Veranstaltungsnachlese, News, Ankündigungen ...

Bundesverdienstkreuz für Carl Scherrer
Carl Scherrer – die Persönlichkeit im BUND Frankfurt – hat für sein ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz erhalten.
Seit Gründungsbeginn hat Herr Scherrer im Landesverband des BUND Aufgaben übernommen. Er war von 1985 – 1989 Mitglied im Landesvorstand, war zeitweise Schatzmeister oder Kassenprüfer.
Bis zum heutigen Tage bringt Herr Scherrer seine Erfahrungen und sein Organisationstalent, das er im Laufe seiner 86 (!) Lebensjahre gewonnen hat, in den Kreisverband Frankfurt ein. Er führte den Kreisverband über viele Jahre. 1990 wurde er erstmals 1. Vorsitzender und übernimmt seit dem ohne Unterbrechung Aufgaben im praktischen und administrativen Bereich.
Unvergessen sind die monatlichen Treffen in der Petersgemeinde, die er gemeinsam mit Siegfried Kranemann über Jahre hinweg geleitet hat. Viele Menschen, die heute noch aktiv sind, wurden seinerzeit durch das Duo motiviert und an das Naturschutzthema herangeführt.
Zuverlässig vertritt Carl Scherrer bis zum heutigen Tag den BUND in verschiedenen Gremien und Sitzungen. Aber auch sein handwerkliches Geschick verhilft immer wieder zu schönen Objekten und Spielständen an Informationsständen und Straßenfesten. Sein Herz gilt insbesondere den Bachläufen, die er als Bachpate betreut.
Besondere Anerkennung verdient Carl Scherrer auch wegen der Herausgabe von 77 Ausgaben des „Klärwerks“, dem regionalen Umweltmagazin für die Rhein-Main-Region, das auch Mitteilungsblatt sowie Veranstaltungskalender der beteiligten Umweltverbände (u.a. der BUND) war. Herr Scherrer hat es mit unermüdlichem Einsatz immer wieder geschafft, trotz mancher finanzieller Engpässe und wechselnder redaktioneller Unterstützung über einen Zeitraum von 14 Jahren jährlich 6 Ausgaben des Klärwerks herauszugeben.
Die Bedeutung seiner Person wird insbesondere durch den Frankfurter Umweltpreis unterstrichen, den die „Irene und Carl Scherrer-Stiftung“ regelmäßig an engagierte Naturschutzgruppen und Personen vergibt.
Der BUND Frankfurt ist glücklich, einen solchen Menschen in seinen Reihen zu wissen.
Jutta Erich, 1. Vorsitzende Volker Rothenburger, stellv. Vorsitzender BUND Kreisverband Frankfurt

Mäheinsatz in Steillage: Orchideenwiese
Eine Steillage am Lohrberg wurde am 19. September von zahlreichen Aktiven der Naturschutzgruppe Seckbach gemäht.
Der Reliktstandort des Vegetationstyps "Halbtrockenrasen" wird alljährlich einmal gemäht, um gefährdete Pflanzenarten am Lohrberg zu erhalten. Tatsächlich wurden Samenstände der Orchidee "Händelwurz" sowie des Schmetterlingsblütlers "Spargelschote" gefunden.
Die kleine Wiese wird allerdings von Jahr zu Jahr zunehmend beschattet, weil die randlichen Gebüsche immer größer werden. Hilfe wurde schon von dem Umweltamt der Stadt zugesagt. Es ist geplant, die in den letzten Jahren gewachsenen Gebüsche zu roden, damit mehr Sonne und Wind die Wiesenfläche erreichen können.
Wer zukünftig ebenfalls aktiv werden will, kann sich der Naturschutzgruppe Seckbach anschließen. Treffpunkt ist jeden 4. Mittwoch im Monat (nicht in den Schulferien) um 20 Uhr im ehem. Rathaus Seckbach, Hofhausstraße 2.
Weitere Informationen: Volker Rothenburger, Tel.: 069/94734186.

BUND Frankfurt zum Entwurf des Regionalen Flächennutzungsplanes:
PRESSEMITTEILUNG
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Kreisverband Frankfurt/M Volker Rothenburger Am Kappelgarten 40a 60389 Frankfurt/M Tel.: 069/94734186
14.09.07
BUND Frankfurt zum Entwurf des Regionalen Flächennutzungsplanes: Kaum lesbar, Grundlagen fehlen und zahlreiche unverträgliche Planungen.
Der Kreisverband Frankfurt des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat sich intensiv mit dem Entwurf des Regionalen Flächennutzungsplanes (RegFNP) auseinandergesetzt, um Verbesserungsvorschläge und Forderungen dem Planungsverband Frankfurt vorzulegen.
Grundsätzlich kritisiert der BUND die schlechte Lesbarkeit des umfangreichen Planwerkes, die es Normalbürgern unmöglich macht, die Planungsaussagen überhaupt erkennen zu können. Der von der Hessischen Landesregierung gesetzlich vorgegebene Maßstab von 1 : 50.000 führt dazu, dass wesentliche Planungsaussagen mit der Lupe gesucht werden müssen. Eine Orientierung im Plan und eine Zuordnung bestimmter Flächen im tatsächlichen Gelände sind kaum möglich. Wo Kleingärten oder Sportflächen beginnen und freie Landschaft enden soll, ist mangels einer Hintergrundkarte nur abschätzbar. Somit ist im Einzelfall nicht klar, welche Wiese überbaut und welche erhalten werden soll. Der Plan ist selbst für geübte Planleser kaum interpretierbar, für Bürgerinnen und Bürger ist er unlesbar. Beispielweise ergibt sich aus einem drei Quadratmillimeter (!) kleinen gelben Dreieck am Rande einer ockerfarbenen Fläche, dass ein illegal gebauter Campingwagenverkauf mit Wohnhaus im Frankfurter Grüngürtel nachträglich legalisiert werden soll. Auf diese Miniaturdarstellung könnte sich die Stadt Frankfurt später berufen, um den Gewerbebetrieb zu legalisieren. Der BUND hat diese Zielaussage abgelehnt.
Kritisiert wird auch, dass wesentliche Daten für eine sachgerechte Abwägung nicht erhoben wurden. So sind gemäß § 1 Abs. 6 Ziffer 7 a Baugesetzbuch bei der Aufstellung eines Flächennutzungsplanes die Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen "insbesondere zu berücksichtigen".
Aufgrund des riesigen Planungsgebietes kann der Planungsverband weder die biologischen Daten erheben, noch in die Entscheidung einfließen lassen. Es werden demnach Entwicklungsziele im Plan dargestellt, ohne dass die gesetzlich geforderten Basisdaten vorliegen. Dies geht eindeutig zu Lasten von Natur und Landschaft, weil sich spätere Erkenntnisse über Tiere und Pflanzen kaum noch gegen die nächsten Planungsschritte für im RegFNP dargestellten Baugebiete und Straßen durchsetzen können. Die Entscheidungen über Bauflächen werden daher bewusst mit einem für Naturschutzbelange blinden Auge gefällt.
Neben der Aufdeckung grundsätzlicher Probleme, hat der BUND bestimmte mit Natur- und Landschaftsschutz unverträgliche Planungen abgelehnt:
So wird zu den geplanten Vorranggebieten für Windkraftnutzung eine differenzierte Meinung vertreten. Während der Fläche am Nordrand von Nieder-Erlenbach zugestimmt wird, werden die Gebiete am Regionalparkweg Hohe Straße abgelehnt. Das Gebiet zwischen Bergen, Bad Vilbel und Maintal ist ein landschaftsästhetisch ausgesprochen hochwertiger Bereich, der durch seinen unbeeinträchtigten Fernblick Richtung Taunus, Vogelsberg, Ronneburger Hügelland, Spessart und Odenwald einzigartig ist. Windkraftanlagen würden diesen hochwertigen Erholungsraum gravierend beeinträchtigen.
Auch geplante Neubaugebiete hat der BUND kritisch geprüft. Neben vielen akzeptierten Baugebieten werden einzelne Flächen begründet kritisiert:
Beispielsweise das geplante "Silogebiet" westlich von Unterliederbach sowie bestimmte Neubauflächen in Sindlingen und Zeilsheim, da sie sich in der Frisch- und Kaltluftschneise für die westlichen Stadtteile befinden. Zudem liegen sie zu nahe am Industriepark Höchst und sind daher mit der SEVESO-Richtlinie unvereinbar.
Abgelehnt wird auch das Wohnbaugebiet "Leuchte" in Bergen-Enkheim, weil es das dortige Vorkommen von ca. 1000 Zauneidechsen und anderen hochgradig gefährdeten Arten und Biotopen zerstören würde.
Selbstverständlich hat der BUND Frankfurt in seiner Stellungnahme auch den weiteren Ausbau des Frankfurter Flughafens abgelehnt.
Der BUND entwickelt auch konkrete Verbesserungen: Für die Regionaltangente West wird vorgeschlagen, die Bahntrasse westlich der bereits existierenden Anbindung Leunabrücke / B 43a zu führen, um eine Belastung für das Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne zu verhindern.
Zu weiteren grundsätzlichen Kritikpunkten wird auf die Stellungnahme des BUND Landesverbandes Hessen verwiesen, der in einer Gesamtschau auch die überregionalen Aspekte (z.B. übermäßige Gewerbegebiete) bewertet hat.
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag
gez. Volker Rothenburger stellv. Vorsitzender des KV Frankfurt

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