Veranstaltungsnachlese, News, Ankündigungen ...

"FahrRad! im Grüngürtel"-Tag 
Am Sonntag den 18. Mai 2008 fand zum 2. Mal der immer mehr Leute begeisternde "FahrRad! im Grüngürtel"-Tag statt. Hunderte Menschen bewegten sich auf zwei Rädern rund um Frankfurt. Sie radelten einige oder gar alle der 18 Stationen der ausgeschilderten Tour ab, um sich an den Stationen einen Stempel zum Nachweis des erradelten Streckenabschnitts abzuholen (bei Abgabe der Stempelkarte lockten kleine Preise) und/oder um bei den beteiligten Gruppen, Vereinen und Verbänden interessante Informationen zu erhalten.
Der BUND Ortsverband Frankfurt West war, wie auch schon im letzten Jahr, an der Station im Sossenheimer Unterfeld auf der Chlodwig-Poth-Anlage dabei. In ihrem neuen Pavillon, gespendet von einem großzügigen Gönner des BUND (Spenden werden immer gerne angenommen!), informierten die Aktiven des Ortsverbandes, stark unterstützt von der BUND Jugend (vielen Dank Barbara) über naturgemäßes Gärtnern, Schmetterlinge und über die Aktivitäten und Veranstaltungen in unserem Umfeld. Informationsmaterial dazu wurde am Stand weitgehend kostenlos verteilt. Auch eine kleine Auswahl an Gartenpflanzen wurden gegen einen kleinen Obolus an Interessierte abgegeben.
Regen Zuspruch fand auch der Fitnesstrank "Apfelsaftschorle", bestehend aus Apfelsaft von unseren Streuobstwiesen gemischt mit mineralhaltigem Wasser für nur 50 Cent ... also prinzipiell zum Selbstkostenpreis. Nach diesem Fitnesstrank schafften viele der Radler auch noch die letzten Stationen der für einige Freizeitradler doch sehr strapaziösen Grüngürteltour. Das kleine botanische Quiz - Wer kennt die Kerne der eigentlich jedem bekannten Früchte? - zeigte einige Wissenslücken bei den Teilnehmern und führte doch zu Überraschungen und zu einigen lehrreichen neuen Erkenntnissen. Es ist doch gar nicht so leicht, den Unterschied zwischen dem Kern einer Zwetschge und dem einer Mirabelle zu erkennen. Überraschenderweise wussten gerade einige der vielen teilnehmenden Kinder diese Kerne auseinander zu halten .... also liebe Erwachsene, nicht einfach die Frucht genießen, sondern auch einmal die Feinheiten der "Abfälle" der Frucht beachten.
Auch der Blick durch das Mikroskop, eigentlich ein Binokular (da kann man mit beiden Augen hineinschauen), zeigte vielen die wunderschöne Natur des "Winzigen". Details, wie z.B. die Feinheiten eines Blütenstängels, in vielfacher Vergrößerung zu sehen, war nicht nur für Kinder ein faszinierender Blick in eine für Viele bisher unbekannte Welt.
Unser Nachbar-Infostand vom NABU, vertreten von Herrn Merkle, mit dem wir schon im letzen Jahr diesen Standort teilten, war auch in diesem Jahr wieder eine interessante Bereicherung des Informationsangebotes. Auch wenn es immer eine kleine Konkurrenz der Umweltverbände geben wird, letztendlich verfolgen beide Organisationen das gleiche Ziel, den Umweltschutzgedanken den Menschen näher zu bringen. Wir hoffen, dass der NABU auch im nächsten Jahr den Standort im Sossenheimer Unterfeld wieder mit uns gemeinsam betreuen wird. Alles in allem war es ein wirklich gelungener Tag und solange es diesen Grüngürtel-Fahrradtag geben wird, wird sich der BUND Ortsverband Frankfurt West auch weiterhin gerne daran beteiligen.
Falls auch Sie Lust haben uns bei unserer Arbeit zu unterstützen, sei es bei einer unserer Veranstaltungen wie dem Infostand am "FahrradTag" oder bei einer unserer anderen vielfältgen Aktionen (oder auch mit einer kleinen Spende), melden Sie sich doch einfach bei uns. Entweder telefonisch bei Gabi Rauch, Tel.: 069/38996611, der Vorsitzenden unseres Ortsverbandes oder kommen Sie doch einmal unverbindlich zu einem unserer Treffen.
Unsere Treffen finden immer am 2-ten Donnerstag im Monat, 20:00 Uhr, im Katholischen Gemeindezentrum in der Schleifergasse 2-4, Frankfurt-Höchst statt ... und danach gehen wir meistens noch auf einen kleinen Schluck und einen netten privaten Schwatz in eines der umliegenden urigen Höchster Lokale :-)
Wir freuen uns schon darauf, Sie bei einem unserer Treffen persönlich begrüßen zu dürfen.
Hajo Kretz, Ortsverband Frankfurt West

BUND-Führung: "Der letzte Frühling im Erlenbruch?", Pressemitteilung 
Erschrecken über den Riederwaldtunnel.
Teilnehmer der BUND-Führung konnten sich das Ausmaß der Zerstörung nicht vorstellen.
Zum wahrscheinlich letzten Frühlingsspaziergang vor dem Autobahnbau im Teufels- und Erlenbruch lud der BUND Frankfurt ein. Rund 30 Interessierte ließen sich die geplanten Natureingriffe erläutern.
Volker Rothenburger, der für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das Projekt seit Jahren begleitet, legt den so genannten "Eingriffsplan" der Autobahnplaner auf die Wiese am Erlenbruch. Entgeistert schauen die Spaziergänger auf den Plan. Von den drei Baumreihen und der großen Hecke am Rande des Grünzugs sind bis auf die Bäume vor den Wohnhäusern alle Gehölze mit einem roten X markiert.
„Das X zeigt geplante Baumfällungen. Von dem Grünzug am Erlenbruch bleibt nichts mehr übrig“, erläutert Landschaftsplaner Rothenburger. „Dort, wo heute die markante Hecke zur Vatterstraße steht, ist ein schmaler Kiesweg für Spaziergänger geplant. Der Rest wird U-Bahngleise und die Straße „Am Erlenbruch“. Da auf dem Tunnel keine Bäume gepflanzt werden können, gibt es bald keine Großbäume mehr im Erlenbruch.“
Der Verlust der Bäume und Rasenflächen bedeutet nicht nur eine unwiederbringliche Zerstörung des dortigen Landschaftsschutzgebietes, sondern verhindert auch, dass sehr seltene Fledermäuse, wie die Bechstein-Fledermaus, zwischen ihren Lebensräumen im Riederwald und den Waldflächen in Fechenheim und Enkheim hin und her fliegen können.
Auch im angrenzenden Teufelsbruch konnten sich die Teilnehmer nicht vorstellen, wie stark der geplante Autobahnbau das Landschaftsschutzgebiet zerstören wird.
Volker Rothenburger zeigt wieder auf den Plan der Autobahnbauer. „Genau hier neben dem Zaun der Kleingartenanlage endet der Tunnel. Alle Abgase, die im Tunnel entstehen werden hier ungefiltert raus geblasen. Über 80.000 Autos sollen pro Tag den Tunnel durchfahren.“
Mit breit ausgestreckten Armen zeigt Rothenburger den Verlauf der Autobahn. „Durch den weiten Kurvenradius der Autobahn verläuft die Autobahn über die gesamte Breite des Teufelsbruches. Große Eschen, Weiden und Pappeln werden für immer verschwinden.“
Dass im Teufelsbruch die Autobahn als Tunnel geplant ist, ist schon ein Erfolg des Naturschutzverbandes BUND. Ursprünglich sollte der Tunnel nur bis zur Borsigallee gehen.
Auch wenn der Autobahnbau wohl kaum mehr zu verhindern ist, klagt der BUND gegen den Planfeststellungsbeschluss, um das Schlimmste zu verhindern. „Durch das Verschieben des Tunnels um nur wenige Meter könnte der Gehölzriegel am nördlichen Rande des Erlenbruch-Grünzugs erhalten werden. Im Teufels- und Erlenbruch muss das Landschaftsschutzgebiet auch nach dem Autobahnbau wieder hergestellt werden. Die Fledermauspopulationen im Frankfurter Osten dürfen nicht beeinträchtigt werden. Und die unumgänglichen Naturzerstörungen müssen im Frankfurter Osten durch Naturaufwertungen ausgeglichen werden – und nicht, wie geplant, in Schwanheim oder im Rodgau“, so Rothenburger.
Als Naturausgleich schlägt der BUND vor, Äcker und Intensivgrünland am Rande der Naturschutzgebiete Berger Hang und Enkheimer bzw. Seckbacher Ried in Obstwiesen oder Auwald umzuwandeln. Für die geplante Zerschneidung des Enkheimer Waldes könnte die Vilbeler Landstraße mit Kleintierdurchlässen versehen werden.
Mit einer umfangreichen Klagebegründung, die seit einem Jahr dem Verwaltungsgerichtshof Kassel vorliegt, versucht der BUND eine Überarbeitung der Planung zu erreichen. Als Kosten für die Klage kalkuliert der BUND mit ca. 15.000 Euro.
Für seine Klage benötigt der BUND finanzielle Unterstützung.
Spendenkonto: BUND Landesverband Hessen, Stichwort: A66 Riederwald, Frankfurter Sparkasse (BLZ 50050201), Kontonr. 369 853.
Für Spendenquittungen wird die vollständige Anschrift benötigt.
Volker Rothenburger, Mitglied im Kreisvorstand, Verfahrensbeauftragter des BUND Landesverbandes Hessen

Erfolgreiche Erdkröten-Rettungsaktion des BUND OV West im Niedwald
In diesem Frühjahr bauten wir mit zahlreichen Helfern Ende Februar wieder unseren Krötenzaun auf einer Länge von fast 500 m entlang der Oeserstraße im Niedwald auf. Die Kröten werden dann morgens und abends über die Straße getragen, damit sie sicher zu den Nidda-Altarmen zum Ablaichen kommen.
Es war keinen Tag zu spät, landeten doch schon 3 Tage später über 120 Tiere - an einem Tag! - in den rund 20 Eimern.
Über die zahlreichen Kröten freuten sich alle Beteiligten um so mehr, da in den letzten Jahren, durch uns nicht erklärbare Umstände, die Anzahl der Erdkröten von über 1.300 auf nur noch ca. 220 gesunken war. Deshalb nahm in diesem Jahr auch ein fachkundiger Senckenberg-Forscher (Herr Malten) an der Aktion teil und begutachtete die Tiere und die gesamte Situation im Umfeld. Nach dem Stand der Wissenschaft sei aber die Schwankung der Anzahl der Tiere natürlich.
Ende März hatten wir dann die Gewissheit: Den Erdkröten im Niedwald geht es nach wie vor gut! Es waren knapp 400 Tiere, die wir insgesamt zählten. Alle Helfer waren sich einig: die Rettungsaktion für die Nieder Erdkröten wird nächstes Jahr fortgesetzt.
Jutta Erich, Ortsverband Frankfurt West

Transit-LKWs gehören auf die Autobahnen!
Mit Betroffenheit reagiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes (VGH) in Kassel zur Aufhebung der LKW-Durchfahrverbote in Nordhessen.
Für BUND Vorstandssprecher Dirk Teßmer ist hier "eine Entscheidung gegen die Bevölkerung" gefallen. Der BUND begrüßt, dass der Hessische Wirtschaftsminister das Urteil nicht akzeptieren will. Damit ist zunächst auch sichergestellt, dass die Durchfahrverbote bis zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes bestehen bleiben.
Sollte sich im Ergebnis des Rechtsstreits herausstellen, dass die Gesundheit der Bevölkerung weniger Schutz genießt als die durchfahrenden LKWs, dann müsse Hessen die Änderung der Rechtsgrundlagen auf Bundesebene anstoßen, denn der LKW-Durchgangsverkehr gehört auf die Autobahnen, nicht in die Ortschaften. "Die Interessen der Menschen müssen klar über den Interessen des LKW-Verkehrs und des Transportgewerbes stehen", meint Dirk Teßmer vom BUND Landesvorstand.
Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Hessen

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