main-Hochwasser eingegriffen wurde.
Technisch funktioniert das so, daß bei steigendem Mainwasser dieses in ein bis zur Eisenbahnstrecke gehendes Rohr von zwei Metern Durchmesser gedrückt wird und dann in das Rückhaltebecken läuft. Das fasst – so Bauleiter Heiko Kramer – über 3ooo Kubikmeter Wasser, die nach dem Abschwellen kontinuierlich und langsam wieder in den Main zurückfließen können. Wegen Altlasten aus dem angrenzenden Industriegelände musste das Becken in Richtung Grundwasser zusätzlich abgedichtet werden.
Das „Hochwasserbecken“ ist als solches eigentlich nicht zu erkennen, denn es sieht mit seinem üppigen Pflanzenwuchs rundum eher wie ein mittelgroßes Feuchtbiotop aus. Auch etliche Tierarten haben sich schon hier angesiedelt. Ein schönes Beispiel, wo technischer Wasserbau und Naturschutz sich perfekt ergänzen.
Richard Schmidt, Ortsverband Frankfurt West, AK Wasser

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