Veranstaltungsnachlese, News, Ankündigungen ...

!!!! Die Mauersegler-Station benötigt dringend Hilfe !!!!
Es ist wieder so weit! Die Mauersegler sind aus ihren Winterquartieren in Südafrika zurück.
Seit fünf Jahren kümmert sich in Frankfurt die Mauersegler–Initiative um den Erhalt dieser faszinierenden Vögel. In der ehrenamtlich betriebenen Fachklinik der Deutschen Gesellschaft für Mauersegler (DGfM) wurden im vergangenen Jahr über 500 (!!) verletzte Alt- und verwaiste Jungvögel tierärztlich versorgt. Allerdings mussten in der Hauptsaison viele Tiere abgewiesen werden, weil die ehrenamtlichen Helfer, trotz eines oftmals 16–Stundeneinsatz jeden Tag, personell am Ende ihrer Möglichkeiten waren.
Die Station sucht für diesen Sommer dringend HelferInnen, die in der Station in Frankfurt-Griesheim beim Flugtraining verletzter Vögel, bei der Tierpflege und im Sekretariat stunden- oder tageweise helfen können. Auch wenn Sie nur wenige Stunden pro Woche Zeit dafür erübrigen können - die Mauersegler–Initiative freut sich über jeden Helfer!
Bei Interesse freut sich Christopher Müller der DGfM über eine Nachricht an christmu@googlemail.com
Weitere Informationen zum Projekt Mauersegler finden Sie HIER.
Heidi Wieduwilt (BUND OV Südwest)

Ein Spaziergang im Niedwald 
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 Bärlauch im Niedwald © HJK
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 Bärlauchblüte © HJK
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Bei herrlichem Sonnenschein, Vogelgezwitscher und nach Frühling duftendem Wald machten sich ca. 40 Naturbegeisterte am 29. März zur Erkundung des Niedwaldes auf. Während des Spazierganges konnte der Bärlauch gerochen, geschmeckt und in den Fingern gerieben werden. Auch die Knollen des Scharbockskrautes wurden erkundet und der Unterschied zwischen verschiedenen Speicherorganen der Frühblüher erklärt.
Neben Küchentipps, Biotoperforschung und Tipps für den Anbau im eigenen Garten stand der Frühjahrsaspekt des Waldes im Vordergrund.
Der Niedwald ist zu allen Jahreszeiten, auch ohne fachkundige Führung, ein Kleinod und erkundenswert. Besuchen Sie dieses Juwel im Grüngürtel auf ihren Spaziergängen oder Radtouren.
Jutta Erich (BUND Ortsverband Frankfurt-West)

Der Höchster Stadtpark im „Frühlingserwachen“
Der Höchster Stadtpark, 1911 angelegt, ist mit seinen exotischen und einheimischen Bäumen eine Erkundung wert. Das fanden auch die 12 Naturbegeisterten, die am 12. April an einer Führung des BUND Ortsverband West teilnahmen.
Die Früchte und Samen des Vorjahres wurden gesammelt, die aufgehenden Knospen bestimmt und über die Bedeutung der „Dornen“ am Christusdorn sinniert.
Neben giftiger, aber ökologisch wertvoller Eibe, konnten die essbaren Früchte des Ginkgo und das ebenfalls essbare Scharbockskraut entdeckt werden. Während des Spazierganges wurde eine kleine Weltreise durch die Pflanzenwelt der verschiedenen Kontinente unternommen.
Mit dem Vorsatz der Fechenheimer Gruppe den Höchster Stadtpark im Sommer erneut zu besuchen und einen anderen Aspekt kennen zu lernen, gingen die 12 Teilnehmer zum Hausboot Schlott zu Kaffee und Kuchen.
Jutta Erich (BUND Ortsverband Frankfurt-West)

„Wildblumenschaubeet der Naturschutzgruppe am Mainäppelhaus, Frankfurt-Lohrberg"
Der Anfang ist gemacht! - Mit Steinsetzungen und ersten Pflanzungen haben Mitglieder der Naturschutzgruppe Seckbach unter Federführung der Biologin Monika Peukert am 29.3.2008 die Einrichtung eines Wildblumenschaubeetes am Lohrberg, auf dem Gelände des Mainäppelhauses, begonnen.
Auf dem Beet werden typische Pflanzen des Frankfurter Ostens angesiedelt. Die Pflanzen sollen später mit Namensschildern versehen werden und eine Broschüre soll über ihre Eigenheiten, Lebensräume, Standortansprüche und ihre Verwendung im Garten, in der Küche und in der Medizin informieren.
Ziel ist es, interessierte Besucher über die Vielfalt der wildwachsenden Pflanzen in unserer unmittelbaren Umgebung zu informieren, und damit das Auge zu schärfen für die oft verborgene und verkannte Schönheit der heimischen Pflanzenwelt.
Wir wünschen uns, dass möglichst viele Besucher sich dazu anregen lassen, in ihrem eigenen Wirkungsbereich den Pflanzen, „die von alleine kommen“ und deshalb leichtfertig als Unkraut tituliert werden, ihren Platz zu lassen und wir damit einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt („Biodiversität“) leisten. Der Lohrberg eignet sich besonders für dieses Anliegen, weil der sonnige Kalkhang des Frankfurter Ostens zahlreiche botanische Besonderheiten beherbergt, darunter Orchideen, die durch allzu gründliches Gärtnern gefährdet sind und zu verschwinden drohen.
Die Arbeiten am Beet werden in den nächsten Jahren viel Zeit und Geld in Anspruch nehmen. Spenden und helfende Hände sind daher wilkommen.
Unterstützt haben uns der Botanische Garten der Universität Frankfurt mit Pflanzen, Mitarbeiter der Stadt Frankfurt mit Steinen vom Berger Hang und Karsten Liebelt vom Mainäppelhaus, denen an dieser Stelle herzlich gedankt sei.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Monika Peukert, Tel.: 069/472979
Monika Peukert (Im Namen der Naturschutzgruppe Seckbach)

Obstlehrpfad im GrünGürtel
Schon von weitem wurde man durch gelbe Schriftbänder mit Namen alter Obstbaumsorten, Sprichwörtern und Streuobstgedichten zum Ort des Geschehens geführt. Und da stand er nun: ein klotziger Frankfurter Schrank mit inhaltlich allem was zur Pflege von Streuobstwiesen gehört – die Diplomarbeit von Lara Alexandra Glück, eine Absolventin der Hochschule für Gestaltung in Offenbach.
Thema dieser Veranstaltung war dann auch die (erneute) Einweihung des Sossenheimer Obstlehrpfades von Grünflächen- und Umweltamtes.
Dem eigentlich 1995 schon mal angelegte Pfad zwischen dem Ort und der Nidda haben im Laufe der Jahre der Zahn der Zeit, aber auch Diebstahl und Vandalismus arg zugesetzt. So wurde auch der Beitrag des BUND Ortsverbandes Frankfurt-West, ein Hautflügler-Hotel, nach seiner mutwilligen Zerstörung für diese Aktion ganz neu aufgebaut. Ein ausführlicher Bericht darüber folgt in einem der nächsten Newsletter.
Klaus Hoppe vom Umweltamt wies auf die Schönheit dieses Landschaftsteils im GrünGürtel, aber auch auf den ziemlichen Arbeitsaufwand bei der Pflege von Obstbäumen hin. Auf der 4,5 Kilometer langen Strecke gibt es jetzt 16 Stationen, von denen jede einen anderen Themenschwerpunkt hat. Der Weg ist in gut zwei Stunden zu schaffen und wird in einem übersichtlichen Plan detailliert dargestellt. Leitfigur dazu ist das nun mit Obst jonglierende Grüngürteltier, diesmal abgewandelt gezeichnet von Philip Waechter.
Abgerundet wurde die Veranstaltung mit echt Frankfurter Würstchen und kernigem Apfelwein, getreu dem Motto aus den noch selbstkelternden Kneipen: „Saufen für die Streuobstwiese“.
Richard Schmidt (BUND Ortsverband Fankfurt-West)

BUND kämpft für die Gesundheit der Bevölkerung
Deutschlands größte Müllverbrennungsanlage gehört nicht ins Stadtgebiet von Frankfurt/Main - Neues Umweltrecht ermöglicht erstmals eine Verbandsklage für saubere Luft.
Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will mit einer Klage den Bau der größten Müllverbrennungsanlage in Deutschland stoppen. Die Anlage würde kurz nach ihrer Inbetriebnahme zur Überschreitung eines gesetzlichen Grenzwertes für Luftschadstoffe führen. BUND Vorstandsprecherin Brigitte Martin: "Wir kämpfen für saubere Luft und die Gesundheit der Frankfurter Bevölkerung. Die Grenzen der Belastung sind längst erreicht. Eine weitere Verschlechterung ist nicht mehr hinnehmbar." Der BUND fordert vor weiteren Genehmigungen zu Lasten der Luftreinheit eine Gesamtbelastungsstudie, denn neben der Müllverbrennung im Frankfurter Westen sollen im Rhein-Main-Gebiet Großkraftwerke wie Staudinger bei Hanau und das Kraftwerk Mainz erweitert und zahlreiche Verkehrsanlagen, wie der Frankfurter Flughafen, ausgebaut werden. Mit der Klage betritt der BUND Neuland.Erstmals klagt damit in Deutschland ein Umweltverband gegen eine Müllverbrennungsanlage auf der Grundlage des im Dezember 2006 neu geschaffenen Umwelt-Rechtsbehelsfsgesetzes, mit dem Deutschland die "Aarhus-Konvention" aus dem Jahr 2003 umgesetzt hat.
Die vom BUND beklagte Müllverbrennungsanlage soll eine Jahreskapazität von 700.000 Tonnen Müll haben und auf dem Gelände der Infraserv im Industriepark Höchst im Frankfurter Westen entstehen. Die Errichtung stößt wegen der absehbaren Grenzwertüberschreitungen auf breiten Widerstand in der Bevölkerung und bei den Nachbarstädten Kelsterbach und Hattersheim. Auch die Frankfurter Umweltweltdezernentin, Manuela Rottmann (B90/Grüne), hatte sich gegen die Genehmigung gewehrt, weil in Frankfurt/M-Höchst der Grenzwert für Stickstoffdioxid überschritten wird und die Anlage der städtischen Luftreinhalteplanung zuwiderläuft. Die Überschreitung des EU-Grenzwertes für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 µg/m³ im Jahr 2010 ist absehbar, weil die Messstation Höchst schon heute regelmäßig Werte deutlich oberhalb von 40 µg/m³ ausweist und der Zulassungsbescheid keine Minderungsmaßnahmen enthält. "Für uns ist es ein Skandal, dass hier eine Anlage in Betrieb gehen soll, die bereits kurz nach der Inbetriebnahme im Herbst/Winter 2009 zu einer Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte führen soll", sagt Martin, "Hier wurden die wirtschaftlichen Interessen der Infraserv klar über die Interessen der Menschen an einer gesunden Umwelt gestellt."
Hohe Stickoxidbelastungen der Luft rufen Belastungen des Atemsystems hervor und sind insbesondere in Kombination mit anderen Schadstoffen wie Feinstaub gesundheitsschädlich. Außerdem wird die örtliche Umweltsituation durch täglich bis zu 960 LKW-Transporte belastet, die die Müllmengen herantransportieren und die Verbrennungsreste abtransportieren müssen. "Mit der Verhinderung der EBS-Müllverbrennung leisten wir einen aktiven Beitrag zum vorsorgenden Gesundheitsschutz der Bevölkerung gegen Luftschadstoffe und Lärm", erläutert Brigitte Martin den Hintergrund der BUND Klage.
"Nicht gerade überzeugend" nennt BUND Vorstandsprecherin Brigitte Martin die Darstellung der Betreiberin Infraserv, dass die Anlage einen Beitrag zum Umweltschutz darstelle, weil hier ortsnah Energie für die benachbarten Betriebe erzeugt würde. "In dieser Bilanz fehlen die Energieverluste und Umweltschäden durch den von uns befürchteten europaweiten Mülltourismus über die Straße und eine Gesamtbetrachtung aller Umweltauswirkungen", bemängelt Martin und verweis darauf, dass das Regierungspräsidium Darmstadt im Rahmen der Genehmigung keine vollständige Umweltverträglichkeitsprüfung und keine vollständige Energiebilanz durchführen ließ. Auch der Name "Ersatzbrennstoffanlage" ist dem BUND ein Dorn im Auge, denn letztlich verschleiert der Begriff nur, dass hier Müll verbrannt werden soll, dessen Zusammensetzung, sich mehr erahnen als konkret fassen lässt. Laut Antragsunterlagen sollen z.B. geschredderter Sperrmüll, Gewerbemüll oder Sortierreste aus der Hausmüllsammlung verbrannt werden.
Damit klagt nun erstmals in Deutschland ein Umweltverband auf Grundlage des im Dezember 2006 neu geschaffenen Umwelt-Rechtsbehelsfsgesetzes gegen eine Müllverbrennungsanlage. Das neue Recht trägt den sperrigen Namen "Gesetz über ergänzende Vorschriften zu Rechtsbehelfen in Umweltangelegenheiten nach der EG-Richtlinie 2003/35/EG" oder kürzer, aber nicht wirklich einfacher "Umweltrechtsbehelfsgesetz". Die große Koalition unter Bundeskanzlerin Merkel setzte damit die "Aarhus-Konvention" um, die zuvor schon mit der EU-Richtlinie 2003/35/EG konkretisiert wurde. Der BUND erwartet, dass das Verfahren und die Entscheidung über die größte deutsche Müllverbrennungsanlage auch zu wichtigen Hinweise zur Wirksamkeit des neuen Klagerechts führen wird. "Mit dem Inkrafttreten der neuen EU-Grenzwerte für Luftschadstoffe ab 2010 kommt gerade im Hinblick auf die seit über 25 Jahren viel zu hohen Stickstoffbelastungen für Menschen und Ökosysteme eine ganz neue Dynamik in die Umweltpolitik", vermutet BUND Vorstandsprecherin Brigitte Martin.
Thomas Norgall (Naturschutzreferent des BUND Hessen)

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