Veranstaltungsnachlese, News, Ankündigungen ...

Naturschutzgruppe Seckbach feiert 10 Jahre erfolgreichen Naturschutz
Ende November hat die Naturschutzgruppe Seckbach im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung stolz auf ihre Aktivitäten zurückgeschaut.
Im Rahmen einer bunten Präsentation haben mehrere Mitwirkende alle laufenden Projekte der Naturschutzgruppe vorgestellt. Von den Aktivitäten für Kinder bis zu den alljährlichen Führungen zu naturkundlichen Themen wurden die Themenschwerpunkte unterhaltsam beschrieben. Über 1000 Personen wurden in den 10 Jahren mit den Führungen und Vorträgen erreicht.
Ein Ausblick auf zukünftige Themen, wie der geplante Umbau eines Gebäudes zu einem Fledermaus-Eldorado oder der Renaturierung von Tümpeln, rundeten den Vortrag ab. Darüber hinaus wurde eine farbige Broschüre über die Naturschutzgruppe Seckbach an die Anwesenden überreicht, die anlässlich des Jubiläums erstellt wurde.
Besonders gefreut haben sich die Aktiven der Gruppe über den Besuch der Umweltdezernentin Manuela Rottmann und von Irene und Carl Scherrer - den Stiftern des Frankfurter Umweltpreises, den die Naturschutzgruppe 2003 erhalten hat.
Bei Brezeln und Getränken klang der Abend mit guten Gesprächen aus.
Die Naturschutzgruppe Seckbach trifft sich wieder am 23. Januar 2008 um 20 Uhr im Rathaus Seckbach, Hofhausstraße 2 (generell jeden 4. Mittwoch im Monat, außerhalb der Schulferien). Ansprechpartner: Volker Rothenburger (Tel.: 069/94734186)

Neuer Schäfer für die BUND Schafe
Die zukünftige Pflege der seltenen Sandmagerrasen in Südhessen ist sicher gestellt. Und das, obwohl im vergangenen Jahr erst mal große Ratlosigkeit herrschte, als Schäfer Kay Fahlbusch nach zwei Bandscheibenvorfällen quasi berufsunfähig wurde. Die ordnungsgemäße Versorgung der BUND-Herde und Pflege der gefährdeten Gebiete war nicht mehr zu gewährleisten.
Kay Fahlbusch gilt unser ganz besonderer Dank. Er hat die BUND Herde in der schwierigen Anfangszeit aufgebaut. Dank seiner im Ballungsraum Frankfurt mehr als undankbaren und schwierigen Arbeit konnte nicht nur der Erhalt, sondern auch der Ausbau seltener und stark bedrohter Lebensräume erreicht werden. Und dies trotz sich einander ausschließenden Forderungen verschiedener Ämter an Schafhaltung und Beweidung und trotz Anfeindungen aus falsch verstandener Tierliebe realitätsfremder Großstädter. Darüber hinaus konnte er den Kontakt zwischen dem BUND und einem neuen Schäfer vermitteln.
Der neue Schäfer, Florian Schmidt, hat seit 2007 die Schafe und Weiderechte von Kay Fahlbusch übernommen und die Moor- und Heidschnucken des BUND seiner Herde, die bis dahin überwiegend aus Schwarzköpfen bestand, hinzugefügt.
Dem jungen Schäfer verlangt die bunt gemischte Herde seit der Fusion viel Pflege ab. Denn was den Schnucken genügt, ist den Schwarzköpfen lange nicht genug. Die sogenannten Robustschafe können auf dem Sandmagerrasen, ohne Mangelerscheinungen auszubilden, gehütet werden. Die Schwarzköpfe, so genannte Fleischlämmer, brauchen Nahrhafteres. Da muss auch mal ein Salzstein gereicht oder ein Krafteimer zugefüttert werden. Dass er die Tiere nach den Regeln ökologischer Landwirtschaft hält, daran ändere sich auch nach der Zusammenlegung nichts.
Auf die Idee, Schäfer zu werden, hat Florian Schmidt übrigens seine Familie gebracht. Als Hobby hatten sie sich einmal zwei Schafe zugelegt und waren in die Zucht eingestiegen. Eine ganze Herde wurde es schließlich, die von Familie Schmidt nebenbei versorgt wurde.
Im Gegensatz zu Schäfer Fahlbusch, dessen Familie in Thüringen einen Hof und Landschaftspflege betreibt, erhält Florian Schmidt familiäre Unterstützung bei der Buchhaltung und beim Kontakt mit Behörden, Ämtern und Grundstücksbesitzern. Gerade für die ehrenamtlichen Betreuer, die für den Erhalt der Magerrasengebiete an vorderster Front stehen, ist diese Situation sehr entspannend.
Die durch Schäfer Fahlbuschs Krankheit etwas geschrumpfte Herde ist inzwischen wieder am Wachsen. Im Dezember, erläutert Schäfer Schmidt, kommen schon die neuen Lämmer. Und noch, so kann Schmidt beruhigen, hat die Blauzungenkrankheit seine Herde verschont. Mit Sorge blickt er nach Bergen-Enkheim, wo die ersten Tiere bereits an dieser Krankheit verendet sind - der Erreger kommt näher.
Doch Florian Schmidt ist mit einer gehörigen Prise Gelassenheit ausgestattet, die man einem gerademal 25-Jährigen kaum zutraut. Wenn der Schäfer seine Arbeit in der Schwanheimer Düne beendet hat, zieht er mit seiner Herde in Richtung Wicker, wo seine wolligen Landschaftspfleger bereits erwartet werden. Und obwohl der junge Schäfer nicht aus einer bäuerlichen Familie stammt, setzt er auf Tradition. Seine Tiere mit einem Transporter zur nächsten Weidefläche zu bringen, fällt ihm nicht ein. Schafe und Hirte marschieren gemeinsam durch den Stadtwald oder am Main entlang.
Für das nächste Jahr planen die Schmidts und der BUND einen sog. Trail, einen Hütewettbewerb mit Border Collies, einem weiteren Hobby der Familie Schmidt. Näheres dazu im nächsten Programm des BUND Frankfurt.

Streuobstwiesenpflege
Am 17. November 2007 trafen sich einige Mitglieder des BUND Ortsverbandes Frankfurt West um einen neuen Baum in unserer Streuobstwiese zu pflanzen.
Streuobstwiesen sind historische, gewachsene Kulturlandschaften. Sie bedürfen der Pflege zur Erhaltung ihres ursprünglichen Charakters. Streuobstwiesen bieten auch Tieren und Pflanzen Zuflucht, da intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten zerstört haben. Daher pflegen wir eine der Streuobstwiesen im Sossenheimer Unterfeld. Als Brutstätte für Hautflügler (z.B. Bienen, Hummeln, Wespen) wurde eine Lehmwand errichtet und im Bild vorne sieht man einen der in den Bäumen befindlichen Nistkästen.
Haben auch Sie Lust uns bei der Pflege der Streuobstwiese zu unterstützen oder haben Sie Interesse an einem unserer anderen Themen wie Schmetterlinge, Krötenwanderung im Niedwald usw. mitzuarbeiten? Oder möchten Sie einfach einmal in die Arbeit unseres Ortsverbandes "hinein schnuppern"?
Wir laden Sie herzlich ein unverbindlich zu einem unserer Treffen zu kommen.
Unsere Treffen finden immer am 2-ten Donnerstag im Monat, 20:00 Uhr, im Katholischen Gemeindezentrum in der Schleifergasse 2-4, Frankfurt-Höchst statt.

Bebauungsplan Grüngürtelpark Seckbach-Nord: Stadt will illegalen Autohandel im Grüngürtel doch legalisieren
PRESSEMITTEILUNG
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Kreisverband Frankfurt/M Volker Rothenburger Am Kappelgarten 40a 60389 Frankfurt/M Tel.: 069/94734186
04.12.2007
Bebauungsplan Grüngürtelpark Seckbach-Nord Stadt will illegalen Autohandel im Grüngürtel doch legalisieren Planungsrechtlicher Sündenfall am Grüngürtel
Der geplante Grüngürtelpark Seckbach Nord ist eigentlich ein großer Wurf für den Frank-furter Grüngürtel. Anstatt – wie früher geplant - mit Wohnhäusern zu bebauen, sollen die im Frankfurter Grüngürtel gelegenen Freiflächen in Seckbach zwischen Huthpark und Lohrberg für immer landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzt werden dürfen.
Dennoch liegt ein faules Kuckucksei im Nest des geplanten Grüngürtelparks: An der westlichen Spitze des Gebietes soll ein bislang ungenehmigter Autohandel im Frankfurter Grüngürtel legalisiert werden, obwohl dies gravierende Auswirkungen auf den geplanten Park und vor allem auf den Wert der Grüngürtel-Charta hat.
Der Kreisverband Frankfurt des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wehrt sich energisch gegen die geplante Legalisierung des Autohändlers, weil das mittlerweile über 5.000 qm große Gelände sukzessive illegal in den Frankfurter Grüngürtel erweitert wurde. Durch Luftbildvergleich hat sich herausgestellt, dass allein nach 2004 eintausendfünfhundert Quadratmeter Streuobstbestände und Gebüsche gerodet und geschottert worden sind!
Es gibt überhaupt keinen öffentlichen Belang für den Verbleib des Auto- und Wohnwagenhandels. Noch 2004 hat die Stadtverordnetenversammlung (Beschluss § 6908 vom 26.02.2004) beschlossen, „den Bestandsschutz für das dort ansässige Handelsunternehmen nicht zu realisieren und das Unternehmen in ein Gewerbegebiet umzusiedeln.“ Später wurde der Beschluss zugunsten des Autohandels wieder zurückgenommen.
Dass auch den Fachplanern im Stadtplanungsamt bei der Sache unwohl ist, ergibt sich aus der Begründung des Bebauungsplanes. Zwar soll der Betrieb dort erhalten werden wo er ist, doch soll er blickdicht eingegrünt werden um „den Betrieb den Augen der Passanten weitgehend zu entziehen“. Euphemistisch sollen die noch mit einzelnen Bäumen zu bepflanzenden Verkaufsflächen gar „im Sinne eines Biotopverbundes Brücken“ bilden.
Als ob der Unternehmer nach erfolgreich betriebener Legalisierung seines Betriebes nichts Besseres zu tun hat, als sein Betriebsgelände durch Bepflanzungen unscheinbar werden zu lassen!
Der Plan nebst Begründung für die nachträgliche Legalisierung stimmt aber auch rechtlich vorn und hinten nicht. Der Auto- und Wohnwagenhandel ist nicht aus dem Landschafts- und Flächennutzungsplan ableitbar, er widerspricht der Regionalplanung und der Grüngürtel-Charta.
Die im Bebauungsplan dem Autohandel zugeordneten Ausgleichsflächen für den erfolgten Natureingriff sind nur halb so groß wie die überbaute Fläche selbst. Sie müssten nach Berechnung des BUND ca. 17.000 qm groß sein, der Plan sieht jedoch nur 2.600 qm vor.
Darüber hinaus befindet sich die Lage genau im westlichen Eingangsportal des Grüngürtelparks. Vom Nordend und Bornheim kommend sollte man eigentlich im Grüngürtelpark auf gestalterischer Weise Willkommen geheißen werden. Stattdessen drückt man sich erst einmal an Zäunen und abgestellten Wohnwagen entlang, um in den Park zu gelangen.
Die offenkundig falsche Abwägung zugunsten des Unternehmers öffnet auch anderen Grundstückeigentümern die Tür für eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan. Denn der Bebauungsplan Grüngürtelpark Seckbach-Nord dient ja eigentlich der Auflösung eines bislang rechtskräftigen Baugebietes. Nur der Wohnwagenhändler bekommt seinen Wunsch auf Bauflächen erfüllt. Die anderen gehen leer aus. Mit der Gefälligkeit für den Unternehmer riskiert man den rechtlichen Bestand des gesamten Grüngürtelparks.
Der BUND fragt sich, auf welch verborgenen Pfaden es der Unternehmer geschafft hat, seine Wunschvorstellungen dem Planungsamt aufzudiktieren. Unweigerlich kommt man zu der sicher unzutreffenden Vorstellung, politisch einflussreiche Personen seien Wohnmobilbesitzer mit dortigem Stammkundenrabatt.
In persönlichen Schreiben hat der BUND den Planungsdezernenten Edwin Schwarz und die Umweltdezernentin Manuela Rottmann gebeten, sich für die Streichung des Autohandels aus dem Bebauungsplan einzusetzen. Auch Planungs- und Umweltausschuss wurden eingeschaltet.
Noch hat der BUND die Hoffnung auf ein Wachwerden der Dezernenten und Stadtverordneten. Die Legalisierung des Gewerbebetriebes wäre der planungsrechtliche Sündenfall am Frankfurter Grüngürtel.
Volker Rothenburger stellv. Kreisverbandsvorsitzender

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